{"id":4198,"date":"2016-03-15T16:34:27","date_gmt":"2016-03-15T16:34:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=4198"},"modified":"2016-03-18T06:47:19","modified_gmt":"2016-03-18T06:47:19","slug":"perception","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=4198","title":{"rendered":"Perception"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts4198&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts4198&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Ich sa\u00df in der zweiten Bankreihe der Kirche. Ich war allein, meine Augen waren geschlossen. Konzentriert h\u00f6rte ich meinem Atem zu, wie er durch Nase und Luftr\u00f6hre hindurchstrich, meine Lungen durchstr\u00f6mte und schlie\u00dflich meinen K\u00f6rper wieder \u00fcber meinen Mund verlie\u00df. Meine Lippen waren ausgetrocknet, die H\u00e4nde lagen zusammengefaltet in meinem Scho\u00df. Es war eine Beruhigungs\u00fcbung, die ich in den vergangenen Wochen gelernt hatte.<br \/>\nIch \u00f6ffnete die Augen und sah auf den Altar, der mit einem kleinen Blumenstrau\u00df geschm\u00fcckt war. Ein \u00dcberbleibsel der letzten Messe. Die Blumen waren noch frisch. Wenn man nah genug hinging, konnte man den intensiven Duft der Bl\u00fcten riechen. Blumenduft war der Inbegriff von Leben. Im Leben stehen. In voller Bl\u00fcte stehen.<br \/>\nMit einem leisen Seufzer richtete sich mein Blick auf das Kreuz hinter dem Altar. Da war er, der Sohn Gottes. 33% der christlichen Dreifaltigkeit. Der sich geopfert hatte f\u00fcr uns S\u00fcnder. Ich sa\u00df hier, in einer r\u00f6misch-katholischen Kirche, als getauftes Mitglied dieser Gemeinschaft. Aber nicht, um die Vergebung meiner S\u00fcnden zu erbitten.<\/p>\n<p>Kirchen hatten mich fr\u00fcher nicht oft gesehen. Schulmessen, Erstkommunion, Taufen und Hochzeiten in der Verwandtschaft. Mehr nicht. Mein Elternhaus war nicht religi\u00f6s. Dass Kinder getauft und Ehen in der Kirche geschlossen wurden, geschah aufgrund historisch gewachsener Br\u00e4uche und Sitten, nicht aus religi\u00f6ser \u00dcberzeugung.<br \/>\nUm ehrlich zu sein: Eigentlich mochte ich Kirchen nicht. Ich f\u00fchlte mich von der \u00fcberladenen Ausstattung wie erschlagen. Diese Darstellung von Glanz, Gloria und Reichtum war f\u00fcr mich gleichbedeutend mit Hochmut und \u00dcberheblichkeit. Was im totalen Widerspruch zu den Lehren dieser Kirche stand. Schlie\u00dflich war Hochmut eine Tods\u00fcnde.<br \/>\nDa hielt ich es eher mit der Interpretation \u00e0 la Indiana Jones. Der den richtigen Heiligen Gral aus einer Vielzahl an Kelchen ausw\u00e4hlte. Einen einfachen Tonkelch, aus dem Besitz des Sohnes eines Zimmermanns. Keine Diamanten, innen unscheinbar mit einer d\u00fcnnen Goldschicht \u00fcberzogen. Eine weise Entscheidung. F\u00fcr einen Augenblick musste ich schmunzeln. Dann sah ich mich um. Diese Kirche war anders. Sie war im Jugendstil gebaut. Viel Gold, aber nicht zu viel. Mit einer gewissen Schlichtheit. Das mochte ich. Sie war gro\u00df und hell, ich f\u00fchlte mich nicht erdr\u00fcckt, wenn ich hier sa\u00df.