{"id":3909,"date":"2016-01-08T16:58:21","date_gmt":"2016-01-08T16:58:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3909"},"modified":"2024-06-26T07:29:06","modified_gmt":"2024-06-26T07:29:06","slug":"apollo-11","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3909","title":{"rendered":"Apollo 11"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3909&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3909&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Mein Vater w\u00e4re gern mit der Apollo 11 zum Mond geflogen. Das war sein Utopia. In den flimmernden Schwarz-Wei\u00df-Bildern auf dem Bildschirm des Fernsehger\u00e4ts verfolgte er alles wissbegierig. Die metallene Stimme, die er nicht verstand, da er kein Englisch sprach, verlieh dem abenteuerlichen Unternehmen noch mehr Mysterium. Der deutschsprachige Kommentator \u00fcbersetzte alles, und mein Vater sa\u00df in dem Bewusstsein, etwas ganz Gro\u00dfes mitzuerleben, auf dem gepolsterten Kirschholzstuhl, den er in seiner Jugend selbst getischlert hatte, zu einer Zeit, da seine Finger noch nicht der Kreiss\u00e4ge zum Opfer gefallen waren. Zu einer Zeit auch, in der er weder verheiratet war noch Kinder hatte.<\/p>\n<p>Jetzt, in der neuen Zeit, holte ihn die Mondlandung aus seinem dahind\u00fcmpelnden Leben heraus. Jetzt sa\u00df er alleine im ungem\u00fctlichen, gr\u00fcn gestrichenen Wohnzimmer, trank Bier und rauchte unabl\u00e4ssig Salem ohne. Die Flimmerfl\u00e4che des Fernsehger\u00e4ts forderte all seine Aufmerksamkeit, und so fiel hin und wieder Asche auf die lieblos hingebreitete Tischdecke und brannte neue L\u00f6cher in die Kunstfaser.<br \/>\nWelche Hoffnungen und Sehns\u00fcchte weckten diese Bilder, nicht nur bei meinem Vater. Ein bemannter Flug zum Mond.<\/p>\n<p>Zirka zehn Jahre vorher hatte ebenfalls ein Ereignis aus der Raumfahrt eine seltsame Verbindung zu seinem Leben hergestellt. Damals war es der Sputnik gewesen, der justament an dem Tag startete, an dem in der Werkstatt meines Vaters ein Feuer ausbrach, das sich zu einem Gro\u00dfbrand auswuchs und schlie\u00dflich nicht nur das Wohnhaus meiner Familie und damit deren Existenz erneut gef\u00e4hrdete, sondern auch drohte, das gesamte Dorf in Asche zu legen, zumal der Feuerwehrkommandant katastrophalerweise den Hydrantenschl\u00fcssel verlegt hatte.<br \/>\nDank der emsigen L\u00f6schbereitschaft aus dem Nachbardorf konnte gl\u00fccklicherweise der Worst Case vermieden werden. Die Geschichte vom Werkstattbrand kenne ich lediglich aus Erz\u00e4hlungen. Ich war damals noch nicht geboren. Ich bin aber mit dem Trauma meiner Eltern vom Feuer gro\u00df geworden. Schlie\u00dflich schreinerte mir mein Vater, als ich sechzehn war, einen Tisch und einen Stuhl, aus Eichenholz, mit einer Tischplatte aus L\u00e4rchenholz. Die daf\u00fcr verwendeten Bretter hatte er aus dem Brand gerettet. Sie waren an den R\u00e4ndern verkohlt.<br \/>\nAls die M\u00f6bel fertig waren, sagte er zu mir: Nur ein Tisch und ein Stuhl sind aus dem ganzen Holzvorrat noch \u00fcbrig geblieben. Mich hat das unglaublich ger\u00fchrt. Ich habe seinen verkniffenen Mund noch vor Augen, der das meiste ungesagt hinter den Lippen f\u00fcr die Ewigkeit barg. Mit den steifen Fingern und Fingerstummeln, die vom unabl\u00e4ssigen Rauchen braun verf\u00e4rbt waren, machte er linkisch eine wegwerfende Handbewegung.