{"id":3898,"date":"2016-01-06T14:07:41","date_gmt":"2016-01-06T14:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3898"},"modified":"2016-02-28T12:54:22","modified_gmt":"2016-02-28T12:54:22","slug":"spaces","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3898","title":{"rendered":"Spaces"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3898&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3898&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p><em>(inspired by One Direction\u2019s Song)<\/em><\/p>\n<p>Lustlos stocherte ich in meinem Abendessen herum. Heute war einer jener Tage, an denen ich kaum Appetit hatte. Meine Gem\u00fctslage schlug mir wieder einmal auf den Magen. Ich seufzte und trank einen Schluck Wasser. W\u00e4hrenddessen blickte ich auf mein Gegen\u00fcber.<br \/>\nSein Appetit war vollkommen in Ordnung. Abwesend nahm er einen Bissen nach dem anderen, w\u00e4hrend er in einer Zeitschrift las. Er schien mit sich und der Welt zufrieden zu sein. Das konnte ich von mir selbst nicht behaupten.<br \/>\nIch sa\u00df mit ihm an einem Tisch. Lebte mit ihm in einer gemeinsamen Wohnung. Und doch war ich allein. Es war, als ob ein Gebirge mittleren Ausma\u00dfes auf meiner Brust l\u00e4ge. Ich beobachtete ihn weiter. \u201eWie war dein Tag?\u201c, versuchte ich, eine Konversation zu beginnen.<br \/>\nEr zuckte kurz mit den Schultern. \u201eSo wie immer\u201c, war seine lapidare Antwort. Toll. Genervt schmiss ich das Besteck auf meinen Teller. Das Ger\u00e4usch war so laut, dass er \u00fcberrascht aufblickte. \u201eAlles OK?\u201c, fragte er. Doch mir schien, dass es eher nur eine Floskel als echtes Interesse an meinem Befinden war.<\/p>\n<p>Das ging schon l\u00e4nger so. Ich wei\u00df nicht mehr, wann es angefangen hatte. Wir waren schon so lange zusammen, hatten \u00fcber die all die Jahre unsere kleinen Rituale gehabt. Einen Kuss morgens, wenn wir aus dem Haus gingen. Einen Kuss abends, wenn wir wieder heimkamen. Einen Gute-Nacht-Kuss vor dem Einschlafen.<br \/>\nIch konnte mich gar nicht mehr erinnern, wann ich den letzten Kuss von ihm bekommen hatte. Das machte mich traurig. Aber es machte mich auch w\u00fctend. W\u00fctend auf ihn. W\u00fctend auf mich. Warum hatten wir damit aufgeh\u00f6rt? Wer hatte damit aufgeh\u00f6rt? Wer war schuld?<\/p>\n<p>\u201eNat\u00fcrlich. So wie immer\u201c, \u00e4ffte ich seine vorhergehende Antwort nach. Dann stand ich auf und brachte meinen Teller zur\u00fcck in die K\u00fcche. Eine kleine Kartoffel schaffte es in meinen Mund, den Rest des Essens schmiss ich in den M\u00fclleimer.<br \/>\nIch lehnte mich gegen die Sp\u00fcle und sah hin\u00fcber ins Esszimmer. Er sa\u00df ruhig auf der Bank und schluckte den letzten Bissen hinunter. Er schien vertieft einen Artikel zu lesen. Wie vermutet. Nur eine Floskel, kein echtes Interesse. Sonst h\u00e4tte er weiter nachgehakt. So wie fr\u00fcher.<br \/>\nSo nah, wie wir uns waren, als wir noch unsere kleinen Rituale hatten \u2013 so weit entfernt schienen wir momentan nebeneinander zu leben. Nebeneinander, nicht miteinander.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich liebte ich ihn. Ich empfand etwas, das ich in meiner Definition als Liebe verstand. Nicht so wie ich meine Eltern, meine Geschwister, Freunde oder ein Haustier liebte. Sondern so, wie man einen Partner liebt. Einen Partner, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen m\u00f6chte.