{"id":11980,"date":"2020-11-27T14:56:52","date_gmt":"2020-11-27T14:56:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11980"},"modified":"2020-12-13T09:15:23","modified_gmt":"2020-12-13T09:15:23","slug":"kenntnisse-einer-ehebrecherin-teil-11","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11980","title":{"rendered":"Kenntnisse einer Ehebrecherin Teil 11"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11980&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11980&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Wer das Klischee liebt, darf sich nicht wundern, wenn sich manches best\u00e4tigt \u2013 und anderes einem um die Ohren fliegt. So sehr ich in dieser Frau eine anbetungsw\u00fcrdige Person mit Temperament und Klasse \u00a0gesehen hatte, verbl\u00fcffte mich ihr folgendes Verhalten. Als ich mich gegen Ende des Wochenendes endlich dazu aufgerafft hatte, bei ihr mit ein paar Zeilen im Messenger anzuklopfen, war sie kurz angebunden, der Chat verlief unerfreulich unverbindlich und abweisend.<br \/>\nIch kam beim Gespr\u00e4chsverlauf nicht mit und tauchte beinahe benommen daraus wieder auf, f\u00fchlte mich wie ein bedauernswerter Pudel nach einem sehr kalten Guss. Hatte ich alles richtig verstanden? Ihr hastig hingetippseltes Englisch war fehlerbehaftet, etliche auch einfache W\u00f6rter waren falsch geschrieben, manches ausgelassen, das Ganze in aller Eile hingefetzt, keine Frage. Keine Zeit, falscher Zeitpunkt, ein andermal, vielleicht, mal sehen, alles grad sehr kompliziert. Vor allem Letzteres konnte ich gut nachempfinden. Ich f\u00fchlte mich gekr\u00e4nkt, meinen mutigen Vorsto\u00df nicht gew\u00fcrdigt und wollte jetzt auch meine Ruhe haben. Zu viel Aufruhr f\u00fcr so wenige Worte.<\/p>\n<p>Meinem Freund sagte ich, dass die Frau, die ich zu Interviewzwecken treffen wollte, recht eigenwillig sei, und es vielleicht gar nicht dazu komme. Er nahm es, wie beinahe alles, was meine Arbeit betraf, als gegeben hin und fragte nicht nach.<br \/>\nMeine Entt\u00e4uschung versuchte ich im Verlauf des Sonntagabends, so gut es ging, zu verbergen. Aber er kannte mich gut und wusste, dass etwas nicht stimmte. Sehr aufmerksam, versuchte er \u00fcber Umwege herauszufinden, was mich besch\u00e4ftigte, meinte wohl, meine ged\u00e4mpfte Laune h\u00e4tte etwas mit ihm zu tun. Ein Paradebeispiel von egozentrischem Weltbild, das sich dabei zeigte. Und anscheinend trieb ihn schlechtes Gewissen um und schlie\u00dflich dazu, ein Gespr\u00e4ch zu beginnen, was mich sehr \u00fcberraschte.<\/p>\n<p>\u201eDu, die Geschichte mit der Elli, also wei\u00dft du, das hat echt nichts zu bedeuten. Die ist einfach genauso lange wie ich im B\u00fcro festgesessen. Und dann haben wir was getrunken, weil alles so frustrierend war, eine Flasche vom guten Roten, die war noch vom Geburtstag von Sascha \u00fcbrig, danach woanders was trinken gehen ja auch keine Option, und das ist ganz einfach das, was du letztens gerochen hast. Ein paar Gl\u00e4ser, sonst war nichts. Sie wei\u00df ja auch, dass wir zusammen sind. Momentan ist es bei ihr eher schwierig, sie steckt mitten in der Trennung. Da hat es ihr gutgetan, dass ich ihr zugeh\u00f6rt habe.\u201c<\/p>\n<p>An dieser Stelle dachte ich, es w\u00e4re wohl gut, ab jetzt sehr gut zuzuh\u00f6ren. W\u00e4hrend ich mich gedanklich sehr weit, zu weit anscheinend, aus dem Fenster gelehnt hatte, war also eine andere Frau dabei, ihre Fensterl\u00e4den f\u00fcr meinen Liebsten zu \u00f6ffnen. Wenn nicht noch viel mehr.