<\/p>\n<p>Wenige Jahre sp\u00e4ter habe ich an seinem Sterbebett im Krankenhaus den Feuerwehrkommandanten des Nachbardorfes kennengelernt. Er war ebenfalls ein alter schwerkranker Mann, der im Bett neben meinem Vater lag und sich angesichts des Namens wieder an den Brand erinnerte. Vor allem erinnerte er sich aber an das P\u00e4ckchen Zigaretten, das er ebenso wie seine Kollegen damals von meiner Mutter nach getaner Arbeit bekommen hatte. So nett, so anst\u00e4ndig, so freundlich angesichts dieser Katastrophe.<\/p>\n<p>Und wiederum vergingen Jahre, ehe ich anl\u00e4sslich eines Dorffestes \u2013 ich wohnte zu der Zeit schon gar nicht mehr in meinem Elternhaus \u2013 Fotografien von jenem Gro\u00dfbrand zu sehen bekam. Niemand aus meiner Familie hatte von der Existenz jener Schnappsch\u00fcsse gewusst. Ein Nachbar, bereits im Besitz einer Kamera, hatte das Ereignis festgehalten. So konnte ich mir endlich auch ein Bild von dem machen, was ich lediglich aus Erz\u00e4hlungen kannte. Ein Inferno, die Teerstra\u00dfe brannte, die neu erworbene Hobelmaschine, der Stolz meines Vaters, war vernichtet, die M\u00f6bel aus dem Wohnhaus wurden von helfenden H\u00e4nden bereits auf der Stra\u00dfe zusammengestellt, da \u2013 oh Wunder \u2013 drehte sich der Wind und das Feuer fand keine Nahrung mehr, es konnte gel\u00f6scht werden. Inzwischen hatte die einheimische Feuerwehr Gott sei Dank auch den Schl\u00fcssel zum \u00d6ffnen des Hydranten wiedergefunden. Welche Blamage!<\/p>\n<p>Ich bin Jahre sp\u00e4ter geboren, damals war die Werkstatt schon wieder notd\u00fcrftig aufgebaut, eine gebrauchte Hobelmaschine gekauft und im kleinen Garten trocknete wieder ein Brettersto\u00df seiner Verwendung entgegen, der mir zum Klettern und Herunterfallen diente. Mein Vater aber war alt geworden und hatte den Schwung verloren, sofern er jemals dar\u00fcber verf\u00fcgt hatte. Ich kann es nicht wissen.<\/p>\n<p>Jener Brand ist also im Zeichen des Sputnik geschehen. Die Zeitungen waren voll von diesem Ereignis. Bestimmt h\u00e4tte mein Vater die Berichterstattung im Radio verfolgt, aber die lodernden Flammen hinderten ihn daran. Ich glaube, dass er auch damals schon gern mit dem Sputnik in den Weltraum entkommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Mondlandung wollte er sich aber nun definitiv nicht entgehen lassen. Aufgeregt wie ein Schuljunge kam er in die K\u00fcche, wo sich die restliche Familie versammelte, holte sich frisches Bier aus dem K\u00fchlschrank und erstattete mit leuchtenden verw\u00e4ssert blauen Augen Bericht \u00fcber den Stand der Dinge, die die ganze Welt in Atem hielten. Aber in der Familie nahm au\u00dfer ihm keiner ernsthaft Anteil an diesen weltbewegenden Ereignissen. Sicher fand ich es aufregend, aber es war ja doch so unwirklich weit entfernt.