<br \/>\nIn Augenblicken wie diesen stellte ich aber dieses Gef\u00fchl in Frage. War es wirklich Liebe? Oder war es Gewohnheit? War es eine Tatsache, dass Liebe irgendwann zur Gewohnheit wurde? War das die Art Beziehung, die ich f\u00fcr den Rest meines Lebens f\u00fchren wollte? Wieder zog sich mein Herz zusammen. Nein, wollte ich nicht.<\/p>\n<p>Da war er pl\u00f6tzlich: ein Gedanke, ein kleiner Funke. Mir stiegen Tr\u00e4nen in die Augen. So weit war ich gekommen. Ich dachte daran, die Beziehung zu beenden. Und im selben Augenblick wollte ich sie retten.<br \/>\nEs gab diese beiden Optionen. Hier zu bleiben und daran zu arbeiten \u2013 wenn auch er es wollte. Oder dieses Kapitel meines Lebens zu beenden und zu gehen. Ich r\u00e4usperte mich und blinzelte die Tr\u00e4nen aus meinen Augen, als ich merkte, dass er aufgestanden war und in die K\u00fcche kam.<br \/>\n\u201eGut war\u2019s, wie immer\u201c, sagte er freundlich und stellte sein Geschirr in die Sp\u00fcle. Im Vorbeigehen strich er mir kurz \u00fcber die Schulter und ging dann weiter ins Wohnzimmer. Ich starrte auf seinen Teller. Wieder so eine Szene. Es gab Zeiten, da h\u00e4tte er sofort gemerkt, wenn es mir nicht gut ging. H\u00e4tte mich in den Arm genommen und mit mir gekuschelt. Vorbei.<\/p>\n<p>In meinem Inneren k\u00e4mpften Wut, \u00c4rger und Verletztheit gegeneinander an. Und doch versuchte ich, weiterhin klar zu denken. Ich musste ihn darauf ansprechen. So lange ich mit meinen D\u00e4monen im Geiste k\u00e4mpfte, hatte er keine M\u00f6glichkeit, sich zu verteidigen bzw. seine Sicht der Dinge zu erkl\u00e4ren.<br \/>\nIch ging langsam Richtung Wohnzimmer. Die T\u00fcr war angelehnt, und durch das Milchglas konnte ich den Fernseher flimmern sehen. Vermutlich sa\u00df er mit dem Laptop auf der Couch und surfte im Internet, w\u00e4hrend im Fernsehen eine der \u00fcblichen Serien lief.<br \/>\nDrei. Zwei. Eins. Ich \u00f6ffnete die T\u00fcr und \u2013 100 Punkte. Es war alles so vorhersehbar. Jeden Tag. Ich setzte mich neben ihn auf die Couch und sah auf den Laptop. Irgendein Online-Shopping-Portal f\u00fcr technisches Equipment. Das war sein Faible. Stundenlang konnte er sich mit der Suche nach dem g\u00fcnstigsten Angebot besch\u00e4ftigen. Und alles rund um ihn vergessen. Auch mich.<\/p>\n<p>Mein Blick wanderte vom Laptop zu seinem Gesicht. Wenn er konzentriert war, biss er sich immer auf die Unterlippe. Ich musste kurz l\u00e4cheln. Diese Eigenheit hatte ich immer liebenswert gefunden. Auch heute noch. Vorsichtig stupste ich ihn mit einem Zeigefinger an seiner Schulter an.<br \/>\n\u201eK\u00f6nnen wir reden?\u201c, fragte ich leise. Etwas widerwillig drehte er seinen Kopf in meine Richtung und sah mich an. \u201eHmm\u201c, murmelte er \u2013 wie mir schien \u2013 leicht genervt. Tief einatmen. Nichts falsch interpretieren. Das k\u00f6nnte auch nach hinten losgehen.<br \/>\n\u201eIch bin nicht\u2026 Ich will nicht\u2026\u201c, fing ich an, wusste aber nicht weiter. Alle m\u00f6glichen Gedanken flogen durch meinen Kopf. So viel, was ich sagen wollte \u2013 oder aber auch besser f\u00fcr mich behalten sollte. Ich wusste nicht, wo ich die Grenze ziehen sollte.