{"id":1399,"date":"2014-06-04T11:12:04","date_gmt":"2014-06-04T11:12:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=1399"},"modified":"2014-06-25T19:38:35","modified_gmt":"2014-06-25T19:38:35","slug":"kenntnisse-einer-ehebrecherin-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=1399","title":{"rendered":"Kenntnisse einer Ehebrecherin Teil 2"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts1399&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts1399&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Ich wei\u00df noch genau, wie gen\u00fcsslich er die Orange sch\u00e4lte, w\u00e4hrend er mir von seiner exotischen Eroberung erz\u00e4hlte.<br \/>\nMich wunderte es nicht, dass er sich ein wenig umgesehen hatte. In letzter Zeit hatte ich sehr wenig Zeit f\u00fcr ihn gehabt, zumindest weniger als in den eineinhalb Jahren davor. Ja, so lange ging das damals schon mit uns! In dieser Zeit war ich recht erfolgreich gewesen, und ich vermutete, auch dank ihm. Ich sah alles in einem anderen Licht, ich war selbst ein freierer Mensch geworden, lebte f\u00fcr den Tag und nicht f\u00fcr das Morgen. Das tat mir und meiner Kunst gut, und so blieb der Erfolg nicht aus: Auftr\u00e4ge en masse, sogar im Ausland war ich mehrfach unterwegs, und ich lebte erstmals in meiner noch eher jungen Karriere ohne Geldsorgen und mit viel kreativem Spielraum mein mir selbst gew\u00e4hltes Leben; nicht zuletzt als Geliebte eines verheirateten Mannes. Dessen Ehefrau war\u2019s auch zufrieden, sie selbst hatte mir ja den Vorschlag unterbreitet, und so lief alles wie am Schn\u00fcrchen. Zumindest bis zu jener postkoitalen Orange. Von da an wusste ich, es war eine andere im Spiel, eine zus\u00e4tzliche Person, ja, ein Unsicherheitsfaktor in Bezug auf unsere gut funktionierende M\u00e9nage \u00e0 trois.<\/p>\n<p>Und es lie\u00df mir keine Ruhe. Ich kam in einen Zustand des Besitzenwollens, der mir zuvor fremd gewesen war. Dass seine Frau Vorrang haben sollte, war von Anfang an klar gewesen, aber jetzt, diese Frau, von der er so schw\u00e4rmte? Das musste ich erst einmal verdauen. So viele Fragen stellten sich auf einmal. Wie weit war er gegangen? Was wollte sie von ihm? Dasselbe wie ich? Wusste seine Frau davon?<br \/>\nUnd so kam es, dass unsere Gespr\u00e4che, statt sich wie bisher vorrangig um Sex zu drehen (denn das hatten wir in all diesen Monaten davor geschafft, bei seinen kurzen Besuchen fast ausschlie\u00dflich beim Thema Nummer eins zu bleiben), in ein verh\u00f6rartiges Beisammensein umschlugen, sehr zu seinem und meinem Missfallen.<br \/>\nSchlie\u00dflich beschloss er, dem ein Ende zu setzen. Und zwar nicht seinen Treffen mit dieser aufregenden neuen Frau in seinem Leben (oder gar unseren Zusammenk\u00fcnften), sondern unserer jetzigen unbefriedigenden Situation. Irgendwie schien er zu verstehen, dass das alles zu viel des Ungewissen war, mit dem ich pl\u00f6tzlich konfrontiert worden war, und so machte er einen folgenschweren Vorschlag.