{"id":1899,"date":"2014-12-11T13:25:19","date_gmt":"2014-12-11T13:25:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=1899"},"modified":"2024-06-26T07:34:37","modified_gmt":"2024-06-26T07:34:37","slug":"vom-brotteig-kneten-stricken-und-schreiben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=1899","title":{"rendered":"Vom Brotteig Kneten, Stricken und Schreiben"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts1899&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts1899&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Es gibt Dinge, die einen pr\u00e4gen. Ich meine keine Pr\u00e4gung im Sinne des Pawlow\u2018schen Hundes, derartiges finde ich v\u00f6llig verachtenswert. Absichtlich ein Verhalten hervorrufen zu wollen, ist mir in der Erziehung bei Mensch und Tier gleicherma\u00dfen suspekt. Es widerspricht meiner Vorstellung von Freiheit und Sch\u00f6pfungsauftrag.<br \/>\nVielmehr denke ich an Lebensumst\u00e4nde und Verhaltensweisen, mit denen man nat\u00fcrlich konfrontiert wird, und die man entweder ablehnen oder annehmen kann. So k\u00f6nnen Menschen in ein und demselben Umfeld ganz unterschiedliche Pr\u00e4gungen erfahren. Ich beobachte das bei meinen Geschwistern.<br \/>\nWas hat mich also gepr\u00e4gt? Je \u00e4lter ich werde, umso mehr stelle ich fest, dass es ganz einfache Dinge sind, die sich mir wie Brandzeichen eingepr\u00e4gt haben. Es ist der Umgang mit Teig und mit Wolle. Traditionell weibliche Refugien, aber das muss ja nicht schlecht sein.<br \/>\nMeine Mutter hatte objektiv betrachtet ein ausgesprochen schweres Leben. Sie hat es aber auch ausgesprochen gut verstanden, innerhalb der eng gesteckten Grenzen ihre Leidenschaften zu pflegen und dadurch innerlich frei zu sein und zu bleiben. So sehe ich das heute.<br \/>\nSie stammte aus einer B\u00e4ckerei und der Umgang mit Brotteig war ihr nicht nur selbstverst\u00e4ndlich, sondern sogar lebensnotwendig. Damit meine ich nicht, dass man Brot zum Essen braucht, ich wurde in der Zeit des Wirtschaftswunders gro\u00df, sondern dass ihr das Kneten von Brotteig innere Ruhe verschaffte. Immer, wenn sie schlecht drauf war, \u201er\u00fchrte sie an\u201c, womit sie die Herstellung des Sauerteigs, des \u201eUras\u201c, bezeichnete. Dazu musste Wasser mit Roggenmehl vermischt werden. Es entstand ein z\u00e4her Baaz, der in einem uralten, braunen und angeschlagenen Tongef\u00e4\u00df zur G\u00e4rung gegeben wurde. Es dauerte ein paar Tage, der Sauerteig wurde mit einem Holzl\u00f6ffel immer wieder umger\u00fchrt, mit einem Geschirrtuch zugedeckt und entwickelte langsam Bakterien, sodass er immer mehr wurde. Manchmal passierte es \u00fcber Nacht, dass er aus dem Topf rann. Er wurde lebendig, und es war schwer, den z\u00e4hen Teig wieder wegzuputzen. Alle Lappen klebten und auch von den H\u00e4nden bekam man ihn kaum mehr ab. Man muss kaltes Wasser benutzen, mit warmem klebt alles noch besser. Auch so eine Erfahrung. