{"id":3706,"date":"2015-11-21T12:56:33","date_gmt":"2015-11-21T12:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3706"},"modified":"2015-11-21T16:01:12","modified_gmt":"2015-11-21T16:01:12","slug":"beginning","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=3706","title":{"rendered":"Beginning"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3706&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts3706&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p><em>(inspired by Criminal Minds)<\/em><\/p>\n<p>\u201eDer Pittsburg-Fall ist abgeschlossen. Die Gruppe fliegt gleich weiter zum n\u00e4chsten Fall. Sie sind morgen um acht Uhr fr\u00fch dort\u201c, erkl\u00e4rte Garcia. Donia blickte auf die Uhr an der Wand, es war zehn Uhr abends.<br \/>\n\u201eWir haben heute 14 Stunden durchgearbeitet. Du kannst nach Hause gehen und schlafen. Die Verschl\u00fcsselungsprogramme laufen von alleine. Ich mache alles fertig und lege mich dann im Bereitschaftszimmer aufs Ohr\u201c, schlug Donia vor und nahm einen Schluck Kaffee.<br \/>\n\u201eNormalerweise mache ich immer alles fertig. Aber &#8230;\u201c &#8211; sie g\u00e4hnte &#8211; \u201edie letzten Tage waren heftig. Meine Augen brennen und mein Kopf explodiert bald\u201c, stellte Garcia fest und sah Donia an. Die l\u00e4chelte und prostete ihr mit der Kaffeetasse zu.<br \/>\n\u201eNa dann &#8230; Du gehst nach Hause und ich erledige alles. Glaub mir, ich schaff das schon\u201c, beruhigte Donia ihre Kollegin. Garcia grinste und klopfte Donia mit der Hand aufs Knie. \u201eWei\u00df ich doch. Danke, S\u00fc\u00dfe\u201c, antwortete sie, stand auf und schnappte sie ihre Tasche. Dann deutete sie eine Verbeugung an.<br \/>\n\u201eIch bin eine Wolke. Gute Nacht. Ich bin um sieben wieder hier\u201c, erkl\u00e4rte Garcia m\u00fcde und ging. Donia legte die F\u00fc\u00dfe auf den Tisch und sah den Buchstaben und Zahlen auf den Monitoren zu, wie sie langsam von oben nach unten prasselten.<\/p>\n<p>Recht bald starrte Donia ins Leere, das Verschl\u00fcsselungsprogramm verfrachtete sie in einen Trancezustand. Sie musste an Sonntagnachmittag denken. Es war ein sommerlicher Tag, und sie hatte es sich an einem der kleinen Seen in der Stadt mit einer Decke gem\u00fctlich gemacht.<br \/>\nTriangle war nur einen Steinwurf vom B\u00fcro entfernt, sie fuhr mit dem Rad zur BAU. Das kleine Apartment, das sie gefunden hatte, war ein Gl\u00fccksgriff. Sowohl von der Lage als auch vom Preis. Es gefiel ihr hier.<br \/>\nSie hatte ihr Buch zur Seite gelegt, lag mit geschlossenen Augen auf der Decke und lie\u00df die warmen Sonnenstrahlen ihre Haut erw\u00e4rmen. Mit tiefen Atemz\u00fcgen genoss sie den Duft der umliegenden B\u00e4ume und der Blumen, die auf der Wiese wuchsen. Kindergeschrei und das Gel\u00e4chter der Eltern vernahm sie nur leise.<\/p>\n<p>Dann registrierte sie Schritte im Gras und die Anwesenheit einer Person, die sich aber nicht bemerkbar machte. Donia blieb ruhig und wartete ab. Die Person stellte sich in die Sonne, sodass Donias Gesicht im Schatten lag. Dann h\u00f6rte sie ein R\u00e4uspern.<br \/>\n\u201eWas treibt dich in meine Gegend, Reid?\u201c, fragte sie und \u00f6ffnete die Augen. Vor ihr stand Spencer Reid. In den letzten Wochen hatte sie ihn und die anderen n\u00e4her kennengelernt. Sie war fasziniert von seinem Wissen und seiner Intelligenz. Diese Eigenschaften machten ihn f\u00fcr sie anziehend.<br \/>\n\u201eIch war mit Agent Griffin unterwegs, Andy wohnt gleich da hinten\u201c, deutete Reid kurz hinter sich. \u201eIch war mir nicht sicher, ob ich dich richtig erkannt habe\u201c, sprach er weiter und sah Donia an. Er mochte sie. Sie hatte sich in die Gruppe eingeordnet und ihren Platz gefunden. Sie war intelligent und hatte eine schnelle Auffassungsgabe.<br \/>\nIhre Aufgaben erledigte sie mit hoher Pr\u00e4zision. Und sie war h\u00fcbsch. Hatte tiefgr\u00fcndige, gr\u00fcne Augen und ein s\u00fc\u00dfes L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>\u201eDr. Reid, du bist nicht durchsichtig. Geh mir aus der Sonne und setz dich her\u201c, schlug Donia lachend vor. Er setzte sich zu ihr und beobachtete sie, w\u00e4hrend sie sich aufsetzte und ihm Platz machte. Sie trug ein Neckholder-Top und eine kurze Jeans. Ihre Muskeln bewegten sich unter ihrer gleichm\u00e4\u00dfig gebr\u00e4unten Haut. Im B\u00fcro trug sie stets eine lange Hose, Bluse und\/oder Blazer. Er f\u00fchlte sich zu ihr hingezogen, schon l\u00e4ngere Zeit.