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen hatte ich viel Zeit hier verbracht. In der N\u00e4he befand sich ein psychiatrisches Zentrum, in dem seit drei Monaten regelm\u00e4\u00dfig meine Therapiesitzungen stattfanden. Ich war keine Gefahr f\u00fcr mich selbst oder andere, aber ich wurde mit dem Leben nicht mehr fertig. Ein spezielles Ereignis hatte mich aus der Bahn geworfen: der Selbstmord meines Ex-Freundes ein Jahr zuvor.<br \/>\nZum Zeitpunkt unserer Beziehung war ich 19 Jahre alt, er ein Jahr \u00e4lter. Unsere gemeinsame Zeit war nicht lang, aber sehr intensiv. Er war charmant und draufg\u00e4ngerisch, aber schon bald merkte ich, dass er ein Gefangener seines Geistes war. Sein Vater erkl\u00e4rte mir, dass sich seine Mutter umgebracht hatte, weil sie depressiv gewesen war. Und dass auch sein Sohn Anzeichen in sich trug, dass diese Krankheit einmal ausbrechen k\u00f6nnte. Ich war best\u00fcrzt, aber ich war verliebt. Es war mir zu dieser Zeit egal, was die Zukunft bringen w\u00fcrde. Ich war \u00fcberzeugt davon, dass ich bei ihm bleiben wollte, egal was geschehen w\u00fcrde.<br \/>\nNach vier Monaten lie\u00df er mich f\u00fcr seine vorige Freundin stehen und ging zu ihr zur\u00fcck. Ich war eine Art L\u00fcckenf\u00fcller gewesen &#8211; jedenfalls versuchte sie mir das einzureden. Er selbst wirkte schuldbewusst und traurig, als wir uns aussprachen. Ich glaubte ihm, wie gingen im Guten auseinander. Ich versprach ihm, Kontakt zu halten. Zu seinem Geburtstag schenkte ich ihm einen eingerahmten Freundschaftsspruch, den er mit Tr\u00e4nen in den Augen annahm. Aussage des Spruches war: Egal was passiert, ich bin f\u00fcr dich da. Aber etwas in mir versuchte bereits zu diesem Zeitpunkt unbewusst, sich von ihm abzukapseln.<\/p>\n<p>Ein paar Wochen nach unserer Trennung h\u00f6rte ich, dass ihn seine Freundin betrogen und mit ihm Schluss gemacht hatte. Die Folge war ein psychotischer Schub, bei dem er versucht hatte, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Sein Bruder hatte ihn rechtzeitig gefunden. Sein Vater rief mich an und bat mich, ihn im Krankenhaus zu besuchen. Er hatte nach mir gefragt.<br \/>\nIn diesem Augenblick fiel mir wieder das Geschenk ein. Dass ich ihm versprochen hatte, da zu sein. Es fiel mir schwer. Ich wollte mein Versprechen halten, aber ich hatte auch Angst vor der Situation. Ich wusste nicht, was mich erwarten w\u00fcrde. Eine Freundin begleitete mich schlie\u00dflich ins Krankenhaus. Ich hielt es f\u00fcr falsch, meinen damaligen Freund darum zu bitten.<\/p>\n<p>Dieser lange Gang der psychiatrischen Station, mit dem hellen Tageslicht am Ende, war einerseits beklemmend, andererseits Hoffnung gebend. Mit jedem Schritt hatte ich das Gef\u00fchl, immer kleiner und hilfloser zu werden. Gleichzeitig machte sich ein Gef\u00fchl der wohligen W\u00e4rme in mir breit, je n\u00e4her ich der Fensterfront kam. Als ich der Schwester erkl\u00e4rte, wer ich war und zu wem ich wollte, holte sie einen Arzt, der mich \u00fcber die aktuelle Situation aufkl\u00e4rte. Sie hatten eine manisch-depressive Erkrankung bei meinem Ex-Freund diagnostiziert. Er deutete mit dem Kopf zur Zimmert\u00fcr schr\u00e4g gegen\u00fcber. &#8222;Er fragt t\u00e4glich nach Ihnen. Gehen Sie rein, aber erschrecken Sie nicht. Wir mussten ihn fixieren.