<br \/>\nIch war ein Kind und hielt die Mondlandung wie das Andersen M\u00e4rchen von der Meerjungfrau f\u00fcr eine phantastische Geschichte, die die Gedanken und Gef\u00fchle mitreisen lie\u00df. Seltsamerweise wollte ich die Bilder davon gar nicht sehen. Sie h\u00e4tten die Vorstellungen, die von den nebenher aufgeschnappten Erz\u00e4hlungen in meinem Kopf entstanden, zum Stillstand gebracht. Die meiste Zeit sa\u00df mein Vater allein im Zimmer im ersten Stock vor der Flimmerkiste. Meine Mutter traute diesen tr\u00fcgerischen Bildern von Haus aus nicht. Sie unterhielt sich lieber in der kargen K\u00fcche mit den M\u00e4nnern, die auf ihrem Nachhauseweg vom Wirtshaus, das \u00fcbrigens den verwegenen Namen B\u00e4renh\u00f6hle trug, bei ihr am K\u00fcchentisch noch einmal Station machten. Die M\u00e4nner waren allesamt im Krieg gewesen, in Sibirien oder an \u00e4hnlich furchtbar t\u00f6nenden Orten, hatten in der Gefangenschaft ihre Gesundheit eingeb\u00fc\u00dft und auch ihre Jugend, waren sp\u00e4t und zerr\u00fcttet heimgekommen. Tr\u00e4ume hatten sie sich allerdings bewahrt, die hatten sie am Leben festhalten lassen.<\/p>\n<p>Als sie endlich wieder im Dorf angekommen waren, erkannten sie aber die H\u00e4user und H\u00f6fe nicht mehr als ihre Heimat. Dabei hatten diese in der unwirtlichen Ferne in zauberhaften Farben gestrahlt. In der Gefangenschaft hatte sich das Dorf zum Ort der Sehnsucht ausgewachsen: mit den Milchk\u00fchen, dem S\u00e4gewerk, dem schwer tragenden Birnbaum, von dem sich die Hungerleider uneingeschr\u00e4nkt bedienen konnten, den L\u00e4den, B\u00e4ckereien, dem Wirtshaus, der Kirche, die sich bei Sonnenschein in der Rossschwemme spiegelte und deren Turm an lauen Abenden von Flederm\u00e4usen umkreist wurde, mit den K\u00fcchen, in denen gesch\u00fcrzte Frauen neunundneunzig verschiedene Kartoffelgerichte zubereiteten, Frauen, die mit Kargheit und Entbehrungen umzugehen wussten.<br \/>\nEben diese Frauen hatten sich in den vergangenen Jahren ihr Leben ohne M\u00e4nner eingerichtet. Und jetzt fiel der neue Zusammenstand schwer, schwerer als alles zuvor Ertragene, und die Kraft war geschwunden. In den gemarterten Hirnen der Heimkehrer erwies sich Utopia als eine geplatzte Luftblase. Aber nachdem Sibirien \u00fcberstanden war, konnte man in der Heimat nicht kapitulieren. So schufen sie sich, in derlei Dingen ge\u00fcbt, mit Schnaps und Zigaretten einen neuen Sehnsuchtsort, und meine Mutter war ihnen dabei behilflich. Vielleicht h\u00f6rte sie ja aus den Erz\u00e4hlungen ihr Utopia heraus.<br \/>\nImmer hatte sie eine Flasche Doornkaat mit Ausgie\u00dfer im K\u00fchlschrank und schenkte, wohl wissend um das ganze Elend, die Gl\u00e4ser voll. Dabei fielen ein paar Tropfen auf die blank gescheuerte Tischplatte. Sie schrieb an, ohne viele Worte dar\u00fcber zu verlieren. Die M\u00e4nner hatten meist kein Geld in der Tasche. Ihre Frauen hielten sie kurz. Schlie\u00dflich musste jetzt, nachdem man die ganze Sach m\u00fchsam \u00fcber den Krieg gerettet hatte und auf den ersten Bulldog sparte, nicht alles versoffen werden.