<br \/>\nEr erkannte ein Tattoo unterhalb ihres rechten Kn\u00f6chels. Zwei chinesische Schriftzeichen. \u201eWas bedeutet das?\u201c, fragte er und deutete mit dem Kopf auf das Tattoo. Donia strich z\u00e4rtlich dar\u00fcber. \u201eDie Zeichen stehen f\u00fcr Gottesgeschenk. Donia bedeutet so viel wie die von Gott Geschenkte\u201c, erkl\u00e4rte sie.<br \/>\n\u201eDu bist gl\u00e4ubig?\u201c, hakte Reid nach. Donia sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNicht im herk\u00f6mmlichen Sinn. Ich glaube nicht, dass ein alter Mann mit Rauschebart die Erde in sechs Tagen erschaffen hat. Ich gehe nicht in die Kirche. Ich glaube, dass es Dinge gibt, die man durch Logik und Wissenschaft nicht erkl\u00e4ren kann. Zwischenmenschliches, das Wesen des Menschen. Eine spirituelle Ebene, schwer zu beschreiben. Andere beschreiben das mit dem Wort Gott.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWarum haben dich deine Eltern Donia genannt?\u201c Reid war wie ein kleines Kind. Wenn er etwas wissen wollte, fragte er einfach. Sie fand das am\u00fcsant und sah ihn an. \u201eWird das hier jetzt ein Verh\u00f6r?\u201c, grinste sie. \u201e\u00dcberhaupt nicht. Ich wollte nicht &#8230;\u201c, begann Reid sofort und hob entschuldigend die Hand. Donia winkte ab.<br \/>\n\u201eSchon OK. Die Schwangerschaft war nicht einfach. Phasenweise war nicht klar, ob wir beide es \u00fcberleben w\u00fcrden. Ich kam sechs Wochen zu fr\u00fch auf die Welt. Anfangs schwach, aber ich hab&#8217;s \u00fcberlebt. Und meine Mutter auch\u201c, schloss sie ihren Monolog und nahm einen Schluck aus ihrer Wasserflasche.<\/p>\n<p>Reid h\u00f6rte ihr gerne zu. Ihre Stimme hatte eine angenehme Tonlage. Auch Donia gefiel jedes Gespr\u00e4ch mit Reid, sie freute sich, dass er sich f\u00fcr andere interessierte. Dass er sich f\u00fcr sie interessierte. Donia strich ihre langen braunen Haare aus dem Gesicht und wickelte sie in einen lockeren Zopf.<br \/>\nSie sa\u00dfen sich gegen\u00fcber, sahen sich aber nicht in die Augen. \u201eDas ist sch\u00f6n\u201c, sagte Reid leise. Er blickte umher und spielte mit seinen Fingerspitzen an dem Flaschenverschluss herum. Er war nerv\u00f6s. Das hatte Donia durch die Handbewegung erraten. Es gefiel ihr, sie war es n\u00e4mlich auch. Sie mochte ihn. Seine Ausstrahlung hatte sie eingenommen, obwohl er rein \u00e4u\u00dferlich keiner ihrer bisherigen M\u00e4nnerbekanntschaften entsprach.<br \/>\nDonia beschloss, die Initiative zu ergreifen. Sie beugte sich leicht vor und st\u00fctzte ihre H\u00e4nde an ihrer Wasserflasche ab. \u201eDu bist nerv\u00f6s, kann das sein?\u201c, fragte sie leise. Ein leichtes L\u00e4cheln umspielte ihren Mund. Er sah sie an und runzelte kurz die Stirn. \u201eWir profilen uns nicht in der Gruppe\u201c, meinte er trocken und h\u00f6rte auf, mit dem Flaschenverschluss zu spielen. \u201eIch frage dich ja. Also?\u201c, blieb Donia hartn\u00e4ckig.<br \/>\nEr beugte sich nun ebenfalls vor und sah ihr in die Augen. \u201eScheinbar nicht nerv\u00f6ser als du. Stimmt&#8217;s?\u201c, grinste er und hob die Augenbrauen. Donia brach den Augenkontakt ab und schloss die Augen. Ihr Blinzeln hatte sie wieder verraten. Sie fingen beide an zu lachen. \u201eWarum bist du nerv\u00f6s?\u201c, fragte er und sah sie wieder an.<br \/>\nDonia seufzte. \u201eWeil ich gerade mit dir hier sitze. Alleine\u201c, sagte sie leise und sah ihn an. \u201eWarum, was hei\u00dft gerade mit mir?\u201c, hakte er nach. Sie sch\u00fcttelte den Kopf und lachte leise. \u201eSpencer Reid, du bist ein Genie der Wissenschaften, aber ein Kleinkind in Sozialverhalten.\u201c<br \/>\n\u201eHey, ich bin aufgeschlossen. Erkl\u00e4r es mir. Ich lerne immer wieder gerne dazu\u201c, sagte er charmant. Eine zarte R\u00f6te erschien auf ihren Wangen. Sie kicherte sch\u00fcchtern. Dann r\u00e4usperte sie sich und sah ihn wieder an. \u201eIch mag dich. Und ich f\u00e4nde es sch\u00f6n, wenn wir uns besser kennenlernen w\u00fcrden\u201c, sagte sie tapfer.<\/p>\n<p>Reid mochte ihre direkte Art. Er konnte ihr ansehen, dass es sie \u00dcberwindung gekostet hatte, es laut auszusprechen. Ihre Wangen waren immer noch ger\u00f6tet, ihre Augen blinzelten im Sekundentakt. Ein angenehmes, warmes Gef\u00fchl machte sich in seiner Magengegend breit. Dieses Gef\u00fchl hatte er noch nicht oft erlebt. Aber er wusste, was sich daraus entwickeln konnte.