{"id":2047,"date":"2015-01-08T06:47:43","date_gmt":"2015-01-08T06:47:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=2047"},"modified":"2015-01-08T19:09:45","modified_gmt":"2015-01-08T19:09:45","slug":"xx-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=2047","title":{"rendered":"Das Haus ohne Dach"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts2047&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts2047&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Der Herbert rannte vorbei an dem Haus, das kein Haus mehr war, weil ihm oben das Dach fehlte. Eine waagrechte Wand nur sa\u00df da, auf den senkrechten W\u00e4nden drauf, auf die von oben seit gestern der Regen fiel, und hinein floss, in die L\u00f6cher, und durch ein Rohr dann bergab in den Boden.<br \/>\nEin Umweg nur also.<br \/>\nMaximilian Schuppe pfiff.<br \/>\nMaximilian Schuppe, der pfiff, pfiff zur\u00fcck den Pudel, nur, der lag schon da, auf der Seite, der hatte den Fahrradst\u00e4nder schon wieder nicht kommen sehen, den gleich nach der Ecke, so schlecht sah der Herbert, seit l\u00e4nger schon.<\/p>\n<p>Und:<br \/>\nMaximilian Schuppe, der, der kam dann ebenfalls herum um die Ecke.<br \/>\nEr kam, ja, aber er lief nicht, es war, mehr ein Schlendern, und er beugte sich hin\u00fcber, \u00fcber die schnell gleichm\u00e4\u00dfig sich hebenden Pudelrippen, und er fragte sich, was der Herbert wohl tr\u00e4umte, wenn er wie \u00fcblich jetzt hechelnd so dalag, und ihm die Nase weh tat.<br \/>\nVielleicht.<br \/>\nVielleicht ja von Knochen, die auf der Wiese auf Str\u00e4uchern wachsen, auf Str\u00e4uchern, und nicht auf dem Baum. Der Baum, die B\u00e4ume, jeder soso hoch, ein Schnappen nach Luft w\u00e4r\u2019 das nur ja, nur ein zu hohes H\u00fcpfen, ein leeres, leeres Maul. Dann lieber doch weiter unten, n\u00e4her da bei den Z\u00e4hnen dort, lieber Str\u00e4ucher, aber ohne Dornen, oder sonst was mit Stacheln drauf. Glatt, glatt die \u00c4stchen, ganze \u00c4ste wegen dem wenigen Dicksein allein schon nicht, nur \u00c4stchen also, d\u00fcnne \u00c4rmchen, an einem Stamm, nicht allzu viel mehr breit. Also \u00c4stchen also, ohne Dornen, und drauf dann die Knochen mit Mascherln fest, vom Gewicht her verbogen wahrscheinlich, nur die \u00c4stchen, sie halten, im Traum.<br \/>\nIm Traum, im Traum ist da die Schwerkraft ja immer ganz w\u00e4hlerisch.<br \/>\nIm Traum, da ist dann nicht immer nur das schwer, was auch runter fallt.<br \/>\nWeil: Einmal fliegt da ein Zebra.<br \/>\nUnd: Beim n\u00e4chsten Mal st\u00fcrzen die Wolken ab.<br \/>\nAber: alles weich dann, mit den Wolken am Boden.<br \/>\n\u00dcbers Knie.<br \/>\nBis zum Kinn.<br \/>\nKnochen auf Str\u00e4uchern also.<\/p>\n<p>Und wom\u00f6glich ein Bach daneben.<br \/>\nEin Bach, genau, und sicher mit Wasser drinnen, eins sogar mit Geschmack vielleicht, ein Geschmack vielleicht, als h\u00e4tt\u2019 es einmal selbst auch die Felsen ber\u00fchrt, das Wasser. Von ganz weit oben, ja, da kommt der her, der Bach, von dort, wo kein Strauch mehr w\u00e4chst und kein Baum auch, wo der Schnee schmilzt, und keiner sich beschwert, wenn\u2019s stinkt einmal. Von oben also, von dort aus also kommt der Bach daher da zum Knochenstrauch, und mit ihm die Fische, die erst viel sp\u00e4ter einsteigen. Oben dort, dort, wo der Bach noch zu flach w\u00e4r\u2019, ein Rinnsal, dort, dort sind die Fische noch nicht dabei, die kommen erst aus den Eiern dann, und da schwimmen sie. Da schwimmen sie, und da tauchen sie auf mit dem Maul zuerst, so wie jetzt in der Lacke der Regen, so schaut das im Traum sicher aus.