<br \/>\nEs war ja nicht so, dass mir das Thema Fremdgehen ein Buch mit sieben Siegeln gewesen w\u00e4re. Im Gegenteil, damit kannte ich mich bestens aus. Auch wenn die Konstellation, in die ich damals geraten war, allen Beteiligten bekannt und von der Ehefrau meines Sexpartners sogar ausdr\u00fccklich gew\u00fcnscht gewesen war, wusste ich um die Planungen, die Organisation, also beispielsweise, dass Besuche des Verheirateten bei mir damals ausschlie\u00dflich wochentags, zu Beginn manchmal samstags, aber niemals sonntags erfolgt waren, weil der Sonntag seiner Frau und den Kindern geh\u00f6rte. So hatte es sich eingeb\u00fcrgert, dass der untreue Ehemann wochentags am fr\u00fchen Abend nach der Arbeit immer f\u00fcr ein St\u00fcndchen zu mir kam, um hernach zu seiner Familie heimzukehren. Ein Zeitfenster jeden Samstag hatte er anscheinend, w\u00e4hrend das mit mir auch noch am Laufen war, f\u00fcr seine Neueroberung reserviert, aber ich war dann ja bald Geschichte und die Zeit, als er drei Frauen begl\u00fcckte, nur eine sehr kurze. Ich war also der Annahme gewesen, dass die neue Gespielin rasch und nachhaltig meinen Platz eingenommen hatte und daher an einem Sonntag f\u00fcr mich der beste Zeitpunkt zum Chatten und f\u00fcr eine Verabredung mit ihr sei. Pustekuchen. Was immer ihr im Kopf herumging, ich war es jedenfalls nicht. Aber ich war schon wieder woanders mit meinen Gedanken. Und nun das.<\/p>\n<p>Mein Liebster stotterte herum. Rechtfertigte sich f\u00fcr unz\u00e4hlige Abende, die er im B\u00fcro verbracht hatte in den letzten Wochen. Es w\u00e4re besser gewesen, er h\u00e4tte nichts gesagt. Mit jedem seiner S\u00e4tze wurde mir klarer, warum sich unser Sexualleben seither auf ein Minimum reduziert hatte. Ich war mir jetzt sicher: Er ging fremd.<\/p>\n<p>Nun war ich keine Frau, und zwar nie gewesen, die so schnell aufgibt. Und jammern fiel mir gar nicht ein. Ich stellte mich ahnungslos, h\u00f6rte mir den Schmus an, den mir mein Liebster zu Geh\u00f6r brachte, und dachte mir meinen Teil. Er schien erleichtert, dass ich nicht heftig auf seine Ausf\u00fchrungen reagierte, und wagte sich aus der Deckung: \u201eEs kann schon sein, dass ich ihr gefalle. Na ja, bei ihr daheim ist es ja nur noch d\u00fcster. Aber ich halte mich nat\u00fcrlich zur\u00fcck, du kennst mich ja, mehr Ann\u00e4herung kommt da nicht infrage f\u00fcr mich.\u201c An seinem Blick erkannte ich, dass er f\u00fcr das Gesagte nun gelobt werden wollte, was ich auch umgehend, beinahe reflexartig machte \u2013 wusste ich doch, er geh\u00f6rte zu der Sorte Mann, die viel Best\u00e4tigung und Bewunderung braucht \u2013, aber dann \u2026 ritt mich anscheinend der Teufel. Ich wollte es wissen: \u201eDas ist sehr fein von dir, dass du ihre Situation nicht ausnutzt, ich kann mir schon gut vorstellen, dass du ihr gef\u00e4llst. Und das nicht nur, weil ihr Mann anscheinend Geschichte ist. Aber ich m\u00f6chte dich mal was fragen, rein theoretisch: Was w\u00e4re so schlimm daran, wenn du dich drauf einlassen w\u00fcrdest? Rein k\u00f6rperlich, versteht sich? Also sich zwischen uns nichts \u00e4ndern w\u00fcrde? Was glaubst du, k\u00f6nnte so was gutgehen?\u201c Und ich blickte ihn fragend, dabei m\u00f6glichst wenig herausfordernd an.