{"id":11912,"date":"2020-11-05T17:24:08","date_gmt":"2020-11-05T17:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11912"},"modified":"2020-12-13T09:13:57","modified_gmt":"2020-12-13T09:13:57","slug":"kenntnisse-einer-ehebrecherin-teil-10","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11912","title":{"rendered":"Kenntnisse einer Ehebrecherin Teil 10"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11912&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11912&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Was dachte sich die Frau? Und was wollte sie von mir? Es war unglaublich. Was als harmloser oder zumindest nicht mit Hintergedanken verfolgter Plan zur Sammlung von Ideen f\u00fcr meinen Porno begonnen hatte, entwickelte sich nun in eine Richtung, die mir gar nicht geheuer war. Ich muss sehr versunken gewesen sein in meine \u00dcberlegungen, denn ich schreckte richtiggehend auf, als mein Partner seinen Kopf bei meiner Arbeitszimmert\u00fcr hereinsteckte. Er kam wie \u00fcblich gar nicht herein, wenn er mich vor dem aufgeklappten Laptop sitzen sah: \u201eHallo Schatz, du arbeitest auch noch so sp\u00e4t, flei\u00dfig, flei\u00dfig. Wie lange machst du noch? Ich stell mich mal unter die Dusche. Das war vielleicht ein Arbeitstag. Sch\u00f6n langsam wird es normal, dass ich nicht vor zehn rauskomme aus dem Irrenhaus. Bussi, bis nachher.\u201c<\/p>\n<p>Wie sonst auch manchmal hatte er die Antwort auf seine Frage gar nicht abgewartet. Aber ich wusste es ja selbst nicht: Ja, wie lange wollte ich eigentlich noch \u201emachen\u201c? Hm, da hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich war unruhig, unzufrieden, aber ich hatte noch nicht den Knopf gefunden, den ich dr\u00fccken musste, um wieder ausgeglichen, optimistisch und fr\u00f6hlich zu sein. So unbeschwert wie zu Beginn unserer Beziehung waren wir wohl beide nicht mehr, waren es auch kaum noch gewesen, als er vor einigen Wochen ins Management einer \u201esystemrelevanten Firma\u201c aufstieg. Obwohl wir kaum zwei Jahre zusammen waren und erst seit ein paar Monaten gemeinsam mein Appartement bewohnten, erschien es mir wie eine Ewigkeit. Genau danach hatte ich mich ja eigentlich gesehnt: nach jemandem, der da war, beim Einschlafen, beim Aufstehen, beim Fr\u00fchst\u00fccken; danach, ein unaufgeregtes, normales Leben zu zweit zu f\u00fchren. Aber eben nur eigentlich. Denn mir fehlte das Ungest\u00fcme, das Unvorhergesehene, etwas, das mich packen und aushebeln sollte aus meinem Festgefahrensein. Und da war jetzt also diese Frau, diese G\u00f6ttin, die etwas von mir wollte. War sie es, die ich wollte?<br \/>\nBetrug und Hintergehen waren nie mein Fall gewesen. Sollte ich meinem Freund sagen, was los war? Er hatte sich nach anf\u00e4nglichem Schock \u2013 und dem Aufkl\u00e4ren eines im R\u00fcckblick ziemlich lustigen Missverst\u00e4ndnisses \u2013 damals zu Beginn unserer Bekanntschaft doch recht schnell mit meinem unkonventionellen Beruf angefreundet, akzeptiert, dass ich zu Recherche- und Inspirationszwecken oftmals herumstreunte und eben keinen normalen B\u00fcrojob hatte. Er wusste, dass ich mit Sex beziehungsweise dem Gustomachen darauf mein Geld verdiente. Und er hatte Respekt davor, dass mich andere f\u00fcr das bezahlten, was davor wohl irgendwann einmal in meinem Kopf gewesen sein musste. Dass er oder unser sexuelles Zusammensein dabei nicht thematisch \u201everwertet\u201c werden sollten, hatte er auch gleich zu Beginn der Beziehung einmal klargestellt. Dabei hatte ich schmunzeln m\u00fcssen, aber insgeheim gedacht, keine Gefahr, mein Lieber, wirklich nicht.<\/p>\n<p>Ich war unfair. Er bem\u00fchte sich. Aber Inspiration f\u00fcr ein Pornodrehbuch, hm, na ja, vermutlich zu viel verlangt vom eigenen Partner.