<\/p>\n<p>Aber was macht die Katze?<br \/>\nWas macht die Katze da!<br \/>\nDie Katze, die, die mit den gr\u00fcnen Strumpfhosen, die, die da die Steine jongliert mit den Pfoten, die, die da im Kreis rennt, auf der Waschmaschine, und um sie herum lauter K\u00fcken? Lauter K\u00fcken, lauter gelb, und gelb, von der Farbe allein schon fast Dotter noch, Dotter noch aber, die gemeinsam ein Lied singen, in dem sich absolut nichts reimt. Kein Besen Wesen, Lesen K\u00e4sen, Trinken Winken, kein Achten Pachten, keine Endung \u00fcberhaupt, die sich \u00e4hnelt, dieses K\u00fckisch, eine schwere Sprache, so beim ersten Mal H\u00f6r\u2019n, nicht zum Versteh\u2019n. Nicht zum Versteh\u2019n, nein, und nicht mal nur irgendwas, und nur irgendwie, so jetzt auf die Schnelle auch, alles hoch, alles Piepsen nur, und die K\u00fcken, die h\u00fcpfen herum um die Katze, und ihre Strumpfhosen sind pl\u00f6tzlich blau. Grad noch gr\u00fcn, jetzt schon blau, so schnell ist das gegangen mit der Farbe, und auf dem Kopf, da hat die Katze auf einmal zwei K\u00fche sitzen, kleine H\u00f6rner, kleine Euter, et cetera.<br \/>\nNicht in voller Gr\u00f6\u00dfe also, die K\u00fche.<br \/>\nAber zwei.<br \/>\nZwei K\u00fche, geschrumpft, auf Meerschweinchengr\u00f6\u00dfe so zirka, und beide sitzen da, am Kopf von der Katze, und kauen mit offenem Mund. Sie kauen, sie kauen und kauen und kauen, so weit so wie breit es geht, aber kein Heu oder Gras oder G\u00e4nsebl\u00fcmchen, sie kau\u2019n an Gletscherspeck aus dem Gurktal. Unten das Plastik, und dr\u00fcber die Folie, am Kopf von der Katze, da kau\u2019n die K\u00fche sie auf, die Packung mit dem Berg vorne drauf gro\u00df, und da fallen sie dann, die jetzt freien Speck-streifen, da fall\u2019n sie, wie gar nicht klebrig und roh. Da fallen sie, also er, er, er f\u00e4llt, er f\u00e4llt, der Speck, samtig, und auf und \u00fcber die K\u00fcken, die sich die Speckstreifen umschnall\u2019n wie Badem\u00e4ntel, die sich Pfeifen anstecken, ohne Rauch. Kein Rauch, nein, und auch keine Seifenblasen, es ist, als w\u00e4r\u2019 da gar nichts zum Rauchen da in den Pfeifen drin, doch das, das st\u00f6rt kein K\u00fcken nicht. Sie ziehen trotzdem, und sie paffen, nichts rein oder raus aus den rosa Schn\u00e4beln, die Schn\u00e4bel, wegen dem Trotzdem bald rot schon fast, und sie h\u00fcpfen nicht mehr, sie steh\u2019n. Die K\u00fcken, sie steh\u2019n, stehen da, flauschig wie am Langhaarteppich, die Fl\u00fcgel verschr\u00e4nkt hinterm R\u00fccken, mit drei Zeh\u2019n, so stehen die da, die K\u00fcken, doch da: Da kriecht eine Schnecke heran.<br \/>\nLangsam nat\u00fcrlich.<br \/>\nLangsam.<br \/>\nNur ist es gar keine Schnecke, was da so langsam heran kriecht.<br \/>\nKeine Schnecke, nein, keine richtige, mit Haus, ja, aber sicher nicht ihr\u2019s, ein Haus ist das zwar bei der Schnecke am R\u00fccken oben, nur keins f\u00fcr Schnecken, f\u00fcr Menschen eins. Eins f\u00fcr Menschen ist das, eins mit Fenstern und T\u00fcren, eins mit Ecken und Ecken und Kanten, also praktisch, eigentlich, also nie weit aufs Klo:<br \/>\nBein heben.<br \/>\nAhhhh.<br \/>\nFertig.<br \/>\nJa.<br \/>\nAlso.