<\/p>\n<p>Er z\u00f6gerte, schien seine Gedanken zu sortieren, bevor er den Mund aufmachte. Was dann kam, verbl\u00fcffte mich abermals: \u201eIch wei\u00df, dass du das k\u00f6nntest. Also einfach nur Sex haben, dann heimkommen und mich umarmen und das Ganze sch\u00f6n trennen. Aber ich kann das nicht. Ich bin nun mal so. Es tut mir leid, dass ich dir das nicht anbieten kann, eine offene Beziehung ist einfach nichts f\u00fcr mich. Ich will dich zwar an nichts hindern, was du m\u00f6chtest, aber das kann ich einfach nicht. Ich dachte, wir h\u00e4tten das am Anfang unserer Beziehung besprochen. Du hast ja ein viel wilderes Leben als ich gef\u00fchrt davor. Vielleicht fehlt dir da was \u2026\u201c Er verstummte und schaute mich abwartend an. In mir stieg etwas auf, das mich ganz und gar erf\u00fcllte, ein sehr warmes, wohliges Gef\u00fchl. Ich hatte einen treuen Mann, einen zuverl\u00e4ssigen Partner, einen durch und durch aufrechten Gef\u00e4hrten gefunden. Ich sch\u00fcttelte den Kopf, zuerst ein bisschen, dann energischer, bis er ihn mit beiden H\u00e4nden festhielt. Ich k\u00fcsste ihn auf den Mund, einmal, zweimal, und dann h\u00f6rten wir gar nicht mehr auf damit, ich f\u00fchlte die W\u00e4rme seines K\u00f6rpers, einen festen Oberschenkel zwischen meinen Beinen, sein vordr\u00e4ngendes Becken, und noch etwas, das sich energisch meinem Bauch entgegenreckte. Ein kleiner Tanz entstand, als wir uns gegenseitig auszogen, uns eines Kleidungsst\u00fcckes nach dem anderen entledigten, und wir schwankten, uns umschlingend, in kleinen Drehungen gemeinsam Richtung Sofa. Dieser Mann, der beim Sex so genau darauf achtete, was mir guttat, was ich wollte, der meinen K\u00f6rper und dessen Begehren so gut kannte wie keiner vor ihm, wusste genau, was er tat: Er legte mich auf den R\u00fccken, streichelte sanft rund um meine Br\u00fcste, k\u00fcsste und leckte sie zart an der Spitze und dann kr\u00e4ftiger, w\u00e4hrend seine rechte Hand den Weg zwischen meine Schenkel fand \u2026, wo er sich viel Zeit lie\u00df, meine H\u00fcgel und T\u00e4ler zu umschmeicheln, zuerst ganz sanft zu streicheln, dann immer rhythmischer zu ber\u00fchren, kreisend drum herum und dar\u00fcber zu gleiten, sodass meine pulsierende, immer noch anschwellende Lust eins wurde mit seinen kundigen Bewegungen. Sein verhei\u00dfungsvoller Penis pr\u00e4sentierte sich vor mir, stramm, mit gl\u00e4nzender Kuppe, stolz aufgerichtet zu voller Gr\u00f6\u00dfe, ich streckte eine Hand danach aus und umfasste ihn so, bewegte sie rhythmisch, intensiv, wie er es am liebsten hatte. \u00a0Bis er genug davon hatte, weil er etwas anderes wollte, mich kurzerhand umdrehte, meine H\u00fcften mit seinen H\u00e4nden zu sich hinzog und langsam von hinten ganz in mich eindrang, kurz dort verweilte, wie um das Gef\u00fchl des v\u00f6lligen Umschlossen-Seins auszukosten, und mich dann mit zunehmendem Tempo v\u00f6gelte, bis alles schlie\u00dflich in einem wilden, atemlosen Ritt gipfelte, ich bemerkte seine steigende Erregung, er war wohl kurz davor, zu kommen, ein bisschen noch, mein Lieber, ein bisschen noch, und seine Hand fand meine bereite, erwartungsvolle Lieblingsstelle, dort bewegten sich seine Finger sanft, aber stetig, w\u00e4hrend er mit seinen Beckenbewegungen fortfuhr, deren Intensit\u00e4t steigerte, bis sich alles zu einem einzigen Mechanismus f\u00fcgte, einem gut getakteten Motor gleich, der hin und her, auf und nieder, hinein und hinaus, uns beide dem entgegentrieb, was so allgemein in tausenden Liedern und Gedichten verklausuliert oder auch offen als ein total erf\u00fcllender, richtig geiler Orgasmus beschrieben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tina Fanta<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 20121<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer das Klischee liebt, darf sich nicht wundern, wenn sich manches best\u00e4tigt \u2013 und anderes einem um die Ohren fliegt. 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