{"id":13602,"date":"2022-01-05T13:06:03","date_gmt":"2022-01-05T13:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=13602"},"modified":"2022-01-09T08:20:11","modified_gmt":"2022-01-09T08:20:11","slug":"kaiser-joseph-ii-und-der-besoffene-russische-kutscher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=13602","title":{"rendered":"Kaiser Joseph II. und der besoffene russische Kutscher"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts13602&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts13602&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>F\u00fcrst Grigorij Anatoljewitsch Potjomkin, der Liebhaber und Feldherr Zarin Katharinas der Gro\u00dfen, ging in die Weltgeschichte mit seinen Fake-D\u00f6rfern ein und bis heute ist mit den potjomkinschen D\u00f6rfern ein allseits verwendetes Sprichwort geblieben, auch wenn meist falsch ausgesprochen und betont.<br \/>\nEr hat f\u00fcr die Zarin den Kaukasus erobert und die Grenzpfl\u00f6cke des russischen Imperiums bis an den Ural heranger\u00fcckt. Dass er aber die zwei gr\u00f6\u00dften Reiche, Russland und \u00d6sterreich, vor einer Katastrophe bewahrt hat, ist in der Erinnerung der V\u00f6lker und ihrer Historiker vergessen, ausgeblendet oder absichtlich verschwiegen worden.<\/p>\n<p>Bei dieser Inspektionsfahrt durch die s\u00fcdukrainischen D\u00f6rfer, deren Elend und Armut Potojomkin mit bemalten Kulissen zu besch\u00f6nigen versuchte, war die Herrscherin nicht allein, sondern sie hatte einen hohen Gast bei sich, den Grafen von Falkenstein, der in Wirklichkeit niemand Geringerer war als die h\u00f6chste apostolische Majest\u00e4t des Heiligen R\u00f6mischen Reiches, Kaiser Joseph II. von \u00d6sterreich. Joseph interessierte sich f\u00fcr seine nord-\u00f6stlichen Randgebiete Galizien und Bukowina, die erst k\u00fcrzlich nach einem Sieg \u00fcber die T\u00fcrken an \u00d6sterreich gefallen waren. Und diese Gebiete stie\u00dfen an die s\u00fcdwestliche Ecke Russlands. Dar\u00fcber hinaus suchte er nach Kooperationen mit Russland gegen die T\u00fcrken und Regulierungen zur ersten Teilung Polens.<\/p>\n<p>Der reiselustige Kaiser wollte sich immer selbst ein Bild machen von den Zust\u00e4nden in seinem Reich, angefangen von den verheerenden Hungersn\u00f6ten in B\u00f6hmen und M\u00e4hren 1771 bis zum Besuch bei seiner Schwester Marie Antoinette in Paris. In B\u00f6hmen fand er die Ursache des Elends der Bauern in der Leibeigenschaft, am Pariser Hof die andauernde Kinderlosigkeit in der Phimose Ludwigs XIV., die er umgehend von seinen Wiener \u00c4rzten beheben lie\u00df. Und voil\u00e0, ein Thronfolger erblickte zehn Monate sp\u00e4ter das Licht der Welt.<\/p>\n<p>Joseph hatte gerade die m\u00fchsame 15-j\u00e4hrige Mitregentschaft mit seiner Mutter Maria Theresia hinter sich gelassen und war Alleinherrscher. Da machte er sich auf ins Zarenreich. Ihm bereiteten die t\u00fcrkischen Besitzungen in der S\u00fcdwestgrenze des russischen Reiches Sorgen. Er wollte die Zarin und ihren Feldherrn davon \u00fcberzeugen, dass sie die Osmanen aus den Khanaten von Moldawien, Bessarabien, der Walachei und der Krim hinter das Schwarze Meer zur\u00fcckdr\u00e4ngen sollten, damit sie keine