{"id":3791,"date":"2015-12-01T15:40:27","date_gmt":"2015-12-01T15:40:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3791"},"modified":"2015-12-28T16:23:33","modified_gmt":"2015-12-28T16:23:33","slug":"kenntnisse-einer-ehebrecherin-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3791","title":{"rendered":"Kenntnisse einer Ehebrecherin Teil 3"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3791&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3791&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Niemandem konnte ich mich anvertrauen, selbst die aufgeschlossensten Bekannten h\u00e4tten das nicht verstanden. Ich verkehrte in K\u00fcnstlerkreisen, und da war man einiges gew\u00f6hnt. Ein verheirateter Liebhaber fiel da nicht weiter ins Gewicht. Ungew\u00f6hnlicher schon, dass die Ehefrau diesen Ehebruch aktiv betrieben hatte, mich also eingeladen hatte, es mit ihrem Mann zu treiben, m\u00f6glichst oft, damit ihr Eheschiff in ruhigeren Gew\u00e4ssern fahren oder sogar ankern konnte.<br \/>\nAber diese andere Frau, die er nun zus\u00e4tzlich begl\u00fcckte, das h\u00e4tte keiner verstanden. So hielt ich lieber gleich den Mund, ich wollte ja keine Skandalprotagonistin und damit im Mittelpunkt des Geredes sein. Keiner wusste, wie sich mein Sexualleben oder das meines Gespielen gestaltete. Letzteres war sogar mir ein R\u00e4tsel. Es war ja nicht so, dass er seine wochent\u00e4glichen Besuche bei mir reduzierte oder gar einstellte, nein, lediglich der Samstagsbesuch wurde zur Seltenheit, sonntags war ohnehin von Beginn an seine Frau an der Reihe. Ich war schon so gew\u00f6hnt an diesen Rhythmus, dass ich nichts Besonderes dabei fand, die Wochentagsfrau zu sein, w\u00e4hrend meiner Meinung nach die andere zur Samstagsfreundin geworden und seine Ehefrau die Sonntagsdame geblieben war.<br \/>\nWo er die Energie hernahm, war mir schleierhaft. Die anstrengende Arbeit auf der Baustelle, die Kurzdusche, dann der Katzensprung in meine Wohnung, anschlie\u00dfend heim zu Frau und Kindern. Er war zufrieden, wollte es genau so und nicht anders.<\/p>\n<p>Ich jedoch begann mich umzusehen, denn anscheinend kam eine Zeit des Zweifels f\u00fcr mich, ob ich ewig so weitermachen wollte. Die Wochenenden ausschlie\u00dflich alleine zu verbringen, war kein Vergn\u00fcgen mehr. Ging ich aus, sah ich Paare, die gemeinsam ihre arbeitsfreien Tage genossen. Rief ich eine Freundin an, so kam es nur in Ausnahmef\u00e4llen zu einer zweisamen Unternehmung mit ihr, denn am Wochenende war Beziehungspflege mit dem jeweiligen Partner angesagt. Ja, wir kamen alle in das Alter, in dem solche Dinge wichtig wurden, und ich war es leid, offiziell als das arme Singlewesen zu gelten, das hie und da zu einer Veranstaltung mitgenommen wurde. Dem Junggesellen vorgestellt wurden, solche, die diesen Status gerne verlieren wollten, und welche, die sich recht wohl in ihrer Rolle f\u00fchlten und auf schnellen Sex aus waren. Die letzte Gruppe interessierte mich \u00fcberhaupt nicht, so einen hatte ich schon. Montags bis freitags, f\u00fcr eine gute Stunde am fr\u00fchen Abend.<\/p>\n<p>Ich begann, mich zu entziehen. War w\u00e4hrend der Woche zuerst einmal nicht da, dann schaltete ich das Telefon aus. H\u00f6rte die Sprachnachricht ab, antwortete aber nicht darauf. Er hatte keine Anspr\u00fcche und das konnte er ruhig bemerken. Dieses Spiel betrieb ich zuerst an einem Tag der Woche, dann an einem zweiten, bis er schlie\u00dflich Lunte roch und mich zur Rede stellte: <em>Magst du nicht mehr?<\/em><\/p>\n<p>Doch, das Eine wollte ich schon. Aber das andere, damit Verbundene eben nicht mehr. Kein Warten auf den Auftritt des Figaro. Kein Wochenende ohne Kontakte. Die nicht zielgerichtete Z\u00e4rtlichkeit begann mir zu fehlen, und dass mir jemand in der Fr\u00fch einen Kopfpolster wegzog. Immer alleine schlafen, niemals jemanden zum Reden haben am Abend, das wollte ich nicht mehr. Ich wollte einen Freund. Einen richtigen Partner. Es war so weit. Unsere Liaison neigte sich dem Ende zu.<\/p>\n<p>Ich musste es ihm sagen, und seiner Frau ebenfalls. Die andere war mir egal. Vielleicht w\u00fcrde sie mit Freuden die freiwerdenden Tage \u00fcbernehmen. Sie wirkte nicht so, als w\u00e4re sie eine Kostver\u00e4chterin.