<br \/>\nIrritiert zog er die Augenbrauen zusammen. \u201eWas bist oder willst du nicht?\u201c, fragte er nach. Offensichtlich hatte ich sein Interesse an diesem Gespr\u00e4ch geweckt. Immerhin. Ich r\u00e4usperte mich und fuhr mir nerv\u00f6s durch die Haare. \u201eBist du gl\u00fccklich?\u201c, fragte ich geradeheraus und sah ihm in die Augen.<br \/>\n\u201eKlar\u201c, entgegnete er. Kurz und einfach formuliert. Wahrlich eine rhetorische Meisterleistung. Und so tiefgr\u00fcndig. Ich sp\u00fcrte, wie die Wut in mir die Oberhand gewann. \u201eSch\u00f6n. Es macht dich also gl\u00fccklich, jeden Tag etwas zu essen auf dem Tisch stehen zu haben wenn du heimkommst. Es dir auf der Couch mit dem Laptop bequem zu machen. Kurz nach elf Uhr todm\u00fcde ins Bett zu fallen, auch am Wochenende. Das sind ja echt hochtrabende Anspr\u00fcche, die du hast. Und so abwechslungsreich!\u201c Meine Antwort triefte nur so vor Sarkasmus.<\/p>\n<p>Ergeben klappte er den Laptop zu und stellte ihn auf den Couchtisch. \u201eHeute sind wir ja wieder mal sehr gut gelaunt\u2026\u201c, murmelte er, bevor er sich leicht zu mir drehte und mich ansah. \u201eFein! Es f\u00e4llt dir auf! Das freut mich aber! Ich dachte schon, du registrierst mich gar nicht mehr!\u201c, rief ich. Ich war aufgew\u00fchlt. Merkte, wie mir das Blut in den Kopf schoss und mein Gesicht erhitzte.<br \/>\n\u201eWas soll das? Nat\u00fcrlich registriere ich dich!\u201c, sagte er beleidigt. \u201eDann rede mit mir! Erz\u00e4hl mir, wie dein Tag war! Was du erlebt hast! Was in deinem Leben vorgeht!\u201c Ich sprang auf und ging im Wohnzimmer hin und her. Wie ein Tiger, der nerv\u00f6s in seinem Gehege umherstreift. Immer wieder blickte ich ihn aus den Augenwinkeln an. Und merkte, dass er leicht den Kopf sch\u00fcttelte. Er verstand mich nicht.<br \/>\nIch blieb stehen und atmete durch. \u201eIch erz\u00e4hle dir jetzt, wie es mir geht, in Ordnung? Falls es dich interessiert\u2026\u201c, sagte ich wieder etwas ruhiger. Er sah mich an, seinen Blick konnte ich nicht deuten. \u201eNur zu\u201c, antwortete er und lehnte sich mit verschr\u00e4nkten Armen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Unterbewusst registrierte ich diese abwehrende K\u00f6rpersprache. Meine Reaktion darauf war ein emotionaler Ausbruch. \u201eICH bin nicht gl\u00fccklich! ICH will so nicht weitermachen! ICH will, dass sich etwas \u00e4ndert!\u201c Meine Stimme brach ab. Ich zitterte.<br \/>\nEr sah mich aufmerksam an. Blieb ganz ruhig. \u201eDu willst so nicht weitermachen\u2026\u201c, wiederholte er eine meiner Aussagen. Sie d\u00fcrfte ihn wachger\u00fcttelt haben. Ich stellte mich vor ihn hin, mittlerweile liefen Tr\u00e4nen \u00fcber mein Gesicht. \u201eICH\u2026 vermisse dich!\u201c, schluchzte ich und fing an zu weinen.<br \/>\nSanft zog er mich zu sich auf die Couch und nahm mich in den Arm. So wie fr\u00fcher. Ich krallte mich mit meiner ganzen Kraft an ihm fest und verbarg mein Gesicht in seiner Brust.<br \/>\nPl\u00f6tzlich war sie wieder da. Diese N\u00e4he, die ich so sehr vermisst hatte. Den Kontakt, die W\u00e4rme, die Streicheleinheiten. Er k\u00fcsste meine Stirn und hielt mich weiter fest. Langsam beruhigte ich mich wieder und lockerte meine Umarmung.