unmittelbare Gefahr mehr f\u00fcr ihre Reiche sein w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Beim allzeit kampfbereiten Potjomkin war sich Joseph sicher, offene T\u00fcren einzurennen, aber von Katharina wusste er, dass sie Reformen in den zentralen und westlichen Regionen einf\u00fchren wollte und die Bauernbefreiung nicht eine Sekunde ernsthaft bedacht hatte. Er beabsichtigte, sich mit ihr \u00fcber seinen eigenen Kampf um die ganze Palette an Reformen zu unterhalten, ohne dabei den milit\u00e4rischen Aspekt zum Schutz der Au\u00dfengrenzen zu vernachl\u00e4ssigen.<br \/>\nWas n\u00fctzten die besten inneren Reformen, wenn die Grenzen des Reiches nicht sicher waren und die T\u00fcrkengefahr jederzeit zur\u00fcckkehren k\u00f6nnte. \u00d6sterreich kannte diese st\u00e4ndige Bedrohung aus dem S\u00fcdosten seit Jahrhunderten, seit der Schlacht von Mohacs und der ersten T\u00fcrkenbelagerung Wiens vor mehr als 250 Jahren.<\/p>\n<p>Der kaiserliche Tross hatte in der Kleinstadt Berdjajewo s\u00fcdwestlich von Kiev haltgemacht und die R\u00f6sser gewechselt. Diesen Ort hatte Potjomkin besonders h\u00fcbsch herausputzen lassen, mit sauberen, bunten Holzh\u00e4uschen, einer stattlichen Schenke und einer kleinen Kirche.<br \/>\nNur die Poststation mit der Schenke war ein echtes Haus, alles andere waren Kulissen oder frisch angef\u00e4rbelte, mit Girlanden und F\u00e4hnchen geschm\u00fcckte ukrainische Bauernh\u00fctten. Sogar die ansonsten immer schlammige und von tiefen Furchen durchzogene Stra\u00dfe hatte er mit Holzplanken versiegeln lassen. Vor den Kulissen stand ein Spalier von schmuck gekleideten Bauern in ukrainischen Trachten, sie winkten dem Tross zu und warfen Blumen auf die Kutschen.<\/p>\n<p>Potjomkin war ein genialer Feldherr und Organisator. Katharina und Joseph hoben die Vorh\u00e4nge ihrer Kutsche und winkten dem Landvolk huldvoll zur\u00fcck. Potjomkin war zufrieden, dass sein Kulissenschwindel gegl\u00fcckt war. F\u00fcrs Erste. Denn sobald sie aus Berdjajewo rausgefahren waren, zeigte die Staatsstra\u00dfe Nr. 1 wieder ihr altes Bild: holprig, tiefe Furchen, Dreck.<br \/>\nPotjomkin hatte angeordnet, dass hunderte von Bauern f\u00fcnf Werst vor dem Zug Sand und Erde streuen sollten, um die L\u00f6cher auszuf\u00fcllen. Die tiefsten sollten sie mit Holzpfl\u00f6cken entsch\u00e4rfen, die Br\u00fccken sollten sie ausbessern und verst\u00e4rken und das Vieh vom Weg vertreiben.<br \/>\nDie Zarin und der \u00f6sterreichische Kaiser sollten m\u00f6glichst wenig merken vom erbarmungsw\u00fcrdigen Zustand des Landes.<\/p>\n<p>Seine Sorge war unbegr\u00fcndet, sie waren ins Gespr\u00e4ch vertieft und verstanden sich pr\u00e4chtig. Katharina die Gro\u00dfe, die ehemalige Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst, war gl\u00fccklich, sich wieder einmal ihrer Muttersprache bedienen zu k\u00f6nnen \u2013 wenn auch mit lokalen Sprachunterschieden \u2013, wobei sie ansonsten mit ausl\u00e4ndischen Staatsm\u00e4nnern und Philosophen auf Franz\u00f6sisch korrespondierte und parlierte.