&#8220;<br \/>\nMeine Nasenfl\u00fcgel weiteten sich und mein gesamter K\u00f6rper spannte sich an, mein Atem ging schnell. Die Angst davor, in diesen Raum zu gehen, lie\u00df mich erstarren. Ich sah zu meiner Freundin, die mich umarmte und mir beruhigend \u00fcber den R\u00fccken streichelte. &#8222;Du schaffst das&#8220;, fl\u00fcsterte sie und schob mich sachte Richtung T\u00fcr.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, wie lange ich in diesem Zimmer war. Aber ich kann mich an ihn erinnern. Wie er im Bett lag, mit Schnallen an den bandagierten Handgelenken. \u00dcber seinem K\u00f6rper war eine Art Netz gespannt. Er bewegte sich nicht. Ich stellte mich zu seinem Bett und versperrte ihm die Sicht. Sein Blick war starr und leer, er sah durch mich hindurch. Sie hatten ihn mit Medikamenten ruhiggestellt. Sein Mund war leicht ge\u00f6ffnet, und Speichel floss auf den Polster.<\/p>\n<p>Ich war ersch\u00fcttert. Das war nicht mehr der junge Mann, mit dem ich eine Beziehung gef\u00fchrt hatte. Um meine Brust schien sich ein unsichtbarer Strick zu legen, der sich kontinuierlich zuzog und mich nach Luft schnappen lie\u00df. Meine Atemz\u00fcge wurden k\u00fcrzer und ich merkte, dass mir schwindlig wurde.<br \/>\nIch kann gar nicht sagen, ob er mich erkannt hatte. Einige Male versuchte ich, ihn anzusprechen. Aber er reagierte nicht, dazu war er in seiner Verfassung anscheinend nicht f\u00e4hig. Als ich aus dem Zimmer ging, konnte ich nicht schnell genug das Krankenhaus verlassen. Meine Freundin kam mir kaum hinterher. Schnell raus. Frische Luft einatmen. Alles hinter mir lassen. Ihn hinter mir lassen. Und feststellen, dass ich nicht den Mut aufbringen w\u00fcrde, mein Versprechen ein weiteres Mal einzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Zwei Jahre lang h\u00f6rte ich kaum etwas von ihm. Bis mein damaliger Freund &#8211; er hatte meinen Ex-Freund gekannt &#8211; eines Abends vor meiner Wohnungst\u00fcr stand und mich mit den Worten &#8222;Er hat es heute beendet. Medikamenten-\u00dcberdosis&#8220;, begr\u00fc\u00dfte. Ich wusste sofort, was und wen er damit meinte. Wie ferngesteuert ging ich in mein Zimmer und schloss die T\u00fcr hinter mir. Mein Freund blieb im Wohnzimmer bei meinem Vater, meine Mutter folgte mir.<br \/>\nReglos sa\u00df ich auf meinem Bett und starrte an die gegen\u00fcberliegende Wand. Wortlos sa\u00df meine Mutter neben mir und wartete darauf, dass ich zu reden begann. Die Vorw\u00fcrfe stellten sich alsbald ein. In Tr\u00e4nen aufgel\u00f6st erkl\u00e4rte ich ihr, dass ich ihn allein gelassen hatte. Zu feig gewesen war, um mit der Situation anders &#8211; besser &#8211; umgehen zu k\u00f6nnen. Meine Mutter versuchte mir klar zu machen, dass meine Vorw\u00fcrfe nichts an der Situation \u00e4nderten. Dass er krank gewesen war. Dass seine Familie f\u00fcr ihn da gewesen war. Dass mich keine Schuld traf. Auch mein Freund versuchte mich davon zu \u00fcberzeugen, aber ganz absch\u00fctteln konnte ich die Gedanken nicht.