<br \/>\nDrum \u2026 Warum nicht einmal schauen, was sich ergab mit ihr? Und es war Recherche, es war Ideenfindung, nat\u00fcrlich, und ich musste nicht l\u00fcgen, wenn ich ihm davon erz\u00e4hlte, dass ich vorhatte, eine interessante Frau, eine fl\u00fcchtige Bekannte von fr\u00fcher, zu besuchen, um Material zu sammeln f\u00fcr mein n\u00e4chstes Drehbuch.<\/p>\n<p>Er h\u00f6rte ohnehin nur mit halbem Ohr zu, als wir uns in der K\u00fcche wiedertrafen, er noch mit nassem Haar, ich etwas aufgew\u00fchlt, aber entschlossen, ihn zumindest ansatzweise einzuweihen in meine unausgegorenen, ganz frischen Pl\u00e4ne. Er hatte allerdings einen Einwand, der durchaus berechtigt, mir aber noch gar nicht in den Sinn gekommen war: \u201eSch\u00f6n, eine alte Freundin, ja, sicher, das ist eine gute Idee. Aber wie machst du das, Social Distancing beim Besuchen? Da m\u00fcsst ihr euch halt was einfallen lassen, ist das Haus sehr gro\u00df? Dann k\u00f6nntet ihr wohl Abstand halten. Euch f\u00e4llt schon was ein.\u201c<br \/>\nJa, so war er, mein treuer Freund, mein akkurater Begleiter, analytisch, l\u00f6sungsorientiert. Und er hatte recht. Wollte ich mich jetzt, gerade jetzt, mit einer Frau n\u00e4her einlassen, die viel unter Leute kam, auch wenn sie als Model wohl gerade weniger zu tun hatte, jetzt, in der Phase, in der alles Spitz auf Knopf stand, wo m\u00f6glichst jeder pers\u00f6nliche Kontakt vermieden werden sollte, der sich au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde ergeben k\u00f6nnte? Und bei allem Pragmatismus, was seine Vorschl\u00e4ge zum Abstandhalten bei ihr zu Hause betraf; eins konnte er nat\u00fcrlich nicht bedenken, was aber als weiterf\u00fchrende Frage bei mir im Kopf herumspukte: Vielleicht wollten wir dort nicht nur reden miteinander?<\/p>\n<p>Die Tage vergingen, ich getraute mich nicht, mich bei ihr zu melden. Ich schob und schob und schob es hinaus. Um nicht g\u00e4nzlich unt\u00e4tig zu sein, unterhielt ich mich am Telefon mit einer ehemaligen Schulfreundin. Wir trafen uns pers\u00f6nlich kaum, seit sie aufs Land gezogen war, hielten aber seit Jahren guten Kontakt. Sie war schon lange eingeweiht in meine T\u00e4tigkeit und die oftmals damit verbundenen Startschwierigkeiten. Auch stand sie mir als Erstleserin meiner Drehbuchgrundlage zur Verf\u00fcgung, bevor ich das Skript abgab. Das Einzige, was mich an ihr etwas st\u00f6rte, war, dass sie sich stets recht bedeckt hielt, was ihre eigene Meinung betraf. Ihre Formulierungen wie \u201edas finden sicher viele spannend \u2026\u201c oder \u201eallgemein wird das schon recht gut ankommen\u201c sagten nie etwas dar\u00fcber aus, was sie gerne, lieber oder besser nicht bei einem Porno f\u00fcr Frauen sehen w\u00fcrde. Solche R\u00fcckmeldungen w\u00e4ren f\u00fcr mich sehr hilfreich gewesen, aber vermutlich wollte sie einfach nicht zu viel von sich preisgeben. Warum ich also ausgerechnet sie befragte, ob sie mir etwas Aufregendes zu erz\u00e4hlen h\u00e4tte, das sich irgendwie ins Drehbuch einbauen lie\u00dfe, wei\u00df ich nicht mehr. Umso erstaunter war ich, dass sie tats\u00e4chlich eine Geschichte aus ihrem eigenen Erleben erz\u00e4hlte. Eigenartigerweise hatte auch diese sich im vergangenen Sommer zugetragen, wie die erotische Episode aus dem Schwimmbad, die mir meine andere Freundin wenige Tage zuvor anvertraut hatte. Gab es da eine Sehnsucht nach der Zeit \u201evor C\u201c? Oder erschienen jene viel zu hei\u00dfen, aber r\u00fcckblickend unbeschwerten Sommertage im Jahr 2019 noch paradiesischer im Vergleich zum k\u00fchlen Krisenjahr 2020? Jedenfalls wurde\u00a0 gerne zur\u00fcckerinnert ins Vergangene, so viel stand fest.