<br \/>\nIch vertraute auf die Schl\u00e4ue seiner Frau, die ich schon fr\u00fcher bewundert hatte. Vielleicht w\u00fcrde sie es mir sogar abnehmen, dieses schwierige Gespr\u00e4ch mit ihm zu f\u00fchren. Also los.<br \/>\nDiesmal wollte ich sie vorwarnen und nicht einfach vor ihrer Haust\u00fcre stehen. Beim letzten und einzigen Mal, als es dazu gekommen war, hatte sie mir vor dem Gehen noch ihre neue Handynummer gegeben, man k\u00f6nne ja nie wissen, hatte sie gemeint. Auch damit hatte sie recht.<\/p>\n<p>Ich schrieb ihr ein SMS des Inhalts, dass wir uns treffen sollten, am liebsten recht bald, zu einem Spaziergang vielleicht. Sie rief zwanzig Minuten sp\u00e4ter zur\u00fcck und meinte, die Kinder jetzt zu einer Freundin gebracht und daher Zeit f\u00fcr unser Gespr\u00e4ch zu haben.<\/p>\n<p>Sie kam mir auf dem Kiesweg entgegen und sah besser aus, als ich sie in Erinnerung hatte. Frischer, ausgeruhter und irgendwie munterer. Vermutlich waren ihre Kinder aus dem anstrengendsten Nicht-Schlaf-Alter herau\u00dfen. Ich kannte mich bei so etwas ja nicht so gut aus, aber das musste eine Plage sein, das Munterbleiben in der Nacht, mit einem kleinen Schreihals auf dem Arm.<br \/>\nSie war wie bei unseren vorangegangenen Gespr\u00e4chen direkt und keineswegs verlegen, nicht so ich.<br \/>\nEs gebe wohl Gespr\u00e4chsbedarf, meinte sie, und ich bejahte. Gut, dass ich gekommen sei, sagte sie gleich. Sie h\u00e4tte ohnehin wieder einmal mit mir reden wollen.<\/p>\n<p>Nichts solle verkompliziert werden, war ihre Meinung, und sie war daf\u00fcr, die Dinge gleich beim Namen zu nennen. Ich sagte, f\u00fcr mich sei es Zeit zu gehen, diese Viererkonstellation zu verlassen. Sie schien irritiert. Ihr Mann habe recht zufrieden und ausgeglichen gewirkt, als er morgens aus dem Haus gegangen sei, ob er schon davon wisse? Ich verneinte.<br \/>\nDaraufhin bat sie mich, noch ein wenig zu warten, bis es einen geeigneteren Zeitpunkt f\u00fcr diese Er\u00f6ffnung gab. Oder ob ich bereits jemand anderen im Auge h\u00e4tte, weswegen ich diesen Schritt andachte, und es deswegen eilig h\u00e4tte?<\/p>\n<p>Nein, keineswegs, versicherte ich ihr, und ich wollte sicher keine Schwierigkeiten machen, der Sex sei auch immer noch ausgezeichnet, aber ich h\u00e4tte gerne eine Beziehung in meinem Leben, mir k\u00e4me das alles zunehmend hohl und substanzlos vor, doch besondere Eile h\u00e4tte ich nicht. Ich wollte sie nur darauf vorbereiten, dass sich vermutlich etwas \u00e4ndern werde.<br \/>\nSie seufzte irgendwie beruhigt, dann hatte sie einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.<\/p>\n<p>\u201eUnser Nachbar, Liebes, der sucht eine Freundin. Ein sehr attraktiver Mann. Hat mir anvertraut, dass er es satt hat, jeden Abend alleine zu sein. Am Wochenende f\u00e4llt ihm die Decke auf den Kopf. Am liebsten w\u00fcrde er durcharbeiten, damit er nicht merkt, wie einsam er ist. Der ist eine gute Partie. Ich w\u00fcrde ihn dir gerne vorstellen. Oder du versuchst ihn wie zuf\u00e4llig in der N\u00e4he seiner Arbeit kennenzulernen, er arbeitet immer lange, bis nach 20 Uhr, danach k\u00f6nntest du ihm \u00fcber den Weg laufen. Sein B\u00fcro liegt gleich neben einer kleinen Bar.\u201c<\/p>\n<p>So verlie\u00df ich die Frau mit einem Zettel in der Tasche und recht verwirrt. Hatte ich nun etwas erreicht oder nicht? War das jetzt so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte?<\/p>\n<p>Kaum war ich in der Stra\u00dfenbahn, erreichte mich ein SMS von ihr: Sch\u00e4tzchen, damit wir uns richtig verstehen: Ich meine nat\u00fcrlich zus\u00e4tzlich, nicht stattdessen. Herzliche Gr\u00fc\u00dfe, Isabella.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tina Fanta<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 15114<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niemandem konnte ich mich anvertrauen, selbst die aufgeschlossensten Bekannten h\u00e4tten das nicht verstanden. Ich verkehrte in K\u00fcnstlerkreisen, und da war man einiges gew\u00f6hnt. Ein verheirateter Liebhaber fiel da nicht weiter ins Gewicht. 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