{"id":2846,"date":"2015-06-16T15:32:48","date_gmt":"2015-06-16T15:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=2846"},"modified":"2015-07-18T20:42:15","modified_gmt":"2015-07-18T20:42:15","slug":"innere-zweifel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=2846","title":{"rendered":"Die Krise 5 &#8211; Innere Zweifel"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts2846&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts2846&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Allen am Gesellschaftsleben Teilnehmenden, die hier in Zwicklingsau (gleichwie Hintertupfing) lebten, war l\u00e4ngstens klar, dass der ortsbekannte Lebemann und Nichtsnutz, Porsche 911-Fahrer von Gnaden, Paul Pedasoli, ein bereits l\u00e4ngeres Verh\u00e4ltnis mit der attraktiven Geschenkboutiquebesitzerin Stefanie Raymundo aufrechthielt, trotz deren gespaltener Zuneigung zur lokalprominenten K\u00fcnstlerin Eva Vanin.<br \/>\nPedasoli mochte an die f\u00fcnfzig sein, und war sicherlich nicht mittellos, wie man an seiner Kleidung oder seinem fahrbaren Untersatz feststellen konnte. Am hiesigen Meldeamt schien er nicht auf im Register. Unklar hingegen war auch, woher die Mittel f\u00fcr seinen luxuri\u00f6sen Lebenswandel stammten. Klar hingegen war, dass die vereinigte Liga der Kirchenbankreserviererinnen Stefanie Raymundo zutiefst beneidete und sie l\u00e4ngst auf die Titelseite ihrer Klatsch- und Tratschgeschichten gehievt hatte. Den Anlass f\u00fcr die allgemeine \u00c4chtung bot ein sich bereits \u00f6fter wiederholendes merkw\u00fcrdiges Ritual um die Gesch\u00e4ftszeiten von Raymundos Boutique, welches Rembert Mirando neulich bereits um eine Facette bereichert hatte.<br \/>\nImmer dann aber, wenn der schwarze Porsche Pedasolis vor Raymundos Gesch\u00e4ft parkte, hing ein kleines Kartonschild an der Eingangst\u00fcre, auf dem geschrieben stand: Komme gleich, bitte warten! Aufgeklebte G\u00e4nsebl\u00fcmchen und Veilchen verzierten dieses Schild rund um das Geschriebene zus\u00e4tzlich. Und es hatte sich l\u00e4ngst herumgesprochen, dass es meist den ganzen Nachmittag dort h\u00e4ngen blieb.<br \/>\nInsider wussten es besser, n\u00e4mlich, dass das Gesch\u00e4ft in dieser Zeit stets geschlossen war. Im ersten Stock des Hauses aber, den Stefanie alleine bewohnte, waren die Gardinen am helllichten Tage zugezogen. So auch an jenem Tag, nachdem der schwarze Porsche 911 wieder einmal vor Stefanies Gesch\u00e4ft geparkt hatte, diesmal allerdings v\u00f6llig \u00fcberraschend, und das nicht nur f\u00fcr die Leute hinter den Gardinen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Paul hatte einen zweiten Schl\u00fcssel und ging erst gar nicht durchs Gesch\u00e4ft, sondern verschaffte sich durch die Hintert\u00fcr Zutritt zum Eingang von Stefanies Refugium. Er stieg die Treppen hoch bis zu Raymundos Wohnung, steckte den Schl\u00fcssel an und wollte aufsperren, als er sofort merkte, die T\u00fcre stand ohnehin schon offen, leicht angelehnt. Paul rieb sich die H\u00e4nde, wollte er doch Stefanie auf seine unvergleichlich urureigenste Art \u00fcberraschen. Aber er kam nicht weiter, blo\u00df bis vor die K\u00fcchent\u00fcr, als er lautes St\u00f6hnen zweier weiblicher Stimmen vernahm. Vorsichtig trat er hinzu und sp\u00e4hte durch den Spalt, den die halb offene T\u00fcre hinterlassen hatte. Eva Vanin, an die Sp\u00fcle gelehnt, die Jeans hinabgelassen, das H\u00f6schen verrutscht, von Stefanie liebkost und geknetet, hielt ihre erhitzten Wangen an jene Stefanies und wiegte sich im Takte unh\u00f6rbarer Melodienreigen. Pedasoli fuhr zur\u00fcck. Hier war das Vieh schon an der Tr\u00e4nke!, durchzuckte es ihn.