<br \/>\nAls er das merkte, l\u00f6ste er sich vorsichtig und nahm mein Gesicht in beide H\u00e4nde. \u201eWas kann ich tun?\u201c, fragte er leise und sah mich an. \u201eMich beachten. Mich nicht als selbstverst\u00e4ndlich ansehen. Mich in dein Leben einbeziehen. So wie fr\u00fcher\u201c, fl\u00fcsterte ich.<br \/>\nEr nickte leicht. Irgendetwas in seinem Blick irritierte mich. \u201eUnd was kannst du tun?\u201c, fragte er weiter. Mein Atem setzte kurz aus. Mit dieser Frage hatte ich nicht gerechnet. War ich etwa schuld? Hatte ich es so weit kommen lassen?<\/p>\n<p>Ich setzte mich aufrecht hin und wich leicht zur\u00fcck. Er lie\u00df seine H\u00e4nde sinken und sah mich erwartungsvoll an. \u201eWenn es so ist, wie es jetzt ist, und es dir nicht gef\u00e4llt, bin ich nicht allein daf\u00fcr verantwortlich\u201c, erkl\u00e4rte er mit ruhiger Stimme. \u201eIch komme offensichtlich nur besser damit zurecht, weil ich diese Art von Anspr\u00fcchen nicht habe. Nicht so wie du\u201c, sprach er weiter. Nach wie vor fixierte er mich mit seinem Blick.<br \/>\nSeine Aussagen machten mir Angst. \u201eW\u00fcrdest du den Rest deines Lebens so weiterleben wollen?\u201c, fragte ich ungl\u00e4ubig. Er zuckte mit den Schultern. \u201eF\u00fcr mich ist es gut so, wie es ist. Ich liebe dich, und ich denke, dass wei\u00dft du auch. Aber soll ich dir nach zehn Jahren immer noch Blumen bringen und mit dir ausgehen? Ich finde, aus dem Alter und dieser Art von Beziehung sind wir drau\u00dfen.\u201c Seine Stimme klang liebevoll, aber seine Worte waren kalt.<br \/>\nEr w\u00fcrde so weitermachen. Jeden Tag, einfach so weitermachen. Ihm gefiel es, er war zufrieden. Ich kannte mich nicht mehr aus. \u201eWarum fragst du mich dann, was ich tun kann? H\u00e4tte ich \u00fcberhaupt eine M\u00f6glichkeit, irgendetwas zu beeinflussen? Wenn f\u00fcr dich sowieso alles passt, so wie es ist?\u201c Seine Erkl\u00e4rungen waren f\u00fcr mich widerspr\u00fcchlich.<\/p>\n<p>Jetzt war er es, der aufstand und durch den Raum wanderte. Er blieb vor dem B\u00fccherregal stehen und las die Buchr\u00fccken, die auf seiner Augenh\u00f6he standen. Ich sah ihm nach und wartete auf eine Antwort. Eine Reaktion. Irgendetwas. Eine kleine Ewigkeit sa\u00df ich auf der Couch, w\u00e4hrend er in Ruhe die B\u00fcchertitel zu lesen schien.<br \/>\n\u201eDu kannst gerne etwas tun. Etwas anders tun. Dich ver\u00e4ndern. Ich habe mich f\u00fcr dich entschieden, egal, wie du dich ver\u00e4nderst. Wenn du dich ver\u00e4nderst. Dasselbe w\u00fcnsche ich mir von dir. Ganz einfach\u201c, erkl\u00e4rte er. Ohne mich dabei anzusehen.<\/p>\n<p>Ganz einfach. So einfach war das aber nicht. Ich lehnte mich zur\u00fcck und starrte an die Zimmerdecke. Nat\u00fcrlich akzeptierte ich ihn so, wie er war. Ich wollte ihn nicht ver\u00e4ndern. Oder etwa doch? War es so egoistisch, mehr Beachtung in der Beziehung zu verlangen? Was sollte ich jetzt mit seiner Aussage anfangen? Ich bemerkte, dass er sich wieder zu mir drehte. \u201eIch geh schlafen. Gute Nacht. Hab dich lieb\u201c, beendete er unser Gespr\u00e4ch und verlie\u00df das Zimmer.