{"id":2225,"date":"2015-02-15T15:42:12","date_gmt":"2015-02-15T15:42:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=2225"},"modified":"2015-03-02T08:50:47","modified_gmt":"2015-03-02T08:50:47","slug":"schleim-eine-ehrenrettung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=2225","title":{"rendered":"Schleim \u2013 eine Ehrenrettung"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts2225&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts2225&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Der Schleim ist \u00fcblicherweise negativ besetzt. Eklig, grauslich, unhygienisch, krankhaft und so weiter. Die schleimigen Tiere (Fische, Schnecken, Maden, Molche etc.) m\u00f6gen wir genauso wenig wie die \u201eschleimigen\u201c Menschentypen. Unangenehme Menschen \u201eschleimen sich aus \u2013 oder ein\u201c. Brrrr, wie ekelhaft.<\/p>\n<p>Dabei ist Schleim der Ursprung unseres Lebens, ein Gottes-Geschenk, ein Labsal, etwas Herrliches und K\u00f6stliches, oft genug lange Ersehntes! Ohne Schleim w\u00e4ren wir alle nicht! Nur Steine haben und produzieren keinen Schleim. Ein Leben ohne Schleim kann beispielsweise \u00a0nur \u00a0ein Bergkristall sch\u00f6n finden. Was zu beweisen ist:<br \/>\nZun\u00e4chst einmal zum Lebenselixier Schleim. Wie sehen die Stoffe aus, welche menschliches Leben entstehen lassen? Der m\u00e4nnliche Liebessaft ist schleimig, sonst k\u00f6nnten die Spermien nicht schwimmen. Die weibliche Empfangsgrotte ist ebenfalls rutschig, damit alles wie von der Natur vorgesehen flutscht.<\/p>\n<p>Und zur Vorgeschichte des Lebens respektive zu den angenehmen Dingen auf der Welt:<br \/>\nDa sieht ein Mann ein angenehm aussehendes Weibchen und freut sich. Ohne die Schleimhaut der Augen, die niemals austrocknen darf, w\u00fcrde er sie nicht sehen k\u00f6nnen. Sollte er dann in die engere Wahl der Frau kommen, ist es ebenso nat\u00fcrlich wie angenehm, einander zu k\u00fcssen. Mit der Schleimhaut der Lippen und wom\u00f6glich noch ein bisserl tiefer. Ohne Schleim h\u00e4tte Mann\/Frau das Gef\u00fchl, ein St\u00fcck trockenes Leder zu reiben, oder so \u00e4hnlich \u2013 jedenfalls nichts Erstrebenswertes und Knie-erweichende Gef\u00fchle Ausl\u00f6sendes. Kein einziger Schmetterling w\u00fcrde im Bauch flattern. Trocken ist tote Hose.<\/p>\n<p>Apropos Lippen und Goscherl: Sind sie nicht auch f\u00fcr die Aufnahme von h\u00f6chst erw\u00fcnschter, wohlschmeckender und gut duftender Nahrung vorgesehen? Eine Nase, die staubtrocken ist, verm\u00f6chte nicht die geringste Duftnote erkennen; sie ist freundlicherweise mit einer speziellen Schleimhaut ausgelegt, damit sich die D\u00fcfte einnisten k\u00f6nnen. Und auch der Geschmack ist vom Duft abh\u00e4ngig, denn ohne Riechverm\u00f6gen k\u00f6nnte der Mensch nur s\u00fc\u00df, sauer, salzig und bitter empfinden.<br \/>\nWeiterhin ist der Weg der Nahrung durch den K\u00f6rper stets von Schleimh\u00e4uten umgeben, bis zum dicken Ende. Gnade Gott dem Schlemmer, dessen \u201eOutput\u201c stecken bleibt wie ein Kolbenreiber.<br \/>\nUnd wie sieht es mit der Nahrung selbst aus \u2013 ist sie wirklich g\u00e4nzlich schleimfrei? Auch das Blut im Fleisch ist Schleim \u2013 ein bisserl dicklich, ein bisserl fettig, rutschig sowieso. K\u00f6nnte es sonst durch die d\u00fcnnsten Adern flie\u00dfen und dabei noch jede Menge Stoffe transportieren? Und Fleisch ohne Blut gibt es nicht.<\/p>\n<p>Aber auch Obst und Gem\u00fcse ist nicht ganz ohne Schleim. Wer je einen K\u00fcrbis aufgeschnitten und entkernt, wer je einen vollsaftigen Pfirsich gegessen oder die Kerne von Kirschen mit den Fingern weggeschnippt hat, wei\u00df um die Schl\u00fcpfrigkeit dieser Dinge. Gott sei Lob und Dank daf\u00fcr \u2013 es ist schon ein sinnliches Vergn\u00fcgen, das die Schleimproduktion (Speichelfluss) im eigenen Mund anregt.<br \/>\nUnd erst die Milchprodukte: Sie sind allesamt (im frischen Zustand) Schleim. Wer zum Beispiel einen mit Schlagobers (Schriftdeutsch: Sahne) gef\u00fcllten Baiser genossen hat, der hat h\u00f6chst genussvoll mit Schleim (Schlagobers) gef\u00fcllten Schleim (das geschlagene und gezuckerte Eiklar) verzehrt. Wer sagt da, dass Schleim ekelhaft ist?<br \/>\nNun m\u00f6chte vielleicht jemand meinen, dass doch das Weizenkorn absolut schleimfrei ist \u2013 weshalb Geb\u00e4ck wirklich etwas ohne Ekel Verzehrbares sei. Er hat auch unrecht. Denn die H\u00fclle des Korns hat die Eigenschaft, Wasser auf- und damit eine schleimige Konsistenz anzunehmen. W\u00fcrden sonst so viele hartleibige Menschen gerade das Vollkornbrot mit gen\u00fcgend Fl\u00fcssigkeit zu sich nehmen? Der Verfasser kann es jedem raten \u2013 das ist besser, ges\u00fcnder und zielf\u00fchrender als alle Pillen und Pasten der Pharma-Industrie.<\/p>\n<p>Es lebe der Schleim \u2013 und wir mit ihm (und durch ihn)!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Robert M\u00fcller<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=426\">schr\u00e4g &amp; abgedreht<\/a> | Inventarnummer: 15024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schleim ist \u00fcblicherweise negativ besetzt. Eklig, grauslich, unhygienisch, krankhaft und so weiter. Die schleimigen Tiere (Fische, Schnecken, Maden, Molche etc.) m\u00f6gen wir genauso wenig wie die \u201eschleimigen\u201c Menschentypen. Unangenehme Menschen \u201eschleimen sich aus \u2013 oder ein\u201c. Brrrr, wie ekelhaft. 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