<\/p>\n<p>Bei der Beerdigung zwei Wochen sp\u00e4ter stand der Sarg offen, aber ich brachte es nicht fertig, ihn noch einmal zu sehen. Ich versteckte mich hinter unseren gemeinsamen Freunden. Wie aus weiter Entfernung h\u00f6rte ich die Reden seines Vaters und seines Bruders, dessen letzter Kontakt mit ihm ein dummer Streit \u00fcber zu lang ausgeborgte Videokassetten war.<br \/>\nMein letzter Kontakt war &#8230; keinen Kontakt mehr gehabt zu haben. Meine letzte Erinnerung war &#8230; sein fixierter K\u00f6rper und sein leerer Blick in einem Raum, der nach Desinfektionsmittel stank. Meine Erkenntnis war, dass ich nie wieder eine M\u00f6glichkeit haben w\u00fcrde, mit ihm zu sprechen, mich zu entschuldigen oder ihm einfach zuzuh\u00f6ren. Keine Tr\u00e4ne verlie\u00df meine Augen, w\u00e4hrend der Trauerreden und dem Gang zum Grab. Ich sprach der engsten Familie mein Beileid aus, auch dann musste ich nicht weinen. Ich f\u00fchlte mich leer, kalt, emotionslos. Stand neben mir selbst.<\/p>\n<p>Tage und Wochen vergingen, und diese Gef\u00fchle beherrschten mein Leben. Ich verkroch mich zu Hause, kapselte mich von meinem sozialen Umfeld ab. Ich ertappte mich dabei, wie ich im B\u00fcro sa\u00df und mit einer aufgebogenen B\u00fcroklammer immer wieder \u00fcber dieselbe Stelle meines Handr\u00fcckens fuhr, bis die Wunde zu bluten begann. Ich bedeckte sie mit einem Pflaster, wenn ich zu Hause war. Sobald sich Krusten bildeten und die Wundheilung einsetzte, kratzte ich weiter. Es tat gut, es war eine Ablenkung. Schmerzen zu f\u00fchlen hie\u00df, am Leben zu sein. Nicht an den Tod denken zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Kirchent\u00fcren wurden ge\u00f6ffnet, und ich sp\u00fcrte den Luftstrom, der von hinten durch meine Haare fuhr. Mit einem Blinzeln verscheuchte ich kurz meine Gedanken und setzte mich gerade hin. Ein \u00e4lteres Ehepaar war eingetreten und l\u00e4chelte mich freundlich an, als sie an mir vorbeigingen und schr\u00e4g vor mir in der ersten Bankreihe Platz nahmen. Ich erwiderte ihr L\u00e4cheln kurz und wandte meinen Blick wieder dem Kreuz zu. Obwohl ich so oft hier sa\u00df, hatte ich nie das Bed\u00fcrfnis, mich in meinem mir vorgegebenen Glauben zu finden und zu beten oder zu beichten.<br \/>\nIch war ein Mensch der Wissenschaft, nicht des Glaubens. Die Therapiestunden hatten mir auch geholfen. Es war eine Zwangsst\u00f6rung, die ich nach dem Tod meines Ex-Freundes entwickelt hatte. Und die mir das allt\u00e4gliche Leben erschwerte. Es war die pers\u00f6nliche Erkenntnis \u00fcber die Endlichkeit des Lebens. Der Tod meines Ex-Freundes war der erste eines mir nahestehenden Menschen gewesen, den ich erleben musste.<\/p>\n<p>Diese Angst vor dem Sterben erzeugte Panikattacken. Anfangs haupts\u00e4chlich abends beim Einschlafen. Im Schlafzimmer, sachte d\u00f6send, und pl\u00f6tzlich der Gedanke: Wenn du tot bist, ist da nichts mehr. Du denkst nicht mehr, du liebst nicht mehr, du lachst nicht mehr, du hasst nicht mehr. Es ist nichts mehr da. Dein ganzes Leben, deine Erinnerungen, deine Handlungen &#8211; alles weg.