<\/p>\n<p>Meine Schulfreundin begann zu erz\u00e4hlen, sehr umschweifend, ich machte mir w\u00e4hrenddessen Notizen. Mein Smartphone hatte ich auf Lautsprecher gestellt, um mit beiden H\u00e4nden tippen zu k\u00f6nnen, au\u00dferdem hatte ich die Sprachaufzeichnung aktiviert, falls ich sp\u00e4ter auch Details nachh\u00f6ren wollte. Es gab bisher wenig zu notieren f\u00fcr mich, vor allen Dingen kam eine endlose Beschreibung eines lauschigen Settings; ich k\u00fcrze nun drastisch ab:<br \/>\nEs war ein hei\u00dfer Tag, sie war mit dem Rad, einen Rucksack auf dem R\u00fccken, an einen kleinen Bach gefahren und hatte es sich nach kurzem Erfrischen im Wasser neben dem Bachbett mit einem Buch auf einer Decke gem\u00fctlich gemacht. Sie lag im Halbschatten einer riesigen Weide, die ihre Zweige ins pl\u00e4tschernde Wasser hielt. Die Lesende lag auf der Seite und hatte dabei den Kopf auf eine Hand aufgest\u00fctzt, in der Ferne h\u00f6rte sie Traktorenger\u00e4usche. Da sie nicht mitten auf der Wiese lag und durch ihre Anwesenheit wohl kaum b\u00e4uerliche Arbeiten behinderte, lie\u00df sie sich nicht st\u00f6ren und ignorierte das Tuckern, bis es n\u00e4herkam und ein Mann ihr etwas zurief. Sie verstand nicht, was er wollte, das Pl\u00e4tschern war laut, der Motorenl\u00e4rm verschluckte seine Worte &#8230;<\/p>\n<p>Ihre Erz\u00e4hlweise war l\u00e4hmend, ich wusste nicht, ob das irgendwie brauchbar sein k\u00f6nnte, h\u00f6rte aber h\u00f6flichkeitshalber weiter zu.<\/p>\n<p>\u201eUnd dann dachte ich mir, vielleicht sollte ich doch etwas anziehen, denn ich lag ja ohne was an auf der Decke, aber da stand er auch schon da, der Jungbauer, und schaute mich an, ganz ungeniert. Er gr\u00fc\u00dfte und meinte, dass er auch lieber sonnenbaden w\u00fcrde als Heu wenden, aber er mache jetzt eine Pause, ihm sei schon so hei\u00df. Und ob ich was dagegen h\u00e4tte, wenn er schnell mal ins Wasser h\u00fcpfte neben mir, das sei sein Lieblingsbadeplatz. Ich gr\u00fc\u00dfte zur\u00fcck und sch\u00fcttelte den Kopf, da hatte er auch schon sein Leibchen ausgezogen und die Shorts abgestreift und ging nackt aufs Bachufer zu.\u201c<\/p>\n<p>Stopp, dachte ich, bitte, h\u00f6r auf zu reden, ich will keine Jungbauernheimatromangeschichte erz\u00e4hlen, auch keinen Rosamunde-Pilcher-Verschnitt mit Erotikkomponente. Niederbayern statt Cornwall, verschwitzter Bauernsohn auf dem Traktor statt versnobter Landadelsspross auf dem wei\u00dfen Hengst, n\u00f6, danke, beides nichts f\u00fcr mich \u2026 Irgendwie musste ich recht weit abgeschweift sein, einiges wohl \u00fcberh\u00f6rt haben, denn f\u00fcr mich sehr unvermittelt beendete meine Schulfreundin ihren Bericht mit dem Satz: \u201eNa ja, und nachdem wir es getan hatten, wollte er sofort nochmal.\u201c<\/p>\n<p>H\u00e4? Wie bitte??? Ich wollte mir keine Bl\u00f6\u00dfe geben, nicht zugeben, dass ich anscheinend gar nicht mehr zugeh\u00f6rt hatte, und pries insgeheim meine aktivierte Sprachaufzeichnungsfunktion. Bedankte mich sehr freundlich bei ihr und sch\u00fcttelte innerlich den Kopf \u00fcber meine Abgelenktheit, w\u00e4hrend ich\u00a0 mich von ihr verabschiedete. Komplett unprofessionell, unglaublich. Warum nur, wieso, war mir der potente Prachtnaturbursche so was von egal? Ich war wohl auf Frau gepolt, momentan, und um ganz genau zu sein, auf eine bestimmte mit sehr dunkler Haut und einem anregenden franz\u00f6sischen Akzent.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tina Fanta<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 20120<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was dachte sich die Frau? Und was wollte sie von mir? Es war unglaublich. Was als harmloser oder zumindest nicht mit Hintergedanken verfolgter Plan zur Sammlung von Ideen f\u00fcr meinen Porno begonnen hatte, entwickelte sich nun in eine Richtung, die mir gar nicht geheuer war. 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