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie sich meine Mutter freute, wenn das Ura ging. Mit Begeisterung begann sie, den Brotteig zu kneten. Ohne irgendetwas abzuwiegen, schaufelte sie das schwarze Roggenmehl, das Gerstenmehl und das wei\u00dfe Weizenmehl in eine riesige orange Plastiksch\u00fcssel. Die Gew\u00fcrze zerkleinerte sie mit dem Nudelholz auf dem Nudelbrett, es waren Koriander und Anis. Die Anisk\u00f6rner kaue ich auch heute noch gern. Das Kneten ging ruck zuck. Es schaute furchtbar leicht aus, doch wenn ich es selbst probierte, verlie\u00dfen mich bald die Kr\u00e4fte, und meine Muskeln im rechten Arm stellten sich als hoffnungslos untrainiert heraus. Auch wenn ich mich bem\u00fchte, mir meine Schw\u00e4che nicht anmerken zu lassen, schaute sie mich voller Verachtung an und meinte, ich solle mich nicht so anstellen. Der B\u00e4ckeropa h\u00e4tte mir schon l\u00e4ngst den Teig ins Gesicht geschmissen. Schlie\u00dflich schubste sie mich weg und griff mit ihrer Rechten in die Masse. Sie wollte es auch selber machen, weil sie diese Arbeit f\u00fcr ihre Seele brauchte. Es herrschte ein intimes Verh\u00e4ltnis zwischen dem Teig und ihr. Mit der Linken hielt sie den Rand der Sch\u00fcssel fest und drehte sie immer wieder, damit alles gleichm\u00e4\u00dfig durchgeknetet wurde. Je nach Bedarf kamen noch Mehl und Wasser dazu. Beim Kneten war meine Mutter gl\u00fccklich. Ich glaube heute sogar, das war das Sch\u00f6nste, was es f\u00fcr sie gab. Sie brauchte alle Kr\u00e4fte, die in ihr steckten. Sie powerte sich gewisserma\u00dfen komplett aus. Sie hatte den Teigklumpen in H\u00e4nden, an dem sie sich abarbeiten konnte. Wenn sie dann die Laibe formte, war sie so geschickt, dass wenige Handgriffe gen\u00fcgten. Sie sagte, man d\u00fcrfe nicht zu lange daran rumkneten, sonst verderbe man ihn. Es musste schnell gehen, und sie konnte mir auch dabei nicht zusehen, weil ich viel zu langsam und vorsichtig war, weil ich mich immer bem\u00fchte, es m\u00f6glichst gut zu machen und immer noch nachbesserte. Das konnte sie nicht leiden. Man knetet rasch und legt die Laibe zum G\u00e4ren unter ein Tuch. Zuletzt wurden noch ganze Gew\u00fcrze in den Laib gedr\u00fcckt. Man streute diese aufs Nudelbrett und wiegte das Brot ein-, zweimal dar\u00fcber. Wenn alles richtig war, klebte es weder an den Fingern noch am Brett.<br \/>\nLeider hatten wir nur einen K\u00fcchenherd und keinen Backofen. Meine Mutter musste sich also bescheiden, was das Einschie\u00dfen betraf. In der Backstube, wo sie die gl\u00fcckliche Kindheit und Jugend verbracht hatte, war das das Gr\u00f6\u00dfte \u00fcberhaupt. Die Laibe mit dem flachen Holzbrett am langen Stiel in den Ofen zu schieben und auf die gemauerte Backfl\u00e4che zu schubsen. Auch das musste unheimlich schnell gehen. Man konnte ja den Ofen nicht lange offen lassen, weil sonst die Hitze entweicht. In unserem Herd war es nat\u00fcrlich wesentlich schwieriger, eine gleichm\u00e4\u00dfige Hitze zu halten. Manchmal wurden die Brote wunderbar, manchmal sprangen sie oben auf, manchmal rissen sie unten ab, aber sie schmeckten ja trotzdem.