<br \/>\nSie h\u00e4tte nichts dagegen, mich zu treffen, meinte er. Sie sei clever und sch\u00f6n, spr\u00e4che sehr gutes Englisch mit reizvollem Akzent, wir w\u00fcrden uns schon verstehen. Und obwohl ich nicht wusste, wohin das f\u00fchren sollte, lie\u00df ich mich darauf ein. Ein bisschen geschmeichelt f\u00fchlte ich mich wohl auch, denn ich hatte in diesem einen Fall einen Vorzug gegen\u00fcber seiner Frau: Mir wollte er zuerst das Vertrauen schenken, und ich sollte ihm dann auch mit meinen Ratschl\u00e4gen weiterhelfen \u2013 ob er ihr das Ganze erz\u00e4hlen oder es lieber lassen sollte? Auch bei dieser Entscheidung sollte ich ihm zur Seite stehen, und er meinte, das ginge leichter, wenn ich w\u00fcsste, um wen es sich handelte und worum es eigentlich ging.<br \/>\nH\u00f6chstens am allerersten Tag meines Zusammentreffens mit diesem Mann war ich aufgeregter als an jenem weiteren, dem gemeinsamen Treffen mit \u201eder Neuen\u201c.<br \/>\nDa sein Haus aus naheliegenden Gr\u00fcnden als Treffpunkt ausschied und ich ein Treffen bei mir ausschloss (ich kannte die Frau schlie\u00dflich nicht, und Vorsicht war geboten, meiner Meinung nach), ein Hotelzimmer \u00fcberdies f\u00fcr alle Beteiligten nicht in Frage kam und sie eine geeignete Bleibe hatte, war der Ort des Geschehens rasch klar.<br \/>\nEr und ich fuhren erstmals zusammen mit seinem Auto hin, so viele Premieren auf einmal! Mir war das alles nicht recht geheuer. Doch mein Herz schlug sich wacker. Es setzte nicht einmal aus, als uns schlie\u00dflich eine dunkle Sch\u00f6nheit die Haust\u00fcre \u00f6ffnete, die zuerst mich, dann ihn freundlich anl\u00e4chelte und anschlie\u00dfend mir Wangenk\u00fcsschen und ihm einen dicken Schmatz auf den Mund gab.<\/p>\n<p>Sie bat uns herein, ein Blumenduft umwehte ihren langen Rock, und ich wusste sofort, was er an ihr fand. Es war nicht nur ihr exotisches \u00c4u\u00dferes, das ihn faszinierte. Ihr Gang war wiegend, einladend und herausfordernd zugleich. Es war ein Vergn\u00fcgen, ihr zuzusehen, wie sie vor uns die Stiege hinaufging, w\u00e4hrend sie Nettigkeiten von sich gab, und alleine ihr zu folgen, war eine Sinnenfreude. Zum ersten Mal an diesem Tag war ich entspannt. Diese Frau f\u00fchrte nichts B\u00f6ses im Schilde, sie war wie ich einfach nur scharf auf Lust, auf jede Menge davon. Und daf\u00fcr hatte sie sich schlie\u00dflich genau den Richtigen ausgesucht, eine schlaue Frau!<br \/>\nWir setzten uns in bequeme Fauteuils, jeder in einen, und tranken Rotwein, w\u00e4hrend wir uns recht gut unterhielten. Sein Englisch war schlechter als unseres, daf\u00fcr kannte er viele ihrer Geschichten schon, denn wie ich feststellen musste, redete er mit ihr wesentlich mehr als mit mir jemals, zumindest nach dem zu urteilen, was er alles von ihr wusste. Erstaunlich, wie anders als bei ihm und mir \u2026<br \/>\nWas noch anders zwischen ihnen und uns beiden war, sollte ich auch bald erfahren.<br \/>\nIrgendwie ver\u00e4nderte sich die Stimmung, die beiden begannen eindeutig, heftiger zu flirten, und ich machte Anstalten, mich ins Erdgescho\u00df zu begeben, um den beiden ein paar exklusive Minuten zu g\u00f6nnen. Anscheinend hatte ich mich mit dieser Konstellation sehr rasch zufrieden gegeben; wenn er bei ihr war, geh\u00f6rte er ihr. Bei mir zu Hause hatte ich das Vergn\u00fcgen. Bei seiner Frau daheim nat\u00fcrlich diese. Es war genug f\u00fcr alle da. Ganz einfach eigentlich.<br \/>\nDas w\u00e4re es vielleicht auch geworden, doch sie baten mich fast gleichzeitig zu bleiben.