<br \/>\nEr nahm seinen ganzen Mut zusammen. Im Umgang mit Frauen war er nicht sehr erfahren. Aber wenn sie ihm schon offenbart hatte, dass sie ihn mochte, konnte er nicht falsch liegen. Er st\u00fctzte sich mit einer Hand neben Donia ab und kam langsam n\u00e4her. Gleichzeitig griff er mit der anderen Hand nach ihrem Gesicht und streichelte z\u00e4rtlich ihre Wange.<br \/>\nDonia stockte der Atem. Sie sp\u00fcrte seine warme Hand an ihrem Gesicht. Es f\u00fchlte sich gut an. Je n\u00e4her er kam, desto mehr verlor sich Donia in seinen dunkelbraunen Augen. Wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht hielt er inne. Er konnte ihre Anspannung sp\u00fcren, ihm ging es nicht anders. \u201eKennenlernen ist eine tolle Idee\u201c, murmelte er und l\u00e4chelte leicht.<br \/>\nSie l\u00e4chelte ebenfalls kurz, dann kam sie ihm die letzten Zentimeter entgegen. Sie schloss die Augen. Ihre Lippen trafen sich f\u00fcr einen Sekundenbruchteil. Sie konnte die W\u00e4rme seines K\u00f6rpers erahnen und schmiegte sich in seine Hand, die immer noch ihre Wange streichelte.<br \/>\nEr konnte sp\u00fcren, wie sie durch die Nase ausatmete. Der Luftzug ihres warmen Atems streifte seine Wange und lie\u00df ihm einen wohltuenden Schauer \u00fcber den R\u00fccken laufen. Reid k\u00fcsste sie nochmal, diesmal l\u00e4nger. Er genoss ihre zarten Lippen, die leicht nach Beeren schmeckten. Donia hatte einen Arm um seine Schulter gelegt und fuhr z\u00e4rtlich \u00fcber seinen Hinterkopf.<br \/>\nSie trennten sich mit einem L\u00e4cheln voneinander. \u201eEine ganz tolle Idee\u201c, sagte Donia. \u201eMorgen? Abendessen? 8 Uhr?\u201c, fragte Reid und wartete auf eine Antwort. Donia blinzelte kurz und r\u00e4usperte sich. \u201e\u00c4h &#8230; ja &#8230; klar &#8230; gerne\u201c, stammelte sie vor sich hin.<\/p>\n<p>Zu dem Abendessen war es aber nicht gekommen, Sonntagabend war der Pittsburgh-Fall angelaufen, dessen Unterlagen gerade \u00fcber Donias Monitor liefen. Seit dem Briefing zum Fall hatte sie Reid nicht mehr gesehen.<br \/>\nEs war eine seltsame Situation, ihre Beziehung vor den anderen zu verbergen. Wobei, von Beziehung konnte keine Rede sein. Aber es war etwas zwischen ihnen, das sie beide herausfinden mussten. Ob mehr dahinter steckte als ein Kuss und vielleicht noch ein Abendessen.<br \/>\nDonia setzte sich wieder normal hin. Die letzten Datens\u00e4tze waren gleich abgelegt, dann konnte sie sich auch noch hinlegen. Doch das Timing meinte es anders. Hotchner rief an. Donia setzte das Headset auf und stellte die Verbindung inklusive Webcam her.<\/p>\n<p>\u201eEinen wundersch\u00f6nen guten Abend, Chief\u201c, sagte sie freundlich und bereitete auf Garcias Rechner ein paar Eingabemasken vor. \u201eHallo Donia, du bist auf laut geschaltet. Wir sitzen im Flieger und gehen gerade die neue Fallakte durch. Kannst du uns noch Input liefern?\u201c, sagte Hotchner. Sie sah auf dem Webcam-Fenster Hotchner, Rossi und JJ. Sie sahen alle m\u00fcde aus.<br \/>\n\u201eBereit, wenn ihr es seid\u201c, grinste Donia in die Webcam. \u201eIch habe mich aber in den Fall noch nicht einlesen k\u00f6nnen\u201c, gab Donia zu bedenken und wartete auf Instruktionen. \u201eKein Problem. JJ, z\u00e4hl kurz die Fakten auf, bitte\u201c, meinte Hotchner und nahm einen Schluck Kaffee.<br \/>\nJJ las aus der Akte vor. \u201eFrauenleiche. Gefunden vor zwei Tagen, im Sheyenne National Grassland, North Dakota. Tod durch Erw\u00fcrgen, vermutlicher Todeszeitpunkt 2. Juni.\u201c Donia hob \u00fcberrascht die Augenbrauen, sie kam aus North Dakota. W\u00e4hrend sie die Parameter in die Suchmaske eintrug, sang sie leise \u201eNorth Dakota, North Dakota, in our hearts forever long\u201c.<br \/>\n\u201eWie war das?\u201c, fragte JJ irritiert nach. \u201eDas waren die letzten Zeilen aus der Landeshymne von North Dakota. Ich bin dort aufgewachsen. Heimvorteil\u201c, erkl\u00e4rte Donia grinsend. JJ l\u00e4chelte in die Kamera und nickte. Im Hintergrund h\u00f6rte Donia pl\u00f6tzlich Morgan. \u201eIch verstehe immer noch nicht, warum wir dorthin m\u00fcssen. Es handelt sich um eine einzelne Leiche, keine Serie\u201c, war sein gerechtfertigter Einwand.