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich hatte meine Mutter den Hang, alles leicht zu verbrennen. Das steckte irgendwie in ihr drin und sie konnte es nicht ablegen, ein Scheit oder eine Schachtel zu viel ins Feuer zu schieben. Aus Sparsamkeit heizten wir haupts\u00e4chlich mit Kartonagen, die als Verpackungsmaterial im Laden anfielen. Umweltfreundlich war das nat\u00fcrlich nicht, aber daran dachte man damals noch nicht. Das Brotbacken war eine Sache der Ehre! Sie war stolz auf sich und wir auf sie. Niemand sonst buk in den 70er Jahren Brot. Die Alternativen und Gr\u00fcnen kamen erst zehn Jahre sp\u00e4ter. So waren wir gewisserma\u00dfen der Zeit voraus. Postmodern? Die meisten dachten aber, wir hinkten dem Zeitgeist hinterher. Die Eltern einer Freundin bezeichneten meine Familie sogar als antiquiert und sahen es nicht gern, wenn wir zusammen waren.<\/p>\n<p>Die zweite Sache, die meiner Mutter geholfen hat, die Nerven zu bewahren, war das Stricken. Es hatte therapeutische Bedeutung. Sie strickte jede freie Minute, immer und \u00fcberall. Sie hatte ein Gestrick f\u00fcr zu Hause, etwas Kompliziertes, und eins f\u00fcr unterwegs, das waren meist Socken. Zu Hause strickte sie in den fr\u00fchen Morgenstunden, wenn sie die ruhige und freie Zeit noch n\u00fctzen wollte. Sie strickte w\u00e4hrend des nachmitt\u00e4glichen Kaffeetrinkens, das eingef\u00fchrt wurde, als mein Bruder als Lehrer ans Gymnasium kam. Offensichtlich hat er diese Gepflogenheit beim Studium kennen gelernt. Sie strickte abends, nach Ladenschluss, um 20 Uhr, nachdem sie die Kasse gemacht und alle Einnahmen nebst Ladenschl\u00fcssel in eine Plastikgeldtasche mit Rei\u00dfverschluss gesteckt hatte,\u00a0 ein Werbegeschenk der Sparkasse. Diese Tasche legte sie, wenn sie ins Bett ging, unter das Kopfkissen. Abends strickte sie am liebsten und erz\u00e4hlte von den Kunden im Laden, wobei wir viel Spa\u00df hatten, Verkaufsgespr\u00e4che parodistisch nachzuahmen. Die Kunden hatten ja alle so ihre Eigenheiten und man kannte sie ein Leben lang. Das war Theater live und t\u00e4glich, was aber auch enorm anstrengte, weil ja fast kein Raum f\u00fcr Privatsph\u00e4re blieb.<br \/>\nAbends strickte meine Mutter mindestens bis 22 Uhr, manchmal auch l\u00e4nger, wenn sie der Ehrgeiz packte und sie etwas unbedingt fertig bekommen wollte. Im Alter behauptete sie sogar, ganze N\u00e4chte durchgestrickt zu haben. Wir hatten Pullover, Kleider, R\u00f6cke, Jacken und sp\u00e4ter sogar Decken und Teppiche. Dann hat sie es echt \u00fcbertrieben. Ich glaube, sie ist s\u00fcchtig gewesen. Das Coolste, was sie mir je gestrickt hat, war ein Kleid aus lauter Wollresten. Der Rock war total bunt, immer nur eine Reihe mit einer Farbe. Leider reichten die Reste nur f\u00fcr den Rock. Beim Oberteil sparte sie und nahm eine Farbe, die sich nicht verkaufen lie\u00df, einen Ladenh\u00fcter, und zwar in Orange, wie es die Stra\u00dfenarbeiter trugen. Ich wollte sie noch umstimmen, aber da war nichts zu machen. Die Wolle musste weg und die andere konnte man verkaufen. Ich habe mich gesch\u00e4mt und wurde ausgelacht, aber das war ihr egal, da musste ich durch. Der Rock war aber echt super und auch praktisch. Man konnte immer wieder ein paar Reihen anstricken, wenn ich wuchs und wenn wieder Reste angefallen waren.