<\/p>\n<p>Insgeheim hatte er irgendwie Kenntnis von Stefanies geheimer Neigung gehabt. Best\u00e4tigung daf\u00fcr hatte es bis jetzt keine gegeben. Vibrierende Neugierde trieb ihn dennoch einmal dazu, die Beobachtung fortzusetzen. Seine Fantasie geriet in Wallung, bis er ihr durch den Entschluss ein Ende setzte, leise den R\u00fcckzug anzutreten und unauff\u00e4llig, wie er gekommen war, das Haus zu verlassen.<br \/>\nDavor jedoch verschaffte er sich \u00fcber die r\u00fcckw\u00e4rtige Treppe des Flurs Zutritt zum Verkaufsraum. Den Nachschl\u00fcssel hatte er sich l\u00e4ngst besorgt. Der kluge Mann baut vor. Ein kurzer Blick \u00fcber die Regale fand seine Ruhest\u00e4tte an einer offenen Schatulle, der Ladenkasse, welche nahe der Eingangst\u00fcr auf dem Pult stand. Pedasoli trat rasch hinzu, entnahm ihr einige kleinere Scheine, eben kurz einmal illiquid, wie er war, w\u00fcrde er Stefanie das Geld sp\u00e4ter selbstverst\u00e4ndlich zur\u00fcckgeben, schlie\u00dflich war man Ehrenmann, und verschwand unbeobachtet zur Hintert\u00fcr hinaus. Er bestieg seinen Wagen und entfernte sich ohne jedes Aufsehen. In den der Boutique gegen\u00fcberliegenden Wohnungen glitten die vorsichtig beiseitegeschobenen Gardinen wieder unauff\u00e4llig in ihre gewohnte Position zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Durchtauchen, durchfuhr es Rembert Mirando unterdessen, geheimer Mandatar zuletzt, bis die Turbulenzen vorbei w\u00e4ren. Er m\u00fcsste nur durchhalten, die Krise auf seine Art bew\u00e4ltigen. Experten und Laien r\u00e4tselten gemeinsam ja l\u00e4ngst \u00fcber die Dauer derselben. Das war immer so. Zuerst war der Finanzmarkt, dann die Industrie betroffen, und dann erst der kleine Mann. In Krisenzeiten musste man einfach flexibel sein, sich auf neue Gegebenheiten einstellen k\u00f6nnen.<br \/>\nSeelische Gleichgewichte konnten dabei leicht ins Trudeln kommen. Er aber w\u00fcrde nicht in die Opferrolle fallen, hatte er sich vorgenommen. Er selbst w\u00fcrde nichts pers\u00f6nlich nehmen. Man k\u00f6nnte ja Mut und Rat aus der Umwelt ziehen, und dabei ausstrahlen, wie wichtig man war. Dabei konzentrierte sich die \u00fcbrige Welt hoffentlich auf die Umst\u00e4nde, wie und wodurch alles zu guter Letzt derart zustandegekommen war, jedoch nicht auf ihn und seine geheime Transaktion.<\/p>\n<p>Eines Tages erschienen in einem kurzen Artikel der regionalen Presse einige Zeilen \u00fcber den Grundst\u00fcckskauf der Escortins auf naturgesch\u00fctztem Gel\u00e4nde. Dieser Artikel rief allgemeine Emp\u00f6rung hervor. Die Opposition, sonst lediglich unauff\u00e4llig vor sich hin schw\u00e4chelnd, plusterte sich ungew\u00f6hnlich heftig auf und tat dabei, als h\u00e4tte sie von der ganzen Schweinerei nichts gewusst, obwohl ihre Unterschrift ebenso auf dem Kaufvertrag prangte wie jene des B\u00fcrgermeisters, des Amtmannes und Mirandos, Finanzbeauftragter und Kulturguru.<br \/>\nGanz besonders aber regte ein kurzer Nachsatz in dem Artikel auf, n\u00e4mlich der, dass Geld geflossen sei in dieser Sache. An wen, stand nicht dabei. Das war wiederum Wasser auf die M\u00fchlen der Klatsch- und Tratschgesellschaft und es wuchsen die verschiedensten Ger\u00fcchte, Wolkenkratzern gleich, bis hoch in den Himmel. Unter ihnen auch solche, in denen behauptet wurde, Rembert Mirando w\u00e4re in die Sache involviert, einer, den mittlerweile niemand so richtig leiden mochte, seit er seine Position im Gemeinderat dazu benutzte, sich unangenehm hervorzutun und B\u00fcrgerw\u00fcnsche abschmetterte.