<br \/>\nEr meinte, er wolle offen sein, mich h\u00e4tte doch immer so interessiert, was er mit ihr so anstelle. Und sie l\u00e4chelte mich an und nickte blo\u00df.<br \/>\nSo kam es, dass ich Zeugin eines Liebesspiels der anderen Art wurde. Er kniete sich vor sie hin und st\u00fctzte sich dabei mit einer Hand am Boden ab, w\u00e4hrend er mit der anderen behutsam ihren Rock entlang hinauf strich, sodass ich die Haut ihrer angespannten Oberschenkel unter dem Stoff hervorblitzen sehen konnte. Immer weiter drang er vor, und schlie\u00dflich verschwand er mit seinem Kopf unter ihren luftigen Stofflagen. Ich sah ihr Gesicht, und ich sah Entz\u00fccken, ich sp\u00fcrte ihre Anspannung, h\u00f6rte ihr Seufzen, ihre gehauchte Bitte, ihr doch <i>moremoremore<\/i> zu geben. Sah, wie sie ihn mit begierigen H\u00e4nden am Hosenbund erwischte, wie sie ihm den G\u00fcrtel \u00f6ffnen wollte, wie er abwehrend zur\u00fcckwich und sie etwas bedauernd, wie mir schien,<b> <\/b>zurechtwies: <i>no!<\/i> Sie bekam nicht, was sie wollte, sie bekam es einfach nicht von ihm. Er nannte sie sein <em>m<\/em><i>ousse au chocolat<\/i>, er verw\u00f6hnte sie nach allen Regeln der Kunst. Ich wusste genau, wie er das machte &#8211; mit seinen geschmeidigen Lippen, seiner wendigen Zunge, seinen kr\u00e4ftigen H\u00e4nden, fast sp\u00fcrte ich es selbst an und in meinem K\u00f6rper, wie es schon so oft gewesen war. Dabei wurde mir hei\u00df und hei\u00dfer, das Schauspiel vor meinen Augen vermischte sich mit meiner Erinnerung an ihn und mich, und ich sah die verz\u00fcckte Frau neben mir versch\u00e4mt an. Sie blickte mir direkt in die Augen, wir sa\u00dfen ganz nahe beieinander, und ich meinte zu sehen, wie sich ihre Pupillen verkleinerten, als ob ihr Blick sich in sie selbst zur\u00fcckziehen w\u00fcrde. Sie nahm mich kaum mehr wahr, schloss ihre Augen halb und seufzte leise.<br \/>\nEr machte so lange weiter, bis sie aufgab, sich ihm hingab, voll und ganz, und sich schlussendlich doch g\u00e4nzlich ges\u00e4ttigt zur\u00fccksinken lie\u00df.<br \/>\nEr tauchte wieder auf und sah mich unversch\u00e4mt grinsend an: <i>Wei\u00dft Du, worauf ich jetzt Lust h\u00e4tte? Auf Vanillecreme.<\/i><\/p>\n<p>Das war also der Unterschied. Seine Frau wusste nichts von der Neuen, und solange das so war, hatte er keinen Geschlechtsverkehr im eigentlichen Sinne mit ihr. Was f\u00fcr eine Heuchelei! Ich war sozusagen \u201egenehmigt\u201c und daher f\u00fcrs ganze Programm gebucht, und diese eine, neu Hinzugekommene musste sich gedulden, bis er sich daheim die Erlaubnis abgeholt hatte. Welchen Unterschied w\u00fcrde diese feine Grenze f\u00fcr seine Frau machen? Was dachte er sich? Gar nicht so viel, vermutlich, M\u00e4nnergedanken.<br \/>\nDie Zeit verging, unser \u201eDreier\u201c, den ich aber nicht als solchen empfand, wiederholte sich in den darauf folgenden Wochen nicht. Wohl aber seine Fragen, was ich ihm raten w\u00fcrde, obwohl das ganz klar war: seiner Frau reinen Wein einschenken nat\u00fcrlich. Aber er war feige, feige und gleichzeitig f\u00fchlte er sich im Recht. Als ob das kein Betrug an seiner Frau w\u00e4re, was er da hinterr\u00fccks trieb, als ob ihr das egal w\u00e4re. W\u00e4re es ihr egal?