<br \/>\nStrickend hat sich meine Mutter von der Last des Tages erholt. Sie hat sich gewisserma\u00dfen alles von der Seele gestrickt. Voller Stolz hat sie auch erz\u00e4hlt, dass sie sich schon in der dritten Klasse selber einen Pullover gestrickt hat und ihre j\u00fcngere Schwester sogar schon zur Einschulung eine Weste, da kam nat\u00fcrlich raus, dass wir sie total entt\u00e4uschten. Ich bat sie, mir das Stricken zu lernen, aber daf\u00fcr hatte sie keine Geduld. Sie wollte auch nicht zu viel Zeit f\u00fcr ihr eigenes Strickwerk verlieren, und ich nervte sie schnell, weil ich mich selten d\u00e4mlich anstellte. Schlie\u00dflich sagte sie, sie k\u00f6nne niemandem etwas beibringen. Wenn man etwas lernen will, dann muss man sich selbst anstrengen. Sie hat auch alles von alleine gelernt, es sich abgeschaut. Ihren Bruder durfte sie in der Backstube nicht zweimal nach einem Arbeitsschritt fragen, da sei er gleich grantig geworden. Also hat sie es sich gemerkt oder schnell aufgeschrieben. Man darf die Leute nicht von der Arbeit abhalten.<br \/>\nBei mir hat das mit dem Abschauen irgendwie nicht so geklappt. Vielleicht hat sie aber auch zu schnell gestrickt, dass ich gar nicht so schnell schauen konnte. Ich musste also warten, bis wir in der Schule das Stricken lernten. Das war in der dritten Klasse. Wir sollten Wolle und Nadeln mitbringen. Und da zeigte meine Mutter nun wieder ihre wenig p\u00e4dagogische Art. Sie gab mir hellblaue Babywolle mit, superweich und superd\u00fcnn, mit einer ph\u00e4nomenalen Laufl\u00e4nge von mehreren hundert Metern, also beste Qualit\u00e4t, aber die Farbe war halt wieder absolut schrecklich, leider wieder ein Ladenh\u00fcter. Meine Proteste entkr\u00e4ftete sie, indem sie mir erkl\u00e4rte, dass sie sich fr\u00fcher gl\u00fccklich gesch\u00e4tzt h\u00e4tte, wenn sie neue Wolle bekommen h\u00e4tte. Sie musste immer aufgetrennte verarbeiten. Au\u00dferdem m\u00fcsse ich ja ohnehin erst \u00fcben.<br \/>\nZu der Wolle kamen noch Eineinhalber-Nadeln. D\u00fcnnere gab es nicht. Laut meiner Mutter k\u00f6nne man die Qualit\u00e4t von Strickwaren an der feinen Nadelst\u00e4rke ablesen. Zudem waren sie drei\u00dfig Zentimeter lang. Eine ziemliche Herausforderung! Alle anderen M\u00e4dchen in der Klasse hatten kurze Nadeln und dickere Wolle in sch\u00f6neren Farben. Die junge Lehrerin erkl\u00e4rte die hohe Kunst des Strickens nach den vermutlich neuesten p\u00e4dagogischen Richtlinien an einem gut sichtbaren Schauobjekt und zeichnete auch die Maschen an die Tafel. Es gab Abbildungen, die schrittweise das Fadenholen veranschaulichten. Ich kam ganz gut mit, aber mit der superd\u00fcnnen Wolle und den superd\u00fcnnen Nadeln war das nicht so einfach. Ich wickelte den Faden um den Zeigefinger und irgendwie zurrte er sich so fest, dass mir fast der Finger abstarb. Nachdem ich den Anschlag endlich geschafft hatte, strickte ich einige Reihen, wobei auf mysteri\u00f6se Weise von Reihe zu Reihe die Maschen weniger wurden. Ich war ehrgeizig und wollte es den anderen zeigen. Schlie\u00dflich musste mir diese Handarbeit ja irgendwie im Blut liegen. Aber alle schauten mich nur mitleidig an. Es ging \u00fcberhaupt nicht vorw\u00e4rts. Die anderen hatten schon ein Riesenst\u00fcck heruntergenadelt mit ihren dicken Wollen und bei mir sah man noch kaum etwas. Ich w\u00e4re am liebsten im Erdboden versunken. Auch die Lehrerin konnte nicht helfen. Es mangelte an den Voraussetzungen.