<\/p>\n<p>Da war pl\u00f6tzlich auch von gewaltigen Pyramidenspielen mit Steuergeldern die Rede. Dutzende Geldgeber w\u00e4ren ohne deren Wissen zu Komplizen gemacht worden. Das Gerede um geheime Transaktionen n\u00e4hrte Fantasien von gewinnbringenden Projekten, in die zu investieren es sich gelohnt h\u00e4tte. Ein weiteres, schmuckloses Schreiben war aufgetaucht mit der Botschaft, ein schwindelerregendes Geldkarussell w\u00e4re in Gang gesetzt worden, um zu vertuschen, wo der ganze Zaster tats\u00e4chlich geblieben sei.<br \/>\nDas Volk war irritiert und erregt zugleich. Der Klerus donnerte sonntags von der Kanzel herunter, der seelische M\u00fcll m\u00fcsse zuerst beseitigt werden! Die geistige Umweltverschmutzung sei verantwortlich f\u00fcr die Wirtschaftskrise. Gier und Materialismus zerst\u00f6rten ihre Umwelt. Wo der Mensch nicht mehr z\u00e4hlte, w\u00fcrden fundamentale Werte schwinden. Das klang alles sehr ernst und es war keine Rede mehr davon, dass Gleichgeschlechtlichkeit heilbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Mirando hatte den Zeitungsartikel immer wieder gelesen und er musste sich eingestehen, dieser hatte ihn, ganz gegen seine Gewohnheiten, irgendwie peinlich ber\u00fchrt. Schon malte er sich aus, wie b\u00f6sartig die Lokalpresse reagieren w\u00fcrde, wenn\u2018s endlich einen Prominenten erwischt h\u00e4tte. Und in gewisser Weise war er ein Prominenter. Zumindest hier in Zwicklingsau. (Es w\u00e4re wahrscheinlich auch in Hintertupfing nicht anders gewesen.) Vielleicht nahm man ihn in Untersuchungshaft? Sein Privatleben w\u00fcrde verglichen werden mit dem des angehenden Mandatars Rembert Mirando, und ob sich darin Widersinniges f\u00e4nde. Auch k\u00f6nnte man danach nicht so einfach zur Tagesordnung \u00fcber- und er nicht mehr ganz einfach so zum Fleischhauer hin\u00fcbergehen und sich von dessen entz\u00fcckender Tochter bedienen lassen. Vielmehr bestand die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn dort \u00fcberhaupt nicht mehr bediente.<br \/>\nVielleicht aber g\u00e4be es \u201eWurschtbrot\u201c im Gef\u00e4ngnis, anstatt Wildbret, sicherlich. Dort w\u00fcrde er einen Raum mit einem Fremden teilen m\u00fcssen. Und er k\u00f6nnte nicht in der Nacht aufstehen und zum K\u00fchlschrank gehen, um Schinken und ein kaltes Bier herauszunehmen oder sich einen Whisky einschenken, wenn ihn die Sorgen nicht schlafen lie\u00dfen. Und mit seinen Kurzbesuchen bei Stefanie w\u00e4re es auch vorbei. Und seine Gattin w\u00fcrde sich scheiden lassen. Mit Sicherheit!<\/p>\n<p>Das alles erschreckte ihn ungemein, wie auch die Vision, den ganzen Tag \u00fcber von irgendeinem kleinen Gauner oder Fixer oder Kiffer oder Wichser oder sonst irgendeinem Untermenschen, gar einem Ausl\u00e4nder, einem muslimischen Fanatiker oder einem vorbestraften Messerstecher beobachtet zu werden! Bestenfalls w\u00fcrde es ein erfahrener Mith\u00e4ftling sein, der ihn in den ersten Tagen unterweisen w\u00fcrde, und ihm helfen sollte, den Gef\u00e4ngnisschock zu \u00fcberwinden. Undenkbar das alles! Vielleicht k\u00f6nnte ihn die Escortin protegieren, wenn es so weit w\u00e4re? Dieser Mith\u00e4ftling also w\u00fcrde auf ihn aufpassen, damit ihm nichts passierte. Dass er sich nicht am Schn\u00fcrsenkel erh\u00e4ngte oder sich in der Klosp\u00fcle ertr\u00e4nkte oder so \u00e4hnlich.<br \/>\nDenn wenn einer so in der \u00d6ffentlichkeit stand wie Mirando, dann w\u00fcrde man ihm eben helfen, den Haftschock zu \u00fcberwinden. Mirando, der stets gerne in der Natur war, und wenn es nur der Gang zur Bank war, d\u00fcrfte von nun an blo\u00df eine Stunde im Innenhof der Justizanstalt seine Runden drehen. Einziger Luxus w\u00e4re, sein Essen aufs Zimmer serviert zu bekommen. Mirando lachte bitter. Allerdings bek\u00e4me er hier keine Gourmetmen\u00fcs! Aber was man bekam, w\u00fcrde zumindest in anderer Form gebracht werden als in der gewohnten, n\u00e4mlich im Blechnapf mit dazupassendem Becher. Und glasierten Kalbsbraten g\u00e4be ist es sicher auch nicht. Rehr\u00fccken schon gar nicht. Am Abend Brot und Wurst.