<br \/>\nDiese Gedanken \u00e4u\u00dferten sich in Herzrasen, ich versuchte verzweifelt mich abzulenken und sie wieder loszuwerden. Ich kratzte die Wunde auf meinem Handr\u00fccken auf und beobachtete, wie das Blut wieder stockte. Ich stie\u00df mit Absicht den Fu\u00df gegen den Bettpfosten oder biss meine Lippen blutig, um kurzfristig eine andere Art von Schmerz zu erfahren. Ich stand auf und lief durch die Wohnung, um auf andere Gedanken zu kommen.<\/p>\n<p>Als ich nicht mehr schlafen konnte, meine Nerven blank lagen und die Panikattacken auch untertags auftraten, entschied ich mich f\u00fcr eine Therapie. In langen Gespr\u00e4chen mit meinem Therapeuten arbeitete ich diese Geschichte auf. Teilweise gelang es mittlerweile auch. Ich war froh, dass ich mir alles von der Seele reden konnte. Dass ich es jemandem erz\u00e4hlen konnte, den ich nicht kannte. Mit dem mich nichts verband au\u00dfer unsere gemeinsamen Termine. Mit meinen Freunden oder meiner Familie zu reden &#8211; dazu war ich einfach nicht in der Lage. Ich brauchte diesen Abstand.<br \/>\nGott sei Dank ben\u00f6tigte ich keine Medikamente. Zu Beginn w\u00e4ren sie eine Option gewesen, um zumindest ein paar Stunden erholsamen Schlaf zu finden. Aber ich hatte es auch ohne geschafft. Die Atem\u00fcbungen hatte ich schnell verinnerlicht. Ich musste mir jetzt auch keine physischen Schmerzen mehr zuf\u00fchren, um mich von den psychischen abzulenken. Ein Blick auf meine Handr\u00fccken bewies es. Meine Wunde, die ich wochenlang immer wieder aufgekratzt hatte, war verheilt. Die Narbe w\u00fcrde mich jedoch immer an diese Phase meines Lebens erinnern.<\/p>\n<p>Ich stand auf, um die Kirche zu verlassen. Ein letzter Blick auf den Sohn Gottes. &#8222;Wir sehen uns&#8220;, dachte ich entspannt und nickte dem Kreuz zu. Dann trat ich hinaus auf den Vorplatz. Es war ein sch\u00f6ner Tag, ein laues L\u00fcftchen trug den Duft der umliegenden B\u00e4ume und Bl\u00fcten mit sich.<\/p>\n<p>Ich genoss das Leben wieder. Einerseits ging ich wieder hinaus, traf mich mit Freunden, nahm mir immer wieder neue Dinge vor, die ich noch nie zuvor gemacht hatte. Andererseits setzte ich mich bewusst mit dem Tod auseinander. Spazierg\u00e4nge auf Friedh\u00f6fen waren ein regelm\u00e4\u00dfiger Bestandteil meines Lebens geworden. Ein Ort der Ruhe, der Erkenntnis. Meine Erkenntnis war: Der Tod trifft uns alle irgendwann. Aber das Leben davor ist gar nicht so schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Petra Hechenberger<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=418\">hardly secret diary<\/a> | Inventarnummer: 16037<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sa\u00df in der zweiten Bankreihe der Kirche. Ich war allein, meine Augen waren geschlossen. Konzentriert h\u00f6rte ich meinem Atem zu, wie er durch Nase und Luftr\u00f6hre hindurchstrich, meine Lungen durchstr\u00f6mte und schlie\u00dflich meinen K\u00f6rper wieder \u00fcber meinen Mund verlie\u00df. Meine Lippen waren ausgetrocknet, die H\u00e4nde lagen zusammengefaltet in meinem Scho\u00df. 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