<br \/>\nDer Kaiser, Aufkl\u00e4rer durch und durch, bevorzugte es, in seinem eigenen Reich anonym zu reisen, um direkt an die Bev\u00f6lkerung heranzukommen und sich ein realistisches Bild von den Zust\u00e4nden in den Provinzen machen zu k\u00f6nnen. Insgesamt hat er 48 Reisen kreuz und quer durch Europa unternommen und schon 15.000 Meilen zur\u00fcckgelegt.<\/p>\n<p>Als Gast der Zarin musste er sich den umfangreichen Vorkehrungen des F\u00fcrsten Potjomkin beugen, beim Zug der 200 Kutschen, 300 Begleitwagen, Ochsengespanne und einer Herde von Rindern und Schafen, mit jedem Pomp und Gloria und Schwindel. Der asketische Joseph mochte so etwas nicht. Aber schlie\u00dflich ging es jetzt nicht um seine eigenen L\u00e4nder, die er anonym als Graf von Falkenstein bereiste, um zu erfahren, wie man die Lage der Landbev\u00f6lkerung verbessern k\u00f6nnte, mit gro\u00dfen Pl\u00e4nen zur Bauernbefreiung, f\u00fcr Staats-, Wirtschafts- und Sozialreformen, das Toleranzpatent zur weitreichenden Religionsfreiheit bis zu kleinlichen Hygienema\u00dfnahmen.<br \/>\nEr hoffte, bei Katharina ein offenes Ohr f\u00fcr seine Visionen von einem gerechten Staat zu finden, unterhielt sie sich doch mit den gro\u00dfen Aufkl\u00e4rern Voltaire und Diderot \u00fcber \u00e4hnliche Fragen. Sie hatten also viel Gespr\u00e4chsstoff und haben dabei weder auf Wetter noch Wege geachtet.<\/p>\n<p>Alles, praktisch alles hatte der getreue F\u00fcrst Potjomkin vorausgeplant. Trotz des Heeres von Sand streuenden und Pfl\u00f6cke einschlagenden Leibeigenen als Vorhut hatte Potjomkin eines nicht bedacht \u2013 die Launen des Wetters in diesen Weiten und Gegenden. Im Sommer brannte entweder die Sonne unbarmherzig vom Himmel herab, oder es gingen schreckliche Regenwetter hernieder.<br \/>\nUnd so kam es zwischen den D\u00f6rfern Berdjajewo und Iwanovo zur Fast-Katastrophe. Die ukrainischen Himmel \u00f6ffneten ihre Schleusen, Regenb\u00e4che ergossen sich auf Menschen, R\u00f6sser, Wagen und Wege. Rinnsale verwandelten sich in rei\u00dfende B\u00e4che. Bald wurde die Staatsstra\u00dfe Nr. 1 zu einem Band aus tiefem Schlamm. Unentrinnbar. Das mussten Jahre und Jahrhunderte sp\u00e4ter auch die sp\u00e4teren Gr\u00f6fazs Napoleon und Hitler erfahren, allerdings in Herbst und Winter.<\/p>\n<p>Die Kutschenr\u00e4der versanken lautlos bis zur Nabe in der weichen, ukrainischen Schwarzerde. Die Kutscher schlugen wie verr\u00fcckt auf die R\u00f6sser ein, ohne sie einen Zentimeter herausbewegen zu k\u00f6nnen. Besonders wild trieb es der Kutscher der ersten Staatskarosse. Nicht nur trug er die gr\u00f6\u00dfte Verantwortung, er hatte auch als Einziger in der Schenke beim R\u00f6sserwechsel die Gelegenheit gehabt, einige Gl\u00e4schen Wodka zu viel in sich hineinzugie\u00dfen. Diese gaben ihm solche Kr\u00e4fte, dass er besonders stark und zornig auf die Tiere einschlug. Die Pferde im Sechser-Gespann k\u00e4mpften tapfer, das Gef\u00e4hrt aus dem Schlamm herauszukriegen, aber einmal stiegen sie unter den unaufhaltsamen und erbarmungslosen Schl\u00e4gen hoch, scheuten, zogen wie verr\u00fcckt nach links und rechts, die Geschirre verwirrten sich ineinander, bis die Deichseln brachen und sie die schwere Karosse zum \u00dcberschlag brachten.