<br \/>\nIch verlor sch\u00f6n langsam die Geduld. Ich billigte dieses Verhalten nicht. Seine neue Eroberung war mir da weniger wichtig, ich dachte, sie w\u00fcrde die Situation schon zu \u00e4ndern wissen, wenn sie genug von seiner Hinhaltetaktik h\u00e4tte, aber noch schien es f\u00fcr sie zu passen. Zumindest h\u00f6rte ich nichts Gegenteiliges von ihm, mit ihr selbst hatte ich ja keinen Kontakt.<br \/>\nWieder war Zeit vergangen, wieder l\u00f6cherte er mich mit Fragen, was er tun sollte, falls ja, wann der richtige Zeitpunkt w\u00e4re, seine Frau in Kenntnis zu setzen, im Urlaub vielleicht, oder danach, kein Datum schien gut genug f\u00fcr dieses Vorhaben.<br \/>\nSchlie\u00dflich reichte es mir. Mir tat die Frau leid, und ich hatte das Gef\u00fchl, ihr etwas schuldig zu sein. Sie hatte mich fast zwei Jahre lang gro\u00dfz\u00fcgig (wenn auch nicht ganz uneigenn\u00fctzig) teilhaben lassen an dem ihr Zugedachten, hatte uns niemals etwas in den Weg gelegt. Und was er nun machte, war so falsch, nicht mir gegen\u00fcber, da waren die Karten auf dem Tisch, aber ihr. Merkte er nicht, wie er mich gegen sich aufbrachte mit dieser Schw\u00e4che, die aus Egoismus resultierte?<\/p>\n<p>Beim n\u00e4chsten Treffen sagte ich ihm, ich sei jetzt zwei Tage lang nicht zu erreichen, da ich zu einer Projektbesprechung nach Berlin fliegen w\u00fcrde. So konnte ich mir ziemlich sicher sein, dass er bei der anderen sein w\u00fcrde, an zumindest einem dieser Tage. Um ganz sicher zu sein, ihn nicht versehentlich anzutreffen, w\u00e4hlte ich einen Tag, an dem er auf der Baustelle<b> <\/b>anwesend zu sein hatte, und ging zu seiner Frau.<br \/>\nWieder ein erstes Mal, wieder eine Aufregung, die ich mir lieber erspart h\u00e4tte, aber ich tat das einzig Richtige, dachte ich in diesem Moment, als ich an der T\u00fcr l\u00e4utete.<br \/>\nSeine Frau war mehr als erstaunt, mich zu sehen. Nat\u00fcrlich erkannte sie mich wieder, sie bat mich schnell herein, ihr Mann war also sicher nicht da. Die Kinder waren auch nicht zu h\u00f6ren, sie hielten vielleicht ihren Mittagsschlaf. Ein guter Zeitpunkt also, um mit dem Grund meines Besuchs herauszur\u00fccken, doch die Worte wollten nicht so recht kommen. Ich plagte mich sehr mit diesem Verrat an ihm, als den ich mein Vorhaben nun pl\u00f6tzlich auch empfand.<br \/>\nSeine Frau half mir, indem sie mir klare Fragen stellte: Ob alles klar sei mit ihrem Mann? Ob ich genug von ihm h\u00e4tte? Auf die erste Frage konnte ich nicht gleich antworten, ich verneinte aber die zweite. Sie seufzte und sagte: \u201eKindchen,<b> <\/b>wenn Du hier bist, warum ich glaube, so danke ich Dir vielmals. Aber ich wei\u00df Bescheid. Ich wei\u00df gerne Bescheid. Drum habe ich mich erkundigt. Und dar\u00fcber hinaus hatte ich gestern einen ganz \u00e4hnlichen Besuch wie Deinen. Sehr h\u00fcbsche und nette Person \u00fcbrigens. Ich hoffe, Du kommst auch damit<b> <\/b>klar.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tina Fanta<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 14048<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wei\u00df noch genau, wie gen\u00fcsslich er die Orange sch\u00e4lte, w\u00e4hrend er mir von seiner exotischen Eroberung erz\u00e4hlte. Mich wunderte es nicht, dass er sich ein wenig umgesehen hatte. In letzter Zeit hatte ich sehr wenig Zeit f\u00fcr ihn gehabt, zumindest weniger als in den eineinhalb Jahren davor. 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