<br \/>\nPerplex blieb ich zur\u00fcck. Ich konnte mich ver\u00e4ndern, und er w\u00fcrde mich weiter lieben. Aber er w\u00fcrde sich nicht ver\u00e4ndern, und das musste ich akzeptieren. Er kam mir nicht entgegen. War nicht der Meinung, dass er einen kleinen Kompromiss eingehen k\u00f6nnte. Was hatte ich davon, mit einem Menschen zusammenzuleben, der mich liebte \u2013 aber mit dem ich nicht gl\u00fccklich war?<br \/>\nWieder poppte ein Gedanke auf: Du liebst ihn auch. Aber pl\u00f6tzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob es wirklich noch Liebe war. Von drau\u00dfen h\u00f6rte ich Gepl\u00e4tscher aus dem Badezimmer und seine Schritte, als er ins Schlafzimmer ging. Er machte so weiter wie immer. Weil es f\u00fcr ihn so in Ordnung war, wie es jetzt war.<br \/>\nStumm flossen wieder Tr\u00e4nen \u00fcber mein Gesicht, und ich schloss die Augen. Mein Herz war noch schwerer geworden an diesem Abend. So hatte ich mir den Verlauf des Gespr\u00e4chs wirklich nicht vorgestellt. Ich presste die Lippen zusammen und versuchte krampfhaft, nicht laut aufzuschluchzen. Das sollte er nicht h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ich wartete ein paar Minuten und ging dann leise ins Badezimmer, um meinen Pyjama anzuziehen und die Z\u00e4hne zu putzen. Als ich fertig war und ins Schlafzimmer ging, um mich auf meine Seite des Bettes zu legen, traf mich die Ern\u00fcchterung wie ein Schlag auf den Kopf. ICH wollte so nicht weitermachen.<br \/>\nEr lag mit dem R\u00fccken zu mir gedreht, und schlief. Er schlief tief und fest. Wie an jedem anderen Tag. Als ob auch die Unterhaltung von vorhin nur ein weiterer Smalltalk von vielen gewesen war. Aufmerksam lauschte ich seinen gleichm\u00e4\u00dfigen Atemz\u00fcgen.<br \/>\nF\u00fcr einen Augenblick beneidete ich ihn. Daf\u00fcr, dass es f\u00fcr ihn so einfach war. Daf\u00fcr, dass es nicht an ihm nagte. Daf\u00fcr, dass es ihm nicht den Schlaf raubte. Aber ich wollte diesen einfachen Weg nicht gehen. Auch wenn es hie\u00df, eine schwere Entscheidung zu treffen. Wobei\u2026 Vielleicht hatte ich die Entscheidung schon l\u00e4ngst getroffen. Das heutige Gespr\u00e4ch hatte es m\u00f6glicherweise nur offensichtlich gemacht.<br \/>\nDa lag ich nun, Seite an Seite mit einem Mann, mit dem ich die letzten zehn Jahre meines Lebens verbracht hatte. Der mir oft so nah gewesen war wie kein anderer Mensch in meinem Leben. So nah, dass es weh getan hatte, wenn er nicht da war.<br \/>\nJetzt tat es auch weh. Doch jetzt war der Grund der, dass wir uns im selben Raum befanden und ich trotzdem das Gef\u00fchl hatte, dass er nicht da war. Diese Tatsache schmerzte. Sie schmerzte unendlich. Die Erkenntnis, dass diese Beziehung vielleicht keine Zukunft mehr hatte, zerriss mir das Herz. Aber ich wollte es noch einmal versuchen. Das war ich uns beiden schuldig.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Petra Hechenberger<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=403\">verliebt verlobt verboten<\/a>| Inventarnummer: 16007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(inspired by One Direction\u2019s Song) Lustlos stocherte ich in meinem Abendessen herum. Heute war einer jener Tage, an denen ich kaum Appetit hatte. Meine Gem\u00fctslage schlug mir wieder einmal auf den Magen. Ich seufzte und trank einen Schluck Wasser. W\u00e4hrenddessen blickte ich auf mein Gegen\u00fcber. Sein Appetit war vollkommen in Ordnung. 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