<br \/>\nSie neigte sich zur Seite und rutschte im Schlamm sachte, aber unaufhaltsam, in den aufgeweichten Stra\u00dfengraben. Potjomkin in der dahinter fahrenden Karosse sah nicht lange dem Ungl\u00fcck zu, sprang heraus und st\u00fcrzte zur kaiserlichen Kutsche. Sie lag mit einer Seite vollst\u00e4ndig im Schlamm, und der Wagenschlag lie\u00df sich nicht \u00f6ffnen. Tollk\u00fchn kletterte Potjomkin auf das noch aus dem Sumpf ragende Dach und versuchte, die andere Seite zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Welch ein Bild bot sich da im Inneren! Die betagte und extrem \u00fcbergewichtige Zarin hatte mit ihrer K\u00f6rperf\u00fclle, den Brokatkleidern, Unterr\u00f6cken und Miedern den zarten, kleinw\u00fcchsigen Kaiser fast vollst\u00e4ndig zugedeckt. Politischen Beobachtern, wenn es sie damals schon gegeben h\u00e4tte, w\u00e4re das als Sinnbild der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse einen Kommentar wert gewesen. Der Kaiser lag am Boden im untersten Winkel der Kutsche, nur die d\u00fcnnen, wei\u00df-seidenen Beinchen ruderten vergeblich unter den Massen aus Stoff und Fett in der Luft herum wie bei einem umgedrehten K\u00e4fer.<br \/>\nMit Hilfe des pl\u00f6tzlich wieder n\u00fcchternen Kutschers konnte Potjomkin den Kaiser gerade noch vor dem Erdr\u00fcckt- und Ersticktwerden retten. Wie muss sich Joseph unter diesem stinkenden, dampfenden Fettberg gef\u00fchlt haben?<\/p>\n<p>Niemand wei\u00df es, weil alle Beteiligten geschwiegen haben oder aus dem Leben ger\u00e4umt wurden. Wenn schon diese Begebenheit von der Geschichte vollst\u00e4ndig verschluckt worden ist, umso weniger ist davon bekannt, wie die Reise danach weiter verlief, ebenso wenig, wie die gekr\u00f6nten H\u00e4upter aus dem Kuddelmuddel von verrutschten Per\u00fccken, verschobenen Miedern, zerdr\u00fcckten Spitzenjabots, zerknitterten Unterr\u00f6cken und verschmutzten Schnallenschuhen wieder zu ernsten Staatsgesch\u00e4ften \u00fcbergingen.<\/p>\n<p>Haben sie Karten gespielt, nachdem sie wieder zu Atem gekommen waren und ihre Kleidung in Ordnung gebracht hatten? Haben sie Champagner getrunken und Zuckerwerk genascht? Haben sie \u00fcber Landkarten gebr\u00fctet, Grenzen verschoben, L\u00e4nder eingenommen und Feinde besiegt?<\/p>\n<p>Irgendwie muss es gelungen sein, denn sie haben Geopolitik gemacht. Historisch gesichert ist das Verteidigungsb\u00fcndnis, das Katharina und Joseph 1781 gegen die T\u00fcrken schlossen, und dass sie den Vertrag unterzeichneten, der die Teilung Polens besiegelte.<br \/>\nJoseph sollte sp\u00e4ter geheimnisvoll notieren, dass der schwerste Kampf seines Lebens in der Ukraine stattgefunden habe, vielleicht so besonders bedrohlich, weil Katharina damals seiner eben verstorbenen Mutter Maria Theresia zum Verwechseln \u00e4hnlich gesehen hatte. (Wenn Freud das gewusst h\u00e4tte, w\u00e4re seine Analyse des \u00d6dipus-Komplexes vielleicht anders ausgefallen \u2026)<\/p>\n<p>Bei aller Unterschiedlichkeit von Katharina und Maria Theresia, hatten sie eine verh\u00e4ngnisvolle Leidenschaft gemeinsam: Sie waren entsetzliche Naschkatzen (Ersatzhandlungen?), dementsprechend zur F\u00fclle neigend und am Ende des Lebens schwer zuckerkrank. So ist in den Unterlagen des Hofarchivs verbrieft, dass Maria Theresia zum 40. Thronjubil\u00e4um von F\u00fcrst Esterhazy die Festung Esztergom aus Zucker im Ma\u00dfstab von 1:50 geschenkt bekommen und aus Trauer um ihren geliebten Franz Stephan zur G\u00e4nze aufgegessen hat, samt Klosteranlagen, Parks und Besuchern.