<br \/>\nAlso nicht nur mit Ecken, das Haus, mit T\u00fcren halt auch jedenfalls, und mit Fenstern, hinter dem einen ein Licht brennt, ein Licht brennt da, und davor tanzt Gem\u00fcse. Es tanzt, und das Dings, das wedelt, das B\u00fcschel da, das gr\u00fcne, das von den Karotten oben, davor, vor dem Licht, das da dauernd die Stimmung wechselt, eine Gurke, eine Zwiebel, ein Kohlrabi, ein Paprika. Die Gurke krumm, und stumm im Kopfnicken, die Zwiebel in Schalen, die sich nach au\u00dfen w\u00f6lben vom Dreh\u2019n, der Kohlrabi und der Paprika, heftig und eng umschlungen, so als h\u00f6rt\u2019 da drin keiner dieselbe Musik aus dem gleichen Lautsprecher kommen.<\/p>\n<p>Und da: Ein Salat h\u00e4ngt kopf\u00fcber vom Kerzenst\u00e4nder.<br \/>\nUnd da: Ein Spargel rollt Papier l\u00e4nglich auf.<br \/>\nUnd da: Ein Knoblauch steckt die H\u00e4nde in die Hosentaschen.Und da: Das Haus kriecht daweil langsam fort.<br \/>\nLangsam fort, ja, so kriecht das Haus, gar nicht auf dem R\u00fccken der Schnecke mehr, daf\u00fcr auf R\u00e4dern daf\u00fcr, und der Schneckenkopf, der beginnt dann, mit den Augen voran in die Erde zu spritzen, wie ein verpatzter K\u00f6pfler vom Beckenrand. Wie ein Bauchfleck, ja, so klatscht die da auf, die Schnecke, wie als w\u00e4r\u2019 da der Boden ganz fl\u00fcssig, und die Katze jongliert, die Strumpfhose rot jetzt, und vom Haus bleibt dann nur mehr der Rauchfang mehr \u00fcber zum Seh\u2019n.<br \/>\nWie so eine Haifischflosse.<br \/>\nNur eckig halt.<br \/>\nUnd aus Ziegeln, ja, wie so eine eckige Haifischflosse aus Ziegeln, so pfl\u00fcgt der Rauchfang da davon und den H\u00fcgel hinauf ganz hinten, durch den Boden, so flink wie elegant.<br \/>\nLangsam.<\/p>\n<p>Der Herbert lag da und die Zunge hing ihm nass aus dem Maul seitlich.<br \/>\nMaximilian Schuppe, der schaute nur, von oben herab hinunter, und er dachte, was dieser Vollmond wohl macht da, so am helllichten Tag? Der Vollmond da, der ohne Gesicht drinnen, der, der da steigt von hinter dem Knochenstrauch und dem Fluss und der Katze und den K\u00fcken und dem H\u00fcgel ganz hinten, die alle da steh\u2019n, mitten in der Nacht ganz pl\u00f6tzlich. Und auch die Sterne, die kommen, jeder einzeln durch den eigenen Zippverschluss, ein Ritsch und ein Ratsch ist das, \u00a0und ganz viele offene Hosent\u00fcrln, im Himmel, durch den da ein Dampf da durchdampft, als w\u00fcrd\u2019 da geb\u00fcgelt von au\u00dfen.<\/p>\n<p>Dann ein Rascheln von rechts.<br \/>\nDann ein Rascheln von links.<br \/>\nDann ein Rascheln von rechts, wieder, drei Mal also Rascheln, rechts links rechts, und zwischen dem Rascheln ein Huschen, das klingt, als h\u00e4tt\u2019s weder Achseln noch Knie. Nein, ohne Knie, und ohne Achseln, und die Arme dazu auch genauso nicht, und da steht er dann pl\u00f6tzlich, der Nudelwalker, ein Zylinder ganz oben am Griff.<br \/>\nDann:<br \/>\nDer Nudelwalker verbeugt sich, als k\u00f6nnte er sich verbiegen.<br \/>\nDann:<br \/>\nEin Zauberstab.<br \/>\nAus dem Nichts.<br \/>\nJa.<br \/>\nAus dem Nichts also, dann also ein Zauberstab, einer, der da auf einmal da dann durch die Luft schwingt, und der Nudelwalker fragt, ob sich wer freiwillig meldet, und abrakadabra ist der Zauberstab puff! ein Strau\u00df Vogelfutter. In der Luft, da schwebt der, die St\u00e4ngel gebogen aus Dr\u00e4hten, als Bl\u00fcten drauf in Batzen das K\u00f6rndlzeugs, so schwebt der da, der Strau\u00df Vogelfutter, gerade noch ein Zauberstab und jetzt das. Jetzt das, nur K\u00f6rner, nur braune und schwarze und beige, unappetitlich, wie pfui Teufel auf die St\u00e4ngel vorn draufgeklatscht, aber da: Da kommt trotzdem ein Rotkehlchen im Sturzflug herabgest\u00fcrzt, und es landet, oben am Strau\u00df, und es frisst sich den Bauch voll.