<br \/>\nZu Hause meinte meine Mutter nur lakonisch, dass ich irgendwann schon noch begreifen w\u00fcrde, dass das doch der richtige Weg sei. Nur faule Menschen stricken mit dicker Wolle. Die dicke sei ja auch viel billiger. Damals konnte ich ihr das noch nicht abnehmen. Schlie\u00dflich habe ich aber doch irgendwann die Technik beherrscht und etliches mit hauchd\u00fcnner Wolle gestrickt. Da war sie stolz auf mich und hat sogar meine Pullover ins Schaufenster gelegt, aber das war erst f\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter. Ich lernte geduldig Masche f\u00fcr Masche und Reihe f\u00fcr Reihe zu stricken, bis endlich etwas fertig war. Da hat sie mir sogar ganz feine Angorawolle gekauft, die man weder auftrennen noch waschen konnte. Da musste wirklich jede Masche sitzen. Ich habe mir daraus einen sch\u00f6nen Pullover gestrickt, der im Lesesaal der Uni, wo ich inzwischen meine Tage verbrachte, alle Blicke auf sich zog. Leider wusch ich einmal aus einer Laune heraus v\u00f6llig unbedacht das gute St\u00fcck und verdarb es. Lange verheimlichte ich diese niedertr\u00e4chtige Tat vor meiner Mutter. Einmal erfuhr sie es aber doch und wandte sich wortlos ab. Grenzenlos war ihr Unverst\u00e4ndnis, ja ihre Entt\u00e4uschung. Ich sah keine M\u00f6glichkeit, das je wieder gut zu machen. Dabei verschmerzte ich den Verlust meines\u00a0 wunderbaren Pullovers leichter als den Kummer, den ich meiner Mutter durch meine blindw\u00fctige Waschlust zugef\u00fcgt hatte.<br \/>\nZu einer Meisterin auf dem Gebiet der Strickkunst habe ich es nie gebracht. Ich beherrschte schwierigste Muster und Modelle, aber ich nahm mir immer h\u00e4ufiger zu gro\u00dfe Projekte vor, die ich dann immer \u00f6fter unvollendet liegen lie\u00df.<\/p>\n<p>Und jetzt habe ich mich f\u00fcr die Buchstaben entschieden. Sie sind mir lieber als die Maschen. Ich schreibe Geschichten und werde mich davor h\u00fcten, sie zu hei\u00df zu waschen. \u00c4hnlich den Pullovern m\u00fcssen auch die Geschichten passen. Genauso wie Pullover, die niemand tr\u00e4gt, keinen Sinn ergeben, so sind auch Geschichten wertlos, die niemand h\u00f6ren oder lesen will, die niemanden ansprechen und die nicht unter die Haut gehen, die nicht die Kraft haben, Verb\u00fcndete zu finden. Geschichten sind ja etwas Lebendiges. Ich erz\u00e4hle sie so, wie sie in mir wohnen. Doch diejenigen, die davon in irgendeiner Weise betroffen werden, nehmen sie ja wieder in ihr Innerstes auf und dort ver\u00e4ndern sie sich, passen sich den neuen Wohnverh\u00e4ltnissen an und entwickeln ein Eigenleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Claudia Kellnhofer<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=416\">es menschelt<\/a> | Inventarnummer: 14078<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Dinge, die einen pr\u00e4gen. Ich meine keine Pr\u00e4gung im Sinne des Pawlow\u2018schen Hundes, derartiges finde ich v\u00f6llig verachtenswert. Absichtlich ein Verhalten hervorrufen zu wollen, ist mir in der Erziehung bei Mensch und Tier gleicherma\u00dfen suspekt. Es widerspricht meiner Vorstellung von Freiheit und Sch\u00f6pfungsauftrag. 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