<br \/>\nPotjomkin eilte von Sieg zu Sieg gegen T\u00fcrken, Georgier, Armenier und sibirische Steppenv\u00f6lker. Er schenkte Katharina nach jedem milit\u00e4rischen Erfolg ganze Soldatenformationen aus Marzipan, die sie nachts heimlich verputzte, weil sie wegen ihrer krankhaften K\u00f6rperf\u00fclle keine Liebhaber mehr empfangen konnte.<\/p>\n<p>Als er von den schwierigen Umst\u00e4nden in der Ukraine schrieb, ahnte er nicht, was ihm sechs Jahre sp\u00e4ter bl\u00fchen w\u00fcrde. Katharina und ihr Feldherr Potjomkin bereiteten gerade den 3. t\u00fcrkischen Krieg vor, als sie ihn wieder in die Ukraine einlud, diesmal zu einer Flussfahrt auf dem Dnjepr. Joseph war schon etwas m\u00fcde und nicht mehr so reiselustig, au\u00dferdem f\u00fchlte er sich alt und krank.<br \/>\nDer Feldherr hatte eine riesige Flussflotte bauen lassen, allerdings mehr zur Demonstration der St\u00e4rke und zur Einsch\u00fcchterung des Sultans \u2026 Es wurden Man\u00f6ver und Gelage abgehalten, Feste gefeiert, Feuerwerke entlang der Ufer ausgerichtet, w\u00e4hrend sie dem Schwarzen Meer entgegensegelten.<br \/>\nF\u00fcrst Potjomkin wurde nach der gl\u00fccklichen Reise von Katharina mit so gro\u00dfen G\u00fctern in Kleinrussland und Vorder-Kaukasien und mit so vielen leibeigenen Seelen belohnt, dass er zum zweitgr\u00f6\u00dften Grundbesitzer nach den Romanows aufstieg. Der Kutscher wird nach damaligem heiligen russischen Brauch eher mit ebenso vielen Stockschl\u00e4gen bedacht worden sein.<\/p>\n<p>Katharina hatte am T\u00fcrken-Bashing Geschmack gefunden und konnte Joseph noch 1787 bis 88 in einen f\u00fcr \u00d6sterreich wenig erfolgreichen Krieg gegen die T\u00fcrken hineinzwingen, der erst nach seinem Tod mit dem Frieden von Schestow zugunsten Russlands zu Ende ging. Potjomkin hatte die Osmanen aus den europ\u00e4ischen Khanaten vertreiben und die Grenzen des Zarenreiches weit nach Asien hinein ausdehnen k\u00f6nnen. Der Eroberung Sibiriens bis zum Pazifik waren T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Aber wer vermag sich auszumalen, wie Europa und die Entwicklung Russlands ausgesehen h\u00e4tten, wenn Joseph und Katharina zwischen den potjomkinschen D\u00f6rfern Berdjajewo und Iwanovo im Wortsinn auf der Strecke geblieben w\u00e4ren.<\/p>\n<p>20.\/21.12.21<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Veronika Seyr<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.veronikaseyr.at\/\" target=\"_blank\">www.veronikaseyr.at<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=3365\">anno<\/a> | Inventarnummer: 22013<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcrst Grigorij Anatoljewitsch Potjomkin, der Liebhaber und Feldherr Zarin Katharinas der Gro\u00dfen, ging in die Weltgeschichte mit seinen Fake-D\u00f6rfern ein und bis heute ist mit den potjomkinschen D\u00f6rfern ein allseits verwendetes Sprichwort geblieben, auch wenn meist falsch ausgesprochen und betont. 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