<br \/>\nDa hamma schon uns\u2019re Freiwillige, meint dann der Nudelwalker.<br \/>\nDas Rotkehlchen, es wird dann zers\u00e4gt.<br \/>\nAber doch nicht.<br \/>\nDer Nudelwalker, der ist n\u00e4mlich ein Zauberer.<br \/>\nEin Zauberer, das ist der, der Nudelwalker, und er fuchtelt herum, der Zauberstab wieder normal jetzt, wieder schwarz und die Spitze wei\u00df.<\/p>\n<p>Kawumm!<br \/>\nKawumm!, und da steht die Schildkr\u00f6te, die aus der letzten Reihe, die steht da irgendwie ganz pl\u00f6tzlich nach dem Kawumm! ohne Panzer auf der B\u00fchne oben im Rampenlicht. Ohne Panzer, die Schildkr\u00f6te, also nackt quasi, und \u201eDie Vorderbeine schnell \u00fcber die eine Stelle da unten schnellstens!\u201c, das denkt sich die Schildkr\u00f6te sicher, allein vom Blick schon her, nur aber nicht schnellstens genug, und noch mehr Gefuchtel und Dusch!<br \/>\nDusch.<br \/>\nDer Rauch, langsam lichtet er sich.<br \/>\nDer Rauch, langsam zieht er nach oben, und da ist er zur\u00fcck, der Panzer, herum um die nackte Schildkr\u00f6te, die wieder in der hintersten Reihe sitzt, und \u00fcberrascht applaudiert.<br \/>\nDer Nudelwalker, der zischt derweil, nach oben wie Raketen.<br \/>\nImmer h\u00f6her.<br \/>\nUnd h\u00f6her.<br \/>\nUnd ganz hoch bis fast zu den Sternen rauf, da zischt der, der Nudelwalker, bis fast zu den leuchtenden Hosent\u00fcrln, und kurz vorm Mond dann zerspringt er, in rotem, in knallrotem Licht.<\/p>\n<p>Es ist dann nicht mehr Nacht, sondern hell deswegen.<br \/>\nWie am Tag halt.<br \/>\nWie am Tag, so, und eine Sonne mit Sonnenbrill\u2019n.<br \/>\nJa, mit Sonnenbrill\u2019n, die Sonne, mit Brillen und roten Gl\u00e4sern, dort scheint sie, dort, wo der Nudelwalker grad erst zersprungen ist, und die Katzenstrumpfhose: gelb jetzt vielleicht? Vielleicht gelb, vielleicht wei\u00df, bei dem Licht alles beide nur rosa, und die Katze jongliert und jongliert und jongliert und jongliert, und die K\u00fcken, die legen Eier. Eier, ganz kleine nur, gar kein Platz drin f\u00fcr ein K\u00fcken wie sie selbst eins sind, so kleine legen die, solche Eier, und da setzt sich jemand dazu an den Tisch, der gedeckt auch einfach so auftaucht. Mit Tischdecke schon, ja, so taucht der da auf, der Tisch, und mit Luftballons drauf auf den Tellern, und der jemand, der da dazu kommt, ist ein Kind, eins mit Bart und mit Augenklappe.<br \/>\nDer Bart nat\u00fcrlich nur aufgemalt.<br \/>\nAm Kopf mit drei Ecken ein Hut.<br \/>\nJa.<br \/>\nSo, ja, und eben, das Kind, das setzt sich also, mit dem Bart und der Augenklappe, und die K\u00fcken, die steigen herab dann vom Eierberg, und auch sie nehmen Platz. Rundherum, auf den Sesseln, mit den Speckm\u00e4nteln immer noch umgeschnallt, und nur die Katze, die bleibt, wo sie war, mit den K\u00fchen, die muhen, wie pl\u00f6tzlich verk\u00fchlt.<br \/>\n\u201eWas soll das?\u201c, fragt das b\u00e4rtige Kind mit der Augenklappe, \u201eWarum geh\u2019n alle als H\u00fchner, bitte? Is\u2019 ja ur nicht fad, oida!\u201c<br \/>\nH\u00fchner?<br \/>\nK\u00fcken noch oda?<br \/>\n\u201eWarum geht\u2019s ihr alle als H\u00fchner, heast?\u201c, fragt das b\u00e4rtige Kind, trotzdem, noch einmal, hinein in die leere Runde, und ein K\u00fcken, das sich auf seinem Sessel erhebt, schaut auch stehend niemals \u00fcber den Tisch dr\u00fcber.<\/p>\n<p>Das K\u00fcken.<br \/>\nEs r\u00e4uspert sich.