<br \/>\n\u201eWisconsin und Ohio meldeten \u00e4hnliche Mordf\u00e4lle in den letzten Monaten. Ebenfalls erw\u00fcrgte Frauen. Daher m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass es sich hier um einen beginnenden Serienm\u00f6rder handeln k\u00f6nnte\u201c, kl\u00e4rte Hotchner die Runde auf. \u201eWas haben diese Bundesstaaten gemeinsam?\u201c, fragte Rossi.<br \/>\n\u201eDen North Country Trail\u201c, antworteten Donia und Reid gleichzeitig auf die Frage. Donia sah \u00fcberrascht auf das \u00dcbertragungsbild, aber Reid war nicht zu sehen. Rossi sah zuerst in die Webcam, und dann dahinter. \u201eNa Reid, macht dir da etwa jemand deine Genialit\u00e4t streitig?\u201c, meinte er s\u00fcffisant.<br \/>\n\u201eDas ist bei mir nur der geografische Vorteil\u201c, sagte Donia schnell. Reid hielt den Augenkontakt mit Rossi im Flugzeug und versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Es reizte ihn, zu JJ und den anderen zu gehen und Donia \u00fcber die Webcam zu sehen. Aber er hielt sich zur\u00fcck. Stattdessen zuckte er nur mit den Schultern und las weiter in seinem Tablet. \u201eDann hast du vielleicht Insiderwissen, mit dem Reid nicht mithalten kann. Was wei\u00dft du noch, Donia?\u201c, fragte Hotchner sachlich nach.<br \/>\n\u201eDieser Fernwanderweg verl\u00e4uft unter anderem durch die drei genannten Bundesstaaten. Wenn die anderen Fundorte mit Abschnitten des Trails \u00fcbereinstimmen, k\u00f6nnen wir annehmen, dass der T\u00e4ter sich an diesen Wanderweg h\u00e4lt. Ich suche mal in den anderen Bundesstaaten, ob es \u00e4hnliche Leichenfunde gibt.\u201c<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter erschienen ein paar Ergebnisse auf ihrem Monitor. \u201eBingo\u201c, rief Donia und sah kurz zur Webcam. \u201eIn allen Bundesstaaten des North Country Trails gab es in den letzten Wochen ungekl\u00e4rte Mordf\u00e4lle. Alle entlang des Trails. Der erste war in New York Anfang M\u00e4rz. Ich schicke euch gleich die Daten\u201c, sagte Donia konzentriert und tippte eifrig in die Tasten.<br \/>\nNachdem die Daten\u00fcbermittlung abgeschlossen war, wartete sie auf weitere \u00dcberlegungen des Teams. Irgendwie fand sie es schade, dass sich Reid nicht blicken lie\u00df. Andererseits war es besser, dann konnte sie sich konzentrieren.<br \/>\nSie hatte bereits einen weiteren Fakt aus den Daten herauslesen k\u00f6nnen, wartete aber noch damit, ihn den anderen zu berichten. Die Leitung war kurz ruhig, als sich das Team die \u00fcbermittelten Daten durchlas.<\/p>\n<p>\u201eWarum denkst du, dass die F\u00e4lle zusammenh\u00e4ngen?\u201c, fragte Rossi bei Donia nach. Sie r\u00e4usperte sich. \u201eStart in New York. Frau. Erw\u00fcrgt. Zwei Wochen sp\u00e4ter: Pennsylvania. Mann. Erstochen. Zwei Wochen sp\u00e4ter: Ohio. Frau. Erw\u00fcrgt. Zwei Wochen sp\u00e4ter: Michigan. Mann. Erstochen. Das geht dann noch so weiter. Wisconsin, Minnesota, North Dakota. Immer derselbe Rhythmus. Immer entlang des Trails. Das ist dieselbe Person.\u201c<br \/>\nRossi nickte best\u00e4tigend und las weiter in den Akten. \u201eWas hat es mit dem Rhythmus auf sich?\u201c, fragte Morgan laut. Donia hatte wieder eine Vermutung, wollte jedoch den anderen auch die M\u00f6glichkeit lassen, ihre \u00dcberlegungen einzubringen.<br \/>\n\u201eDie Mondphasen\u201c, antwortete Reid sofort auf die Frage. Donia musste l\u00e4cheln. Wer, wenn nicht er. \u201eDie Frauen werden bei Vollmond get\u00f6tet, die M\u00e4nner bei Neumond\u201c, erkl\u00e4rte Reid. Donia nickte in die Webcam. \u201eDas ist korrekt. Die pathologischen Befunde grenzen die Todeszeitpunkte auf die Zeiten rund um Voll- und Neumond ein\u201c, best\u00e4tigte sie Reids Aussage.<br \/>\nRossi sah wieder in die Webcam und anschlie\u00dfend direkt zu Reid. \u201eIhr zwei seid ja schon sehr gut eingespielt. Sch\u00f6n langsam komme ich mir ziemlich unn\u00f6tig vor\u201c, stellte er zynisch fest. Allgemeines Gel\u00e4chter war die Antwort. Auch Donia musste lachen und war froh, dass ihre Gesichtsfarbe diesmal im Normbereich blieb.<\/p>\n<p>\u201eKann ich sonst noch was tun?\u201c, fragte sie in die Kamera. Hotchner sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNein. Danke, Donia. Wir melden uns dann morgen fr\u00fch, wenn wir das Briefing im B\u00fcro vor Ort hatten. Gute Nacht\u201c, sagte er ruhig und nickte in die Kamera, bevor er das Gespr\u00e4ch beendete.