{"id":352,"date":"2013-11-28T12:59:31","date_gmt":"2013-11-28T12:59:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=352"},"modified":"2014-03-25T16:20:45","modified_gmt":"2014-03-25T16:20:45","slug":"der-hund-und-sein-herr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=352","title":{"rendered":"Der Hund und sein Herr"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts352&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts352&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Ein Wummern an der T\u00fcr, es waren der Hund und sein Herr, und sie wusste schon beim \u00d6ffnen, dieser Besuch w\u00fcrde ihr Sehnen stillen.<br \/>\nEine unbestimmte, nicht zielgerichtete Sehnsucht, die immer mehr gewachsen war in den letzten vier Jahren, seit ihr Mann weg war.<br \/>\nZwar waren alle paar Monate Handwerksburschen vorbeigekommen, auf gute Arbeitsbedingungen hoffend, weil sie als alleinstehende Frau daf\u00fcr bekannt war, aber die waren m\u00fcde von der Walz, ausgehungert und ausgezehrt von der M\u00fchsal der Wanderung, und nicht nur ein Mal hatte sie das Gef\u00fchl, das weiche Bett war ihnen wichtiger als ihre Gesellschaft.<br \/>\nSie vermisste die Kunstfertigkeit des Verw\u00f6hnens und die erotische Finesse, und so hatten diese Kurzbesuche h\u00f6chstens die Lust auf mehr geweckt.<\/p>\n<p>Wie anders war dieser Mann! Ein wacher Blick, der sie sofort absch\u00e4tzte und ihr gedanklich die Kleider vom Leib brannte. Und es schien ihm zu gefallen, was er da vor seinem geistigen Auge sah, denn er l\u00e4chelte kurz, bevor er ihr sagte, er sei der Abgesandte und sie habe ihn wohl schon erwartet.<\/p>\n<p>Erwartet war zu viel gesagt, eine Nachbarin hatte gemeint, es w\u00fcrden Kundschafter die H\u00e4user inspizieren, die Vorhut der Truppen, und beurteilen, wie viele Soldaten dort beherbergt werden k\u00f6nnten.<br \/>\nDas war nun also scheinbar dieser Herr. Er meinte noch, eine abendliche Mahlzeit w\u00e4re gut, dann h\u00e4tte er noch zu tun. Sie solle ihm den Schl\u00fcssel aush\u00e4ndigen und ruhig zu Bett gehen, er finde sich dann schon zurecht.<br \/>\nWeniger die Worte, sondern die Art, wie er sie sagte, gaben ihr Gewissheit: Er wollte das selbe wie sie, und das schon in dieser Nacht.<\/p>\n<p>Der Hund hatte die ganze Zeit unverwandt seinen Herrn angesehen, mit einem hungrigen und ewig bettelnden Ausdruck in den Augen, sein struppiges Haar war nass und \u00fcberhaupt fragte sie sich, was es denn mit diesem eigenartigen Gespann auf sich habe, der Herr, der ein so souver\u00e4nes Auftreten hatte und von (den Umst\u00e4nden entsprechend) gepflegtem \u00c4u\u00dferem war, und dieses abgerissene Tier.<br \/>\nVielleicht hatte der Herr ihn aufgelesen, einen Streuner, den keiner haben wollte, ihn in irgendeiner Form gerettet, und das erkl\u00e4rte die Hingabe, mit der der Hund auf jedes Wort, jede Geste seines Herrn achtete. Er zeigte sich auch ihr gegen\u00fcber keineswegs aggressiv, wie es von diesem verwahrlosten Wesen vielleicht zu bef\u00fcrchten gewesen w\u00e4re, sondern eher unterw\u00fcrfig und hatte sie sofort als ihm \u00fcbergeordnet akzeptiert.<\/p>\n<p>Sie bereitete das Essen, das hastig verschlungen wurde.<br \/>\nGeredet wurde wenig, sie fragte\u00a0 ihn nicht, wo er noch hin wollte, so sp\u00e4t am Abend, und er fragte nicht nach ihrem Mann, oder ob es da jemanden g\u00e4be.