<br \/>\nZwei Mal die Woche d\u00fcrfte er Besuch empfangen, der vorher angemeldet zu sein h\u00e4tte. Wer w\u00fcrde ihn schon besuchen kommen? Seine Gattin? Nein. Stefanie? Wohl kaum. Die Escortin? Auch nicht. Sie w\u00fcrde sich wahrscheinlich h\u00fcten, mit ihm Kontakt zu halten, jetzt, wo er quasi ein Krimineller war, schon aus R\u00fccksicht auf ihren Mann. Wenn das ihr Hase erfahren w\u00fcrde! Nicht auszudenken!<br \/>\nRembert kniff die Augen zu. Er k\u00f6nnte sie auf der schmalen Gef\u00e4ngnisbank flachlegen, \u00fcberlegte er. Das intakte Intimleben der H\u00e4ftlinge w\u00e4re neuerdings angeblich ein wichtiges Anliegen der Gef\u00e4ngnisverwaltung. Rembert versuchte, seine destruktiven Gedanken zu verscheuchen, indem er einen Besuch bei der Bank machte, um einen Blick auf sein Konto zu werfen. Noch war nichts verloren! Man musste nur durchtauchen, bis das Schlimmste vor\u00fcber war.<\/p>\n<p>Dann aber geschah das Unglaubliche. Der glatte Ostfinanzfisch war verhaftet worden. Es war von gewaltigen Pyramidenspielen mit Steuergeldern die Rede. Von Dutzenden Geldgebern, ohne deren Wissen Gutgl\u00e4ubige zu Komplizen gemacht worden w\u00e4ren. Das Gerede um geheime Transaktionen von Beteiligten aus dem Ort n\u00e4hrte zusehends die Fantasien von gewinnbringenden Projekten, in die zu investieren es sich gelohnt h\u00e4tte. Ein drittes schmuckloses Schreiben war aufgetaucht mit der Botschaft, ein weiteres schwindelerregendes Geldkarussell w\u00e4re in Umlauf gewesen, um zu vertuschen, wo denn das viele Geld eigentlich geblieben sei. Ja, ja, das Volk, sowohl in Zwicklingsau als auch in Hintertupfing war wie immer irritiert und erregt zugleich und man fl\u00fcsterte auf G\u00e4ngen und in Hauseinfahrten nur mehr \u00fcber einen \u2013 \u00fcber Rembert Mirando.<br \/>\nMirando war nicht entgangen, was hinter seinem R\u00fccken vorging, wenn er durch die leeren Korridore des Gemeindeamtes fegte, um nur ja von niemandem aufgehalten zu werden, um sogleich rasch in seinem Zimmer zu verschwinden. Er hielt die T\u00fcre zu seiner Sekret\u00e4rin geschlossen und wollte \u00fcberhaupt nicht wissen, ob sie es mit ihren Beinen unter dem Schreibtisch ebenso hielt. Auch die Farbe ihres H\u00f6schens interessierte ihn mit einem Male \u00fcberhaupt nicht mehr. Das hatte es noch nie gegeben und konnte als Zeichen totaler Desorientierung gewertet werden.<br \/>\nVon diesem Zeitpunkt an hatte Mirando sein Element verlassen, H\u00e4nde zu sch\u00fctteln, auf Schultern zu klopfen und Schm\u00e4h zu f\u00fchren. Er versteckte sich hinter seinem Schreibtisch, lie\u00df niemanden zu sich vordringen, erledigte alles via e-Mail und verlie\u00df das Gemeindeamt stets als Letzter, im dunklen Staubmantel, den Kragen hochgeschlagen. Seine geheimsten Bef\u00fcrchtungen schienen eingetreten zu sein. Er war unter den Verdacht der Geldw\u00e4sche wie auch der Bestechung geraten und daf\u00fcr bekannt geworden, Millionen bekommen zu haben, f\u00fcr dubiose Beratungsgespr\u00e4che oder so \u00e4hnlich.