<\/p>\n<p>So bl\u00fchte manch einer f\u00fcr kurze Zeit noch einmal auf und schwelgte in Erinnerungen. Erstaunlicherweise erz\u00e4hlten sie jetzt von Russland in den d\u00fcstersten, aber auch schillerndsten Farben. Alles war selbst dort nicht schlecht gewesen, und im Gespr\u00e4ch erhitzten sich die M\u00e4nner gegenseitig. Sie sprachen von den K\u00e4mpfen und dem Hunger und davon, dass immer ein Spezialist dabei war, der etwas zu essen fand. Das Brot musste w\u00e4hrend der Nacht im Unterschlupf an F\u00e4den aufgeh\u00e4ngt werden, um es vor den Ratten zu sch\u00fctzen. In der Gefangenschaft mussten sie auf dem blanken Betonboden schlafen. Die Russen kontrollierten, und wehe, einer hatte sich heimlich einen Rupfen untergeschoben. Der wurde schimpfend und schreiend weggenommen.<br \/>\nEiner der M\u00e4nner in der Stube meiner Mutter hat sein schweres Asthma auf diese brutale Herzlosigkeit zur\u00fcckgef\u00fchrt. Und immer wieder fielen die Worte \u201eDawai, dawai!\u201c Sie sprachen davon, wider Willen Russisch gelernt zu haben, aber ich habe aus ihren M\u00fcndern nie ein weiteres Wort vernommen, und ich war sehr aufmerksam und hing an ihren Lippen. Meine Mutter strickte nebenbei und h\u00f6rte meist unbeteiligt zu. Wenige Worte warf sie ein, aber sie war da, wenn auch bei sich.<\/p>\n<p>Trat mein Vater aufgeregt ein, die neuesten Fernsehmeldungen stolz verk\u00fcndend, so entfuhr einem der M\u00e4nner der folgenschwere Satz: Jetzt kommt er wieder, der Monds\u00fcchtige. &#8211; Darin lag all die Verachtung, die seine Jugendfreunde f\u00fcr ihn \u00fcbrig hatten. Schlie\u00dflich hatte er sich ihrer Meinung nach um den Kriegseinsatz herumgedr\u00fcckt, seiner verlorenen Finger wegen. Er war nicht wehrtauglich gewesen, da er mit dem steifen Zeigefingerstummel der rechten Hand kein Gewehr zweckm\u00e4\u00dfig bedienen hat k\u00f6nnen. So ein Gl\u00fcck und so ein Pech!<\/p>\n<p>Der \u201eMonds\u00fcchtige\u201c sa\u00df tief, und ohne ein Wort zu verlieren, legte er einen verlorenen Blick auf die feixende Runde und verschwand wieder zu den ununterbrochen gesendeten Bildern aus dem Weltraum. Es waren kalte Bilder von einem unwirtlichen Ort, mit Menschen, die man in ihren Schutzanz\u00fcgen kaum als Menschen erkannte. Seltsam schwebten sie schweren Schrittes \u00fcber die Kraterlandschaft, hissten die amerikanische Flagge, sammelten Mondgestein als Beweis f\u00fcr daheim, sonst h\u00e4tte man ihnen wahrscheinlich gar nicht geglaubt, je dort gewesen zu sein. Seltsame Bilder wurden da um die Welt geschickt, und seltsame Worte. Sie erzeugten eine Anspannung, die schier alles zum Erliegen brachte, bis endlich die Astronauten in der Raumkapsel wieder im Atlantik aufschlugen. Dann ging ein Aufatmen durch die Wohnzimmer und die Gesichtsz\u00fcge entspannten sich. Es krochen nach der Bergung tats\u00e4chlich die gefeierten Helden heraus, schraubten den Helm vom Schutzanzug ab und l\u00e4chelten in die blitzenden Kameras. Sie waren dort gewesen, wo alle gern hinwollten. Sie hatten den Weltraum erkundet und waren wiedergekommen, allen davon zu k\u00fcnden. Und eines Tages, so Gott will erleben wir ihn noch, werden wir alle zum Mond reisen und vielleicht dort leben, wer wei\u00df.