<br \/>\nDonia speicherte noch einige Suchergebnisse von Optionen, die ihr einfielen. Anschlie\u00dfend ging sie in den Bereitschaftsraum. Ihre Tasche stand noch von gestern Abend hier, eine Garnitur Frischw\u00e4sche hatte sie noch dabei. Sie schmiss sich auf das Bett und schloss die Augen. Jetzt \u00fcberkam sie ebenfalls die M\u00fcdigkeit.<\/p>\n<p>Reid ging durch die Reihen des Flugzeuges. Alle seine Kollegen schliefen oder hatten Kopfh\u00f6rer auf. Sie waren jetzt seit knapp drei Stunden unterwegs. Er konnte nicht schlafen. Donia ging ihm nicht aus dem Kopf. Er beschloss, sich in die hinterste Ecke des Jets zu setzen, um sie anzurufen.<br \/>\nDas Vibrieren ihres Smartphones weckte Donia wieder auf. Sie blinzelte auf das Display. Es war Reid. \u00dcberrascht hob sie ab. \u201eHi. Was brauchst du?\u201c, fragte sie murmelnd und setzte sich auf. Ihre verschlafene Stimme bewirkte bei Reid einen kurzen Atemaussetzer. In seinen Gedanken lag er neben ihr und hielt sie fest. Er dachte an ihre weiche Haut, die er vor ein paar Tagen bei ihrem ersten Kuss ber\u00fchren durfte.<br \/>\n\u201eNichts Dienstliches\u201c, fl\u00fcsterte er und beobachtete weiter die anderen im Flieger. Aber es war alles ruhig. \u201eSondern?\u201c, fragte Donia nach. Sie war irritiert. \u201eAlles OK?\u201c \u201eDenke schon\u201c, erwiderte Reid. \u201eIch habe dich aufgeweckt, stimmt\u2018s?\u201c Seine Stimme klang bedauernd. \u201eJa. Aber ich werde es \u00fcberleben. Ganz bestimmt\u201c, neckte Donia ihn und l\u00e4chelte.<br \/>\n\u201eDas hoffe ich. Unser Abendessen ist noch ausst\u00e4ndig\u201c, meinte er leise und sah aus dem Fenster. Das Flugzeug war gerade irgendwo \u00fcber Iowa. \u201eDas habe ich nicht vergessen\u201c, entgegnete Donia leise und legte sich wieder hin. \u201eUnd ich freue mich nach wie vor darauf. Sehr sogar\u201c, sagte sie leise und sah an die Zimmerdecke.<br \/>\n\u201eIch mich auch\u201c, antwortete er. In den Augenwinkeln bemerkte er, wie Rossi aufstand und in seine Richtung kam. \u201eIch muss aufh\u00f6ren\u201c, sagte er rasch und setzte sich gerade hin. \u201eEs war sch\u00f6n, deine Stimme zu h\u00f6ren. Gute Nacht, Spencer\u201c, fl\u00fcsterte Donia und beendete das Gespr\u00e4ch. Sie legte das Smartphone auf den Tisch und schloss wieder die Augen. Sofort \u00fcberkam sie wieder der Schlaf, der sie von einem wundersch\u00f6nen, romantischen Abendessen tr\u00e4umen lie\u00df.<\/p>\n<p>Reid hatte sein Smartphone noch in der Hand und beobachtete Rossi, der ihm entgegenkam. Er l\u00e4chelte ihm h\u00f6flich zu und nickte. Rossi blieb kurz bei ihm stehen und klopfte ihm grinsend auf die Schulter. \u201eIhr k\u00f6nnt mir nichts vormachen. Sie ist ein nettes M\u00e4dchen. Passt zu dir. Mach was draus, Reid!\u201c, sagte er freundschaftlich und zwinkerte ihm zu. Dann ging er weiter auf die Toilette.<br \/>\nPerplex blieb Reid sitzen. Wie hatte Rossi das herausbekommen? Seine jahrzehntelange Erfahrung durfte man wirklich nicht untersch\u00e4tzen. Er sah auf das Display seines Smartphones. Oder er konnte einfach nur eins und eins zusammenz\u00e4hlen &#8211; am Display war der Gespr\u00e4chspartner des letzten Anrufs noch sichtbar.<br \/>\nReid seufzte und lehnte sich zur\u00fcck. Er mochte es, wenn Donia ihn mit seinem Vornamen ansprach, wie gerade eben. Trotz seiner Gedankenr\u00e4der, die sich sowohl um den Fall als auch um Donia drehten, konnte er bald einschlafen.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag war gepr\u00e4gt von hoher Konzentration und Teamwork. Die Gruppe lieferte neue Informationen aus dem Sheriff-B\u00fcro vor Ort. Donia konnte aufgrund ihrer Kontakte im zust\u00e4ndigen FBI-B\u00fcro in Fargo zus\u00e4tzliche Insider-Informationen beschaffen.<br \/>\nNachdem sie mit Garcia die Informationen gepr\u00fcft hatte, kontaktierte sie sofort Hotchner. \u201eHallo?\u201c, ert\u00f6nte nach kurzem L\u00e4uten seine autorit\u00e4re Stimme. \u201eHallo, Chief. Wir haben neue Infos\u201c, begann Donia. \u201eWarte, ich stelle dich auf laut. Es h\u00f6ren mit Rossi, Morgan, Reid, JJ und Sheriff Bauer\u201c, erkl\u00e4rte Hotchner.<br \/>\nDonia hielt kurz die Luft an. \u201eSheriff Michael Bauer?\u201c, fragte sie vorsichtig nach. Das BAU-Team blickte synchron auf den Sheriff, der mit hochgezogenen Augenbrauen vor dem Telefon stand. \u201eJa, Ma\u2018am. Kennen wir uns?