<br \/>\n\u201eZu ihrer Information, wertes Menschenjunges: Wir hab\u2019n uns das bei Gott nicht selbst ausgesucht. Wir sind nur hier wegen euch, und Euresgleichen, die ihr herumsitzt da, in einem Hundehirn. Und nein: Nicht mal im Hundehirn sitzt ihr, nein, nur in dem, was ihr glaubt, wie\u2019s im Hundehirn so innen drin zirka ausschaut, und auch sie, auch sie selbst sind ja gar nicht anders, nur ein Gespinst, eins von ganzganz weit dort.\u201c<br \/>\n\u201eH\u00e4?\u201c, fragt das Menschenjunge, \u00e4hh, also das b\u00e4rtige Kind mit der Augenklappe.<br \/>\nDas K\u00fcken, das setzt sich wieder.<br \/>\nEin anderes steht auf.<br \/>\nWeil: weil die K\u00fcken nur reden, wenn sie steh\u2019n, oder sonst irgendwie, aber die Stimme war auf jeden Fall anders.<br \/>\nTiefer ein bissi.<br \/>\nSie sagt, also es, das neue K\u00fcken, das sagt: \u201eDer checkt\u2019s net, dea Bua!\u201c, und die Katze h\u00f6rt auf, zu jonglieren. Sie fragt: \u201eHallo? Warum sprechen hier alle mit Worten pl\u00f6tzlich?!\u201c, und sie wirft einen Stein auf den Boden.<br \/>\nDie Strumpfhose fehlt.<br \/>\nIhr.<br \/>\nEin weiters K\u00fcken stimmt ein:<br \/>\n\u201eGute Frage! Ja! Wie soll das denn geh\u2019n ohne Lernen?\u201c, und: \u201eDas darf doch nicht wahr sein!\u201c, und, \u201eAlso sowas d\u00fcrft\u2019s gar nicht geben meiner Meinung nach!\u201c, dauernd andere Stimmen, die da kreuz und quer durcheinander rufen, andauernd anders und dann:<br \/>\nDann wird es still.<br \/>\nDann ist es still, und alles starrt vor Schreck in das Braune hinein, in das, was da kommt.<\/p>\n<p>Vielleicht ein Schokopudding?<br \/>\nEin K\u00fcken fl\u00fcstert, \u201eUm Himmels Willen. Wohin soll das alles noch hinf\u00fchr\u2019n?\u201c<br \/>\nJa.<br \/>\nGenau.<br \/>\nAlso:<br \/>\nDa kommt also ein Schokopudding, ein dicker, fetter Schokopudding, der kommt ver-schwommen da also auf den Tisch da jetzt zugewalzt, alles an ihm wie der Speck so gl\u00e4nzend, und er bleibt davor stehen, vorm Tisch, greift sich einen Becher und trinkt.<br \/>\nEistee Pfirsich.<br \/>\nEr r\u00fclpst.<br \/>\nDer Schokopudding, der r\u00fclpst, und um ihn herum fallen Farben, so Farben wie beim Laub drauf am Gehsteig auch, und sein Braun bekommt Str\u00e4hnen, und was ist das?, ein Ohr?<br \/>\nEr sagt, der Schokopudding mit Ohr\u2019n, der sagt: \u201eSo meine Herrschaften! Genug! Jetz\u2019 is\u2019 aus f\u00fcr heut\u2019!\u201c, und dann dreht er sich um, zu Maximilian Schuppe hin.<br \/>\nEr bellt: \u201eWuff!\u201c<br \/>\n\u201eWuff!\u201c<br \/>\nMaximilian Schuppe stand da, und er sah auf den Herbert hinunter.<br \/>\nEr streichelte ihm, zur Begr\u00fc\u00dfung, mit den Fingern durch die Str\u00e4hnen im Haar.<br \/>\nUnd:<br \/>\nDer Herbert stand auf, beide gingen.<br \/>\nVorbei an dem Fahrradst\u00e4nder.<br \/>\nVorbei an dem Haus, ohne Dach.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Markus Peyerl<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.markuspeyerl.at\/\" target=\"_blank\">www.markuspeyerl.at<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at |\u00a0Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=414\">dada &amp; gaga<\/a> | Inventarnummer: 15009<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #c0c0c0;\"><em>(Auf Wunsch des Autors wurde bei diesem Text auf manche Lektoratskorrektur verzichtet und der Text teilweise im Original belassen.)<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Herbert rannte vorbei an dem Haus, das kein Haus mehr war, weil ihm oben das Dach fehlte. 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