<br \/>\nDer Krieg verschluckte die M\u00e4nner und spie sie anderswo wieder aus, und wenn sie besonderes Gl\u00fcck hatten, k\u00f6rperlich unversehrt. Wozu sich f\u00fcr so kurze Zeit im Gespr\u00e4ch vertiefen? H\u00f6chstwahrscheinlich w\u00fcrden sie sich niemals wiedersehen.<\/p>\n<p>Nach der Mahlzeit verschwanden Herr und Hund und sie ging zu Bett, nicht ohne ihr sch\u00f6nstes Nachthemd angezogen zu haben und eine brennende Kerze neben dem Kopfhaupt zu platzieren, damit der Herr bei halb offener Kammert\u00fcre dann auch seinen Weg zu ihr f\u00e4nde, denn wenn dieser eine auch ziemlich hell schien, so waren manche M\u00e4nner doch recht schwer von Begriff.<\/p>\n<p>Sie d\u00fcrfte kurz eingeschlummert sein, als ein leises Ger\u00e4usch sie weckte.<br \/>\nIm schwachen Kerzenschein erkannte sie nicht gleich, wer sich da ihrem Bett n\u00e4herte.<br \/>\nMit einer Beh\u00e4ndigkeit, die sie ihm nie zugetraut hatte, war der Hund auf ihre Liegestatt gesprungen, ein m\u00e4chtiger Satz, und er war bei ihr. Zog die Bettdecke mit den Z\u00e4hnen weg und kroch zwischen ihre Beine. Nun bereute sie fast, dass sie vorsorglich an freien Zugang gedacht hatte und so der Hund sofort an der Stelle war, die er offensichtlich anvisierte.<\/p>\n<p>Sie war so \u00fcberrascht, dass sie ganz verga\u00df, sich zu f\u00fcrchten, vor Bissen oder anderen Verletzungen, und rasch stellte sie fest, dass das auch g\u00e4nzlich \u00fcberfl\u00fcssig gewesen w\u00e4re.<br \/>\nDas m\u00e4nnliche Tier zwischen ihren Beinen n\u00e4mlich stellte sich \u00fcberaus behutsam an und das Raue der Zunge und der viele Speichel erregten sie sofort. Der Hund leckte so hingebungsvoll, dass sie ernsthaft daran dachte, ob er durstig w\u00e4re und ihm heute schon jemand Wasser gegeben hatte. Vielleicht mochte er auch den leicht salzigen Geschmack, von dem er jetzt schon einiges abbekommen hatte.<br \/>\nDenn bei ihr brachen nun alle D\u00e4mme, sie war hingerissen von der sich riesig anf\u00fchlenden Zunge und der kr\u00e4ftigen Best\u00e4ndigkeit, mit der sie sich bewegte. Als ob er das schon \u00f6fter gemacht h\u00e4tte, dachte sie noch, und dann \u00fcberlie\u00df sie sich ganz ungeniert den sich steigernden Wonnen.<br \/>\nKurz bevor sie gar nicht mehr recht bei Sinnen war, h\u00f6rte sie Schritte vor ihrer T\u00fcr.<\/p>\n<p>Der Herr st\u00fcrmte in das Zimmer. \u201eJetzt sofort weg da!\u201c schrie er den Hund an. Dieser zog sich auf der Stelle zur\u00fcck, im R\u00fcckw\u00e4rtsgang, und blickte den Herrn mit geducktem Kopf an, scheinbar abwartend, ob er aus dem Zimmer gejagt w\u00fcrde.<br \/>\nJener war aber schon mit ganz anderen Dingen besch\u00e4ftigt, n\u00e4mlich damit, sich den G\u00fcrtel zu \u00f6ffnen und der Hose zu entledigen.<br \/>\nKurz bevor sie sich seinem ihr heftig entgegendr\u00e4ngenden K\u00f6rper ganz \u00fcberlie\u00df, erhaschte sie noch einen Blick Richtung T\u00fcr, wo der Hund stand.<br \/>\nDer wandte sich zum Gehen, und im Halbdunkel sah sie die Umrisse seiner Rute, steil aufgerichtet in seiner viel zu weiten Hose.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Die Hasardeurin<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 13008<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Wummern an der T\u00fcr, es waren der Hund und sein Herr, und sie wusste schon beim \u00d6ffnen, dieser Besuch w\u00fcrde ihr Sehnen stillen. 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