\u201c \u201eKann man so sagen. Hallo, Onkel Mike. Gratuliere, hab nicht gewusst, dass du mittlerweile Sheriff bist\u201c, sagte Donia in einem h\u00f6flichen Tonfall.<br \/>\n\u201eDonia?\u201c, sagte Sheriff Bauer ungl\u00e4ubig und sah in die Runde. \u201eDonia Bauer arbeitet bei euch?\u201c, fragte er Hotchner, der nur nickte. \u201eDu kannst mich auch direkt ansprechen, ich bin nicht mein Vater\u201c, erkl\u00e4rte Donia kurz angebunden. Ihr Vater und sein Bruder waren zerstritten, der Kontakt abgebrochen.<\/p>\n<p>Hotchner und die anderen h\u00f6rten den gestressten Tonfall in Donias Stimme. Auch Reid war es aufgefallen. Er kannte die famili\u00e4ren Hintergr\u00fcnde nicht, aber der Sheriff war ihm seit ihrer ersten Begegnung nicht sehr sympathisch gewesen.<br \/>\n\u201eWie auch immer\u201c, sagte Donia und r\u00e4usperte sich, \u201eIch habe meine Kontakte im FBI-B\u00fcro in Fargo angezapft.\u201c \u201eIch habe die Infos gepr\u00fcft, sehen allesamt valide aus\u201c, meldete Garcia. \u201eDie da w\u00e4ren?\u201c, fragte Morgan.<br \/>\nDonia sprach weiter. \u201eEnde Februar hat im Bundesstaat New York ein Mann seine Frau erstochen. Das Kind hat alles mitangesehen. Die Tochter ist 23 Jahre alt und leidet unter hebephrener Schizophrenie. Die Mutter hatte Kehlkopfkrebs, konnte nicht mehr sprechen. Der Vater gilt als gewaltt\u00e4tig und hat Frau und Kind misshandelt. Der Vater ist in Haft, die Tochter seit Anfang M\u00e4rz abg\u00e4ngig.\u201c<br \/>\n\u201eDas k\u00f6nnte der Ausl\u00f6ser gewesen sein\u201c, sagte Rossi. \u201eMoment mal, Leute. Eine Frau? Ein M\u00e4dchen, gerade mal Anfang 20? Das glaubt ihr doch wohl selbst nicht! Kleine, ich glaube, du liegst falsch!\u201c, platzte Sheriff Bauer heraus und sch\u00fcttelte den Kopf.<\/p>\n<p>Donia sah zu Garcia, die mit offenem Mund in ihre Richtung blickte. In ihr wuchs \u00c4rger \u00fcber ihren Onkel, sie musste sich zusammenrei\u00dfen, ihn nicht anzuschreien. Hotchner kam ihr zuvor. \u201eSheriff Bauer, ich ersuche Sie, meine Agents mit dem n\u00f6tigen Respekt zu behandeln. SSA Donia Bauer ist bereits seit mehreren Jahren im FBI-Dienst und eine erfahrene Datenanalystin. Sie k\u00f6nnen sicher sein, dass wir nur die besten Leute in unserem Team haben.\u201c<br \/>\n\u201eVielleicht ist sie gut als Tippse, aber sonst nicht viel. Bei dem Elternhaus\u201c, murmelte Sheriff Bauer geh\u00e4ssig und fuhr sich mit den H\u00e4nden durch die Haare. Das konnte Donia nicht auf sich sitzenlassen. JJ sah entgeistert zu Hotchner, der ihr mit einer kleinen Handbewegung deutete, ruhig zu bleiben.<br \/>\n\u201eOnkel Mike, es w\u00e4re als angesehener Leiter einer Polizeibeh\u00f6rde, der du sicherlich bist, professioneller, wenn du deine pers\u00f6nlichen Aversionen gegen mich und meine Eltern f\u00fcr diesen Fall hintanstellen k\u00f6nntest. Ich will hier meinen Job machen. Und ich will ihn gut machen. Also werde nicht pers\u00f6nlich und stelle Vermutungen an. Du kennst mich nicht &#8230; mehr\u201c, stellte Donia klar. Sie blieb h\u00f6flich, ihre Stimme klang ruhig, aber bestimmt.<\/p>\n<p>Reid, Morgan, JJ und Rossi warfen sich vielsagende Blicke zu und unterdr\u00fccken ein Schmunzeln. Diese taktvolle Spitze hatte gesessen. Selbst bei Hotchner konnte man f\u00fcr einen Sekundenbruchteil ein Zucken um den Mund erkennen. Reid r\u00e4usperte sich und warf noch ein Sch\u00e4uflein nach.<br \/>\n\u201eBei uns arbeiten nur hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. SSA Bauer hat einen Master in Psychologie und einen Bachelor in Informatik, falls Sie das nicht wussten. Sie haben wohl die Sponsionsfeiern vers\u00e4umt. Unser Team sch\u00e4tzt ihr Wissen und ihre Person. Sie sollten ebenfalls froh sein, dass wir sie zu unserem Team z\u00e4hlen d\u00fcrfen. Und stolz, dass Sie mit ihr verwandt sind!\u201c<br \/>\nEr lehnte ruhig an einem Schreibtisch und fixierte den Sheriff mit seinem Blick. Hotchner runzelte kurz die Stirn und wies den Sheriff zurecht. \u201eIch kann Ihrer Nichte nur zustimmen, Sheriff Bauer. Wenn Sie nicht professionell mit uns zusammenarbeiten k\u00f6nnen, stellen Sie uns einen kompetenten Ersatz zur Verf\u00fcgung, der es kann.\u201c Diese Aussage war scharf und eindeutig.