<br \/>\nUntitulierte Zahlungen w\u00e4ren get\u00e4tigt, und, wie man festgestellt hatte, gef\u00e4lschte Belege vorgelegt worden, was schlie\u00dflich zur Festnahme des Finanzfisches gef\u00fchrt hatte, den Mirando in seiner Bedr\u00e4ngnis vor dem Untersuchungsrichter schwer belastete. Dem Barrakuda wurde Verdunkelungsgefahr vorgeworfen und Tatbegehungsgefahr. Geld, von dem keiner wusste, woher es stammte, soll in h\u00f6chst dubiose Gesch\u00e4fte geflossen sein, die mit ihrer urspr\u00fcnglichen Bestimmung herzlich wenig zu tun gehabt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Das Ortsblatt berichtete von einem Unternehmer, drei Teilhabern und einem ungeschickten Anleger, der seinen Mund nicht hatte halten k\u00f6nnen, beinahe politischer Mandatar obendrein, sowie einer Firmengruppe, die aus zahlreichen Untergruppen best\u00fcnde, mit dem vielversprechenden Namen East-Finance-Cooperation Unlimited, mit Sitz in einer bis dato unbekannten s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Hauptstadt. Ebenso war von einer Main-Consulting GmbH zu lesen, an der jener Ostfinanzmensch mit 65 % beteiligt gewesen w\u00e4re.<br \/>\nWas Mirando nicht wissen konnte, dass der angebliche Finanzberater l\u00e4ngst die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft erregt hatte. Die Rede war auch von Schmiergeldzahlungen an Politiker, mit dem Ziel, Grundst\u00fccksk\u00e4ufe zu erm\u00f6glichen. Dabei sollen gewaltige Summen hin- und hergeschoben worden sein. Der Name Escortin kam in dem Artikel nicht vor. Allerdings lie\u00df der Begriff \u201eBaumafia\u201c die Leser aufhorchen. Sechzehn Millionen Umsatz h\u00e4tte allein die Main-Consulting gemacht, und das mit einer Firma, die lediglich aus zwei Personen bestanden hatte.<\/p>\n<p>In einem Nachsatz wurde quasi nur so nebenbei angemerkt, dass Escortin auf Gemeindegrund, der im Naturschutzgebiet gelegen h\u00e4tte, mit Bauarbeiten eines Hauses begonnen h\u00e4tte. Dieser winzige Nachsatz regte riesig auf. Nicht nur, dass man \u00fcblicherweise monate-, wenn nicht jahrelanges Warten auf die Beh\u00f6rden in Kauf nehmen musste, bis die \u00dcbermittlung des Fl\u00e4chenwidmungsplanes an das zust\u00e4ndige \u00fcbergeordnete Amt vorgenommen wurde. Ein Akt wurde angelegt, von einem Sachbearbeiter, wenn Zeit dazu war. Das dauerte meist drei bis sechs Monate. Dann wurde der Plan \u00fcberpr\u00fcft. Auch das konnte dauern! Ein Antrag musste gestellt werden, was wiederum sechs bis acht Monate in Anspruch nahm, und wenn man Gl\u00fcck hatte, wurde dieser in einer Sitzung nach zwei bis drei Monaten verabschiedet und schlie\u00dflich dem Gemeinderat vorgelegt.<br \/>\nNicht so im Falle Escortins: Beschlie\u00dfung der \u00c4nderung eines Fl\u00e4chenwidmungsplanes am Montag. Drei Tage sp\u00e4ter lag der Gemeinderatsbeschluss vor. Am Donnerstag trat die \u00fcbergeordnete Beh\u00f6rde zusammen. Die Umwidmung wurde genehmigt und bereits am Freitag war der Bescheid an Escortin ergangen. Die Naturschutzbeh\u00f6rde war geschickt ausgeschaltet worden. Escortin war ein reicher Mann. Der Kaufpreis von \u00fcblicherweise 30 bis 35 Euro wurde bei diesem Kauf dabei noch unterschritten und Escortin zahlte lediglich 24 Euro pro Quadratmeter.<br \/>\nDas alles hatte die Zwicklingsauer Seele aufs \u00c4u\u00dferste irritiert und sie geriet ins Trudeln. (Der hintertupfingerischen erginge es wohl nicht anders.) Die Zwicklingsauer verfluchten Rembert Mirando, den politischen \u201eBeinahe-Mandatar\u201c, als sie davon erfuhren, dass in der Grundst\u00fcckssache mit Escortin Geld geflossen war, welches er selbst noch obendrein veruntreut hatte. Details \u00fcber dieses Verm\u00f6gen und woher es stammte, waren nicht bekannt.<\/p>\n<p>Dabei hatten die meisten gedacht, dass ihr Mirando verl\u00e4sslich w\u00e4re, konservativ, seri\u00f6s. Im Grunde aber w\u00e4re er blo\u00df ein Weiberheld, der den Umgang mit dubiosen Frauen wie dieser Stefanie Raymundo pflegte, und gleichzeitig sogar ein Verh\u00e4ltnis mit Anica Escortin hatte. Ein frecher Maulheld w\u00e4re er, sagten sie und ein Weiberer obendrein, der sich \u00fcberall durchboxte. Wie das seine Frau aushielte, fragte man sich und man bedauerte die Arme.