<\/p>\n<p>Mein Vater hat regen Anteil an diesen Ereignissen genommen. Er heftete daran eine letzte Hoffnung. Und das ist nun f\u00fcr mich heute das Erstaunliche. Das ganz und gar Neue und Ferne und Unerreichbare hat ihn seltsam fasziniert. Trotz aller Unbill, die das Leben f\u00fcr ihn bereithielt, hat er darin Trost gefunden. Mit verhaltener Genugtuung begegnete er dem Spott der Anderen. Sie w\u00fcrden schon noch sehen. Der Tag wird kommen. Er wei\u00df darum, er geh\u00f6rt zum engen Zirkel der Eingeweihten, er wird ger\u00fcstet sein, wenn es denn so weit sein wird, f\u00fcr den Flug zum Mond oder nach nirgendwo.<\/p>\n<p>Ich bin nun in diese Geschichte hineingeschl\u00fcpft und meinem Vater, der bereits seit mehr als f\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahren tot ist, erstaunlich nahe gekommen. Das ist das Sch\u00f6ne am Erz\u00e4hlen. Immer wieder staune ich dar\u00fcber, dass so vieles bewahrt wird und bleibt, und sei es nur f\u00fcr die kurze Zeit, die man zum Erz\u00e4hlen einer Geschichte braucht. F\u00fcr mich ist es wie ein Hineingehen in ein verlassenes Schneckenhaus. Langsam taste ich mich voran und finde im Verborgenen die F\u00e4den, die die Erinnerungsbilder zusammenf\u00fcgen und ganz machen, was oft lange Zeit qu\u00e4lend diffus im Hirn hin- und herspukt. Es ist mir eine Erleichterung, wenn sich dann doch alles so f\u00fcgt und zu einem Abschluss kommt, zu einem vorl\u00e4ufigen. Anders geht es nicht.<br \/>\nAber jetzt muss ich noch einen Schritt weiter gehen. Ich kann nicht bei der Geschichte stehen bleiben. Ich muss vielmehr wieder herausgehen. Das ist das weitaus Anstrengendste. Und das macht das Erinnern auch erst lebendig. Ich muss einen Knoten zu meinem Leben machen, umkehren und den Weg aus dem Schneckenhaus heraus suchen.<\/p>\n<p>Mit dem Erz\u00e4hlen ist mir klar geworden, dass jeder seinen Sehnsuchtsort hat und dass dieser Ort sich unabl\u00e4ssig ver\u00e4ndert. An guten Tagen finde ich ihn beim Blick aus dem Fenster oder beim Spaziergang durch die Wiesen und W\u00e4lder. An schlechten Tagen finde ich ihn tausende Kilometer entfernt und sehne mich nach dem Land, wo Milch und Honig flie\u00dft. Wohlwissend, dass das kein geographisch zu lokalisierender Platz ist. Und dann durchlebe ich nat\u00fcrlich auch Tage, an denen ich mich schier ganz unbeheimatet f\u00fchle. Und die sich selbst\u00e4ndig machenden Gedanken martern mich, sodass ich am liebsten meinem Vater gleich in die Apollo 11 einsteigen m\u00f6chte, um f\u00fcr immer zu entkommen. Und irgendwann w\u00fcrde sich dann sicher die Gelegenheit ergeben, aus dem Weltraum herabzuspucken und laut \u00c4tsch zu rufen: Seht ihr, ich hab es doch geschafft, ihr Kleingl\u00e4ubigen, ihr Gratler.<\/p>\n<p>Und dann ist es wieder gut, mich an eine Geschichte angebunden zu wissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Claudia Kellnhofer<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie:\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=3365\">anno<\/a> <\/span>| Inventarnummer: 16009<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Vater w\u00e4re gern mit der Apollo 11 zum Mond geflogen. Das war sein Utopia. In den flimmernden Schwarz-Wei\u00df-Bildern auf dem Bildschirm des Fernsehger\u00e4ts verfolgte er alles wissbegierig. Die metallene Stimme, die er nicht verstand, da er kein Englisch sprach, verlieh dem abenteuerlichen Unternehmen noch mehr Mysterium. 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