<\/p>\n<p>In der Leitung war es f\u00fcr einige Sekunden auf beiden Seiten ruhig. Garcia zwinkerte Donia grinsend zu und hob einen Daumen. Donia freute sich \u00fcber die Loyalit\u00e4tsbekundungen ihres Chefs. Und auch \u00fcber die von Reid. Er hatte Recht, ihr Onkel war nicht zu ihren Sponsionsfeiern erschienen, obwohl sie ihn eingeladen hatte.<br \/>\nGarcia dr\u00fcckte kurz die Mute-Taste am Telefon. \u201eSoll ich weitermachen?\u201c, fragte sie und verdrehte die Augen. Donia musste lachen. \u201eBitte. Ich brauch \u2018ne Pause\u201c, schnaufte sie und lehnte sich zur\u00fcck. Garcia nickte und dr\u00fcckte nochmals die Mute-Taste.<br \/>\nDer Sheriff hob abwehrend die H\u00e4nde und zuckte ergeben mit den Schultern. \u201eTut mir leid. Sie haben Recht. Sagen Sie, was Sie brauchen. Sie bekommen es\u201c, meinte er leise und trat einen Schritt zur\u00fcck. Er merkte, dass er mit seinen Aussagen zu weit gegangen war. Die ablehnende Haltung jedes einzelnen Agents baute sich vor ihm auf wie eine un\u00fcberwindbare Mauer.<\/p>\n<p>\u201eAlso dann, liebe Leute. Meine \u00fcberaus kompetente Kollegin hat weiters herausgefunden, dass die Familie fr\u00fcher entlang des North Country Trail in den Ferien gecampt hat. Die Tochter kennt also die Strecke. Sie ist, wie gesagt, seit Anfang M\u00e4rz abg\u00e4ngig. Die Kreditkarte des Vaters wurde jedoch in den letzten Wochen drei Mal verwendet. Zwar nicht direkt am Trail, aber in der n\u00e4heren Umgebung. Foto und Personendaten der Tochter sind auf euren Tablets und im Postfach des Sheriff-B\u00fcros.\u201c<br \/>\n\u201eWarum t\u00f6tet sie auch Frauen? Warum t\u00f6tet sie unterschiedlich?\u201c, fragte JJ in die Runde. Es war diesmal Reid, der seine \u00dcberlegungen laut aussprach. \u201eDie Mutter war aufgrund ihrer Krankheit stumm. Die Frauen daher zu erw\u00fcrgen versinnbildlicht die fehlende Stimme. Eventuell hat die Mutter ihre Tochter vor dem Vater nicht besch\u00fctzt.\u201c<br \/>\n\u201eEinen Menschen zu erw\u00fcrgen erfordert Kraft. Eine Frau kann das aber bei einer Frau schaffen. Bei einem Mann nicht\u201c, \u00fcberlegte Morgan laut weiter. Er tippte auf das Tablet, das vor ihm auf dem Tisch lag. \u201eDie M\u00e4nner wurden alle von hinten erstochen. \u00dcberraschungsangriff. Wenn der Stich sitzt, ist das Opfer wehrlos.\u201c<br \/>\n\u201eGenau\u201c, schaltete sich Donia wieder ein. \u201eAlle M\u00e4nner wurden mit einem gezielten Stich in die Lunge get\u00f6tet. Das Opfer kann dadurch nicht mehr laut schreien, es wird ihm die Luft zum Atmen genommen\u201c, erkl\u00e4rte sie weiter.<br \/>\n\u201eDass sie die M\u00e4nner bei Neumond t\u00f6tet, hilft beim \u00dcberraschungsangriff. Sie kann sich besser verstecken. Das Erw\u00fcrgen der Frauen bei Vollmond ist pers\u00f6nlicher. Sie sieht ihnen im Mondschein beim Sterben zu\u201c, dachte Morgan laut und sah zu Hotchner.<br \/>\n\u201eSheriff, machen Sie sich auf die Suche nach der jungen Frau. Die Daten haben Sie soeben bekommen. Dringender Mordverdacht in sieben F\u00e4llen. Danke.\u201c Hotchner sah den Sheriff auffordernd an, der nur kurz nickte und dann den Raum verlie\u00df.<\/p>\n<p>\u201eEr ist weg, Donia\u201c, sagte JJ erleichtert. Donia seufzte kurz auf. \u201eEntschuldigt, dass ihr das mitbekommen habt. Ich habe nicht gewusst, dass er der Sheriff ist. Aber ich musste etwas sagen, nachdem er meine Eltern beleidigt hatte.\u201c<br \/>\nHotchner beugte sich zum Telefon. \u201eDa gibt es nichts zu entschuldigen. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns so gehandelt h\u00e4tte. Au\u00dferdem warst du ja noch recht h\u00f6flich\u201c, sagte er in einem fast v\u00e4terlichen Tonfall.<br \/>\n\u201eOK &#8230; und &#8230; danke\u201c, murmelte Donia ins Telefon. \u201eWof\u00fcr denn?\u201c, fragte JJ nach. \u201eDass ihr mich in Schutz genommen habt &#8230;\u201c, entgegnete Donia leise. \u201eDu bist Teil des Teams, Donia\u201c, erkl\u00e4rte Morgan. \u201eWer dich angreift, greift uns alle an\u201c, stellte er klar.<br \/>\nDonia konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. \u201eAlso dann, Leute. Eine f\u00fcr alle, alle f\u00fcr einen. Wenn ihr noch was braucht, klingelt einfach durch!\u201c, sagte sie. \u201eAlles klar, over and out, little girl\u201c, verabschiedete sich Morgan und legte auf.<\/p>\n<p>Garcia und Donia sahen sich \u00fcberrascht an. \u201eHat er gerade little girl zu mir gesagt?\u201c, fragte Donia bei ihrer Kollegin nach. Garcia machte ein \u00fcberraschtes Gesicht. \u201eScheint so! Aber sein baby girl bleibe immer noch ich!