<br \/>\n\u00dcberall sei er pr\u00e4sent, um da und dort seine Ellbogen auszufahren, anderen Leuten unaufgefordert den Taktstock zu entrei\u00dfen, sich bei h\u00f6herrangigen Politkolleginnen und -kollegen einzuschleimen, immer auf Ausschau nach n\u00fctzlichen Freunden, die er irgendwie um etwas bitten konnte, nach Partys, auf denen er f\u00fcrs Fressen und Saufen keinen Groschen bezahlen musste oder Autos mit Prozenten einkaufte, mitschnitt, wann und wo immer es ging.<br \/>\nObendrein w\u00e4re er ein arroganter, stets mit dreckigen Witzen bewaffneter Komiker, der es immer schaffte, mit seinen derben Zoten irgendwo im Mittelpunkt zu stehen und selbstzufrieden zu grinsen, wie ein satter S\u00e4ugling. Die Leute sagten, man m\u00fcsse als Politiker sein Publikum unterhalten, auch wenn es nur darum ginge, es mit endlosem, wiederholten Pointendreschen zu langweilen, was einerseits dazu diente, dem eigenen unbeugsamen Willen den notwendigen Nachdruck zu verleihen, andererseits um damit die eigene schwammige Unentschlossenheit zu kaschieren.<\/p>\n<p>Die Leute sagten auch, Rembert Mirando geh\u00f6re zu jenen Typen, die in \u00f6ffentlichen Reden Dinge verspr\u00e4chen, die sie gar nicht halten k\u00f6nnten, aber hinterher sogar noch wissen wollten, ob sie gut gewesen w\u00e4ren. Nun sei er endlich einmal aufs Maul gefallen, freuten sich die Zwicklingsauer und appellierten an die Gerechtigkeit und den langen Arm der Justiz. (Die Hintertupfinger t\u00e4ten es ihnen sicherlich gleich.)<br \/>\nIm Zweifel s\u00e4\u00dfe man hierzulande Probleme aus, meinte der B\u00fcrgermeister lakonisch, als er auf offener Stra\u00dfe auf seinen sogenannten besten Mann angesprochen worden war. Man folge damit lediglich den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten einer Soap-Opera, und dabei lachte er hinterfotzig. Immerhin galten kleine Scherze generell stets als willkommene Interjektion in hilflosen Situationen, rettender Ausdruck aus dem Reich des Unbewussten. Damit lie\u00dfen sich Konflikte verkleinern und sie l\u00e4cherlicher erscheinen als sie waren. Nicht zuletzt erzeugten sie f\u00fcr die n\u00e4here Umgebung zus\u00e4tzlich eine gewisse Sicherheit, den Fakten ihre t\u00f6dliche Ausweglosigkeit zu nehmen. Auf diese Weise konnte man sich dahinter leichter vor seinem eigenen dunklen Schatten verbergen. Man w\u00fcrde dadurch in gewissem Sinne unverletzlicher, f\u00fcr einen Augenblick sogar Sieger, auch wenn man sich gerade auf Talfahrt der eigenen Karriereleiter befand. Wurde dar\u00fcber gelacht, erfuhr man eine Art Seelentrost und konnte wenigstens f\u00fcr einen Moment die Tatsache verdr\u00e4ngen, in welch einer beschissenen Lage man sich eigentlich befand.<\/p>\n<p>Und Mirando? Mirando dachte zun\u00e4chst an Flucht. Es w\u00fcrde etwas weiter sein m\u00fcssen, um den Auslieferungsforderungen innerhalb der EU-L\u00e4nder entfliehen zu k\u00f6nnen, \u00fcberlegte er fieberhaft. Die Escortin m\u00fcsste her. Mochte sein, dass sie augenblicklich bitterb\u00f6se auf ihn w\u00e4re. Noch lief er frei herum. Auch war noch nicht das ganze Kapital verloren. In letzter Zeit scheute Mirando davor zur\u00fcck, sich allzu oft in seiner Bankfiliale sehen zu lassen. Der Wahlkampf war bereits im Gange und zeitgleich mit diesem setzten die Auseinandersetzungen mit den politischen Gegnern ein, sich mittels Plakaten auf die F\u00fchrungspartei einzuschie\u00dfen. Die Bef\u00fcrchtungen aus den Reihen von Mirandos Parteifreunden waren eingetroffen, denn nach Mirandos Nominierung zum Mandatar wurde zu Recht gro\u00dfe Sorge ge\u00e4u\u00dfert, er k\u00f6nnte sich in dieser Finanzsache verheddern und dadurch alles in der Partei zu Fall bringen.