\u201c, rief sie gespielt beleidigt. Dann tippte Garcia Donia mit ihrem Stift an die Schulter. \u201eDu bist das baby girl von jemand anderem, wie mir scheint\u201c, sagte sie verhei\u00dfungsvoll und riss die Augen auf.<br \/>\n\u201eWen meinst du?\u201c, sagte Donia abwesend und konzentrierte sich auf ihren Monitor. \u201eUnser kleines Genie nat\u00fcrlich! Ihr k\u00f6nnt keinem was vormachen! Ihr beobachtet euch dauernd gegenseitig. Und er hat dich gerade verteidigt! Diese zwischenmenschliche &#8211; wohlgemerkt positive &#8211; Spannung kriegt man auch mit, wenn ihr nicht direkt miteinander kommuniziert\u201c, stellte Garcia fest. Donia sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eDa ist nichts\u201c, sagte sie wahrheitsgem\u00e4\u00df. \u201eNoch nicht\u201c, konnte sich Garcia als Schlusswort nicht verkneifen. Doch Donia l\u00e4chelte nur und arbeitete weiter.<\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter war auch dieser Fall erledigt. Die Beh\u00f6rde vor Ort konnte die Frau ausfindig machen und in Gewahrsam nehmen. Das Team war mittlerweile wieder in Quantico eingetroffen und f\u00fchrte eine gemeinsame Abschlussbesprechung durch. Reid sa\u00df Donia gegen\u00fcber, beide l\u00e4chelten still vor sich hin, ihre Blicke trafen sich ungew\u00f6hnlich oft und blieben aneinander h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>\u201eDonia\u201c, begann Hotchner und richtete das Wort an sie. Sie blinzelte und sah ihn erwartungsvoll an. \u201eJa, Chief?\u201c, antwortete sie. \u201eDeine Recherchen, \u00dcberlegungen und Kontakte haben uns in diesem Fall schnell weitergeholfen. Im Namen des Teams danke ich dir f\u00fcr deinen Einsatz\u201c, lobte Hotchner das j\u00fcngste Teammitglied.<br \/>\nEr war froh, die Entscheidung getroffen zu haben, sie einzustellen. Sie bereicherte das Team und hatte sich auch in die Gruppe gut integriert. \u201eIch w\u00fcnsche euch allen zwei sch\u00f6ne freie Tage!\u201c Er nickte der Runde zu und beendete die Sitzung. Nach und nach standen alle auf und verlie\u00dfen den Raum.<\/p>\n<p>Reid hielt Donia zur\u00fcck, als sie im Begriff war, den Raum zu verlassen. Sie waren die Letzten. \u201eHey\u201c, sagte er leise und strich sanft \u00fcber ihren Oberarm. Sie drehte sich um und l\u00e4chelte ihn an. \u201eHallo Spencer\u201c, erwiderte sie. F\u00fcr einen Moment sahen sie sich nur an. Dann fingen beide an, sch\u00fcchtern zu grinsen.<br \/>\n\u201eHeute Abend? 8 Uhr? Bei mir zu Hause?\u201c, fragte Reid nach einem neuen Date. Donia sah ihn \u00fcberrascht an. \u201eLieferservice?\u201c, fragte sie ungl\u00e4ubig. Er lachte. \u201eNat\u00fcrlich nicht! Die Vermengung einzelner Zutaten in zeitlicher Reihenfolge unter Zuhilfestellung verschiedener technischer Ger\u00e4te zur Ver\u00e4nderung ihres Aggregatszustandes ist einfach. Wie Mathematik!\u201c<br \/>\nDonia lachte kurz laut auf. \u201eSpencer, du \u00fcberraschst mich immer wieder!\u201c Dann wurde sie wieder still und sah ihn an. \u201eIch bin da. Um 8. Soll ich etwas mitbringen?\u201c, fragte sie leise. Er sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eNur dich\u201c, antwortete er l\u00e4chelnd. Sie nickte leicht und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange. \u201eBis dann, Spencer. Ich freu mich!\u201c, sagte sie und ging schlie\u00dflich hinaus ins Gro\u00dfraumb\u00fcro.<br \/>\nReid sah ihr nach und grinste. Es w\u00fcrde ein sch\u00f6ner Abend werden. Er musste sich nur noch ein Abendessen \u00fcberlegen und einkaufen. Und kochen. Aber das war einfach. Wie Mathematik.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Petra Hechenberger<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a title=\"drah di ned um \u2026\" href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=2020\">drah di ned um \u2026<\/a>| Inventarnummer: 15153<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(inspired by Criminal Minds) \u201eDer Pittsburg-Fall ist abgeschlossen. Die Gruppe fliegt gleich weiter zum n\u00e4chsten Fall. Sie sind morgen um acht Uhr fr\u00fch dort\u201c, erkl\u00e4rte Garcia. Donia blickte auf die Uhr an der Wand, es war zehn Uhr abends. \u201eWir haben heute 14 Stunden durchgearbeitet. Du kannst nach Hause gehen und schlafen. 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