<br \/>\nMirando hatte alle H\u00e4nde voll zu tun, unangenehmen Fragen auszuweichen, einerseits solchen vom Parteivorsitzenden und dem B\u00fcrgermeister, andererseits denen der Lokalpresse, die sehr bem\u00fcht war, ein m\u00f6glichst konkretes Bild aller Beteiligten in dieser Sache um den Grundst\u00fcckskauf der Escortins zu zeichnen.<br \/>\nUnd immer wieder wurde in den Kolumnen der Name Rembert Mirandos genannt. Er w\u00e4re einer der Hauptbeteiligten, hie\u00df es, obwohl jeder wusste, dass er nur ein kleiner Schleimer war und f\u00fcr solche Gesch\u00e4fte gar keine Kompetenzen besessen h\u00e4tte.<br \/>\nMirando reagierte cholerisch. Im Amt fuhr er die Leute grob an, die etwas von ihm wollten. Privat lief nichts mehr. Seine Gattin hatte von den Kirchenb\u00e4nklerinnen alles erfahren und sprach kein Wort mehr mit ihm. Stefanie Raymundo hatte ihren Laden geschlossen und der schwarze Porsche Pedasolis parkte schon lange nicht mehr vor ihrem Haus. Es hie\u00df, sie w\u00e4re weggezogen und h\u00e4tte in der Stadt ein neues Gesch\u00e4ft er\u00f6ffnet. Die Parteifreunde begannen, sich an Mirando abzuputzen. Zuallererst der B\u00fcrgermeister, dann der Parteivorsitzende und dann die \u00fcbrigen. Sie sagten, er w\u00fcrde schon allein durch seine Pr\u00e4senz alles verderben, was sie aufgebaut h\u00e4tten, und sie legten ihm nahe, den Abschied zu nehmen.<br \/>\nEs schien, als w\u00e4re Rembert Mirandos Schicksal in eine l\u00e4nger andauernde Pechstr\u00e4hne geraten und es \u00e4rgerte ihn ma\u00dflos, dass das Gl\u00fcck nicht mehr an seine T\u00fcr klopfte. Aber eher w\u00fcrde er sich die Zunge abbei\u00dfen, als freiwillig die eigene Schuld einzugestehen, auch wenn es ihm diesmal nicht so gelungen war, wie er es sich vorgestellt hatte. Und Schuld an dem Schlamassel h\u00e4tte einzig und allein der Ostfinanzfisch. Was aber erst, wenn man dahinter k\u00e4me, dass es sich beim verlorenen Coup nicht zuletzt auch um die zwischengelagerte Parteienspende Escortins gehandelt hatte? Mirando wurde hei\u00df bei dem Gedanken.<\/p>\n<p>Von den hundertf\u00fcnfzigtausend waren immerhin noch siebzigtausend \u00fcbrig. Sollte er es jetzt noch eingestehen? Dem B\u00fcrgermeister gestehen, er h\u00e4tte das Geld dringend f\u00fcr eine private Angelegenheit gebraucht? Zu sp\u00e4t! Zwei Tage sp\u00e4ter lag auf seinem Schreibtisch eine Nachricht, er m\u00f6chte doch jetzt, wo ohnehin alles herauskommen w\u00fcrde, gleich die gesamte Summe auf das Konto der Partei \u00fcberweisen. Es k\u00f6nnte nicht schlimmer kommen, als es schon w\u00e4re, stand zu lesen. Besser, man lege die Karten offen, als wenn die Herrschaften von der Opposition dahinterk\u00e4men, von wem das Geld geflossen w\u00e4re, obwohl das allen bekannt war, nur selbst wollte man es nicht glauben.<br \/>\nMirando erstarrte. Er lief in seinem B\u00fcro hin und her wie ein gereizter Tiger. Alles schien ausweglos. Er w\u00fcrde zu Kreuze kriechen m\u00fcssen. Dann w\u00e4re alles hin. Sein Job, seine politische Karriere, einfach alles! Mirando fuhr mit zwei Fingern zwischen Hals und Hemdkragen. Der Knopf hielt der Spannung nicht stand und sprang ab. Also doch die Escortin. Er griff zum Telefon. Nein, Schwachsinn. Sie k\u00f6nnte ihm nicht helfen. Niemand konnte helfen. Oder wenigstens mit ihr reden, jetzt, in dieser schweren, existenzbedrohenden Situation? Vielleicht um des Gef\u00fchls Willen, als Mensch behandelt zu werden, abgeholt zu werden, wo er gerade st\u00fcnde? War nicht immer auch eine Botschaft in so einer Situation versteckt? Es f\u00fchrte kein Weg daran vorbei. Wie an einer schweren, ja t\u00f6dlichen Krankheit.<\/p>\n<p>Rembert Mirando war in einer gro\u00dfen psychischen Not. Er, der immer so elegant \u00fcber das Parkett des Lebens get\u00e4nzelt war, war an seiner eigenen Gier gestrauchelt. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnte er mit Anica Escortin Strategien zur Rettung seines Ansehens und Weiterkommens entwickeln? Sie war eine kluge Frau, gewiss.<br \/>\nEin Balkantief sandte weiterhin feuchte und schw\u00fclwarme Luft von Osten nach Zwicklingsau, und Gewitter waren nicht ausgeschlossen. (Hintertupfing schien diesmal davon nicht betroffen.) Ob sie ihm die verlorenen achtzigtausend liehe, die Escortin? Vielleicht verf\u00fcgte sie gar nicht \u00fcber eine solche Summe? Von ihrem Hasen w\u00fcrde sie diese wohl kaum bekommen. Wenn der ahnte, f\u00fcr wen das Geld bestimmt w\u00e4re, kriegte er mit Sicherheit einen Herzinfarkt! Mirando kam zu keiner L\u00f6sung. Er schloss seine Schreibtischlade ab.<\/p>\n<p>Es war gerade vor Gesch\u00e4ftsschluss. Der Bankdirektor staunte nicht schlecht, als Rembert Mirando die restlichen Siebzigtausend von seinem Konto abheben wollte, einfach so, in bar, und das Geld in einem schwarzen Kunstlederkoffer verstaute, den er wohlweislich mitgebracht hatte. Nachdem dieser sich mit dem Geld im Koffer freundlich verabschiedet hatte, eilte der Direktor in sein B\u00fcro, um den B\u00fcrgermeister anzurufen. Aber es war schon nach vier, und niemand mehr im Gemeindeamt. Der B\u00fcrgermeister hatte bereits sein Handy abgeschaltet. Der Bankdirektor schrieb ihm eine SMS, in der Hoffnung, dieser w\u00fcrde sofort zur\u00fcckrufen, wenn er sie gelesen hatte.<br \/>\nTags darauf \u00fcberbrachte der Bote einer privaten Geld-Zustellfirma hundertf\u00fcnfzigtausend Euro, lie\u00df sich die \u00dcbergabe vom mehr als erstaunten Bankdirektor mit dem Hinweis best\u00e4tigen, die Summe auf das Konto der Gemeindekasse zu verbuchen und f\u00fcgte hinzu, er d\u00fcrfe den Absender aus Gr\u00fcnden des Datenschutzes nicht nennen, punktum! Ja, geht denn das?<\/p>\n<p>An diesem Tag sa\u00df Rembert Mirando wie immer in seinem B\u00fcro. Es war der Tag, an dem er selbst Parteienverkehr abzuwickeln hatte. Die Warteschlange vor seiner T\u00fcre hielt sich in Grenzen. Die Leute, die er rascher als sonst abgefertigt hatte, tuschelten hinter vorgehaltener Hand dar\u00fcber, dass er ihre Angelegenheiten diesmal zumeist wortlos erledigt h\u00e4tte, ohne den geringsten, sonst \u00fcblichen Zynismus, ohne jegliches cholerisches Getue, wenn einmal ein Papier fehlte, und ohne auch nur den leisesten Anflug eines unanst\u00e4ndigen Witzes. Ja, manche h\u00e4tten sogar ein leises L\u00e4cheln auf seinen Lippen bemerkt.<br \/>\nAm gleichen Tag wollten auch einige Dorfbewohner einen Rettungswagen mit Blaulicht und Folgetonhorn zur Villa der Escortins hochfahren gesehen haben, und tags darauf stand im Zwicklingsauer Tagblatt (davon wusste man nichts in Hintertupfing) zu lesen, dass der bekannte Bauunternehmer Denis Escortin einem Schlaganfall erlegen w\u00e4re. Die Beerdigung w\u00fcrde am Freitag um vierzehn Uhr am hiesigen Friedhof stattfinden. Mit zahlreichen Trauerg\u00e4sten sei zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Norbert Johannes Prenner<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=416\">es menschelt<\/a> | Inventarnummer: 15075<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allen am Gesellschaftsleben Teilnehmenden, die hier in Zwicklingsau (gleichwie Hintertupfing) lebten, war l\u00e4ngstens klar, dass der ortsbekannte Lebemann und Nichtsnutz, Porsche 911-Fahrer von Gnaden, Paul Pedasoli, ein bereits l\u00e4ngeres Verh\u00e4ltnis mit der attraktiven Geschenkboutiquebesitzerin Stefanie Raymundo aufrechthielt, trotz deren gespaltener Zuneigung zur lokalprominenten K\u00fcnstlerin Eva Vanin. 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