{"id":11886,"date":"2020-10-27T13:27:20","date_gmt":"2020-10-27T13:27:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11886"},"modified":"2020-10-31T14:13:20","modified_gmt":"2020-10-31T14:13:20","slug":"kenntnisse-einer-ehebrecherin-teil-9","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11886","title":{"rendered":"Kenntnisse einer Ehebrecherin Teil 9"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11886&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11886&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Je weiter der Abend voranschritt, desto unsicherer wurde ich. Getroffen hatte ich diese Frau ein einziges Mal, unter sehr besonderen Umst\u00e4nden. Mein (inzwischen l\u00e4ngst) ehemaliger Langzeitliebhaber hatte sie mir damals unbedingt vorstellen wollen, er war stolz auf seine Eroberung gewesen, und das v\u00f6llig zu recht. Sie war bezaubernd, eine Erscheinung. Eine Frau, der zuzusehen, wobei auch immer, einen faszinierte, fesselte, alles andere vergessen lie\u00df. Genauso war es mir ergangen, als ich sie das einzige und letzte Mal getroffen hatte. Wir zwei Frauen hatten uns nach diesem denkw\u00fcrdigen dreisamen Abend zwar in einem sozialen Medium \u201ebefreundet\u201c, das war von ihr ausgegangen, und gelegentlich auch schriftlich unterhalten, sie war, womit sich mein Exlover damals br\u00fcstete, wie ich im k\u00fcnstlerischen Bereich t\u00e4tig und verdiente zus\u00e4tzlich als Model f\u00fcr kleinere Firmen dazu. Besonders viel wusste ich tats\u00e4chlich nicht von ihr; ihr schriftliches Englisch war besser geworden, so viel stellte ich fest, mit Deutsch tat sie sich schwer, ihre Muttersprache war Franz\u00f6sisch, was ich nur sehr rudiment\u00e4r beherrschte. Aber nicht die m\u00f6glicherweise auftretenden Sprachhindernisse\u00a0 verunsicherten mich. Mein Englisch war brauchbar, auch m\u00fcndlich, und es war mir inzwischen halbwegs egal, wenn sich der eine oder andere Fehler einschlich. Nein, das war es nicht. Es war genau jener Abend vor beinahe zwei Jahren, der mich vor dem vereinbarten Videochat-Zeitpunkt immer nerv\u00f6ser werden lie\u00df. Meine Gedanken flogen dorthin, ob ich wollte oder nicht.\u00a0 Was hatte sie damals mitbekommen von meiner Verfassung? Wie stand sie dazu? So eigenartig die damalige Situation, in der wir drei uns befanden, so aufregend war auch alles gewesen. Ich hatte sp\u00e4ter noch oft und lange dar\u00fcber nachgedacht.<\/p>\n<p>Und nun also das. In einem Anflug von Chuzpe hatte ich gemeint, ein Chat mit dieser unglaublichen Frau w\u00fcrde mir tolles Material einbringen f\u00fcr mein neues Pornodrehbuch. Tja, so einfach war es leider nicht. In der schlichten Anfangsbetrachtung hatte ich darauf spekuliert, dass sie mir ein aufregendes Sexabenteuer schildern w\u00fcrde, einfach so, und ich hatte den Verdacht, dass sie davon jede Menge erlebte. Aber es war etwas ganz anderes, mit einer Vertrauten \u00fcber Erotik, Lust und Erf\u00fcllung zu reden, oder aber mit ihr, die mir doch fremd war, bis auf einen einzigen Ber\u00fchrungspunkt, und das war der Exlover \u2013 meiner, denn sie war, soweit mir bekannt war, noch mit ihm zugange.<\/p>\n<p>Auch wenn meine Digitaluhr nicht tickte, so meinte ich doch, das Verrinnen der Sekunden und N\u00e4hertasten der Zeiger zu h\u00f6ren, bis der vereinbarte Zeitpunkt fast gekommen war: Ich machte mich frisch, legte etwas Make-up auf, ganz wie vor einem analogen Meeting, und klappte meinen Laptop auf. Ich war f\u00fcnf Minuten zu fr\u00fch dran, loggte mich ein, der Link zum Videochat\u00a0 erschien am Bildschirm, und da war sie auch schon, der Kamera noch nicht gewahr, eben noch mit Eintippen besch\u00e4ftigt, bis wohl mein Fenster bei ihr am Bildschirm aufpoppte, da sie den Kopf hob, mich anl\u00e4chelte und begr\u00fc\u00dfte. Sie sah phantastisch aus, zurechtgemacht, frisch und strahlend, ganz wie in meiner Erinnerung. Ihr einladendes L\u00e4cheln erwiderte ich, und ich war froh, dass meine Internet\u00fcbertragung seit dem ersten Lockdown ruckelfrei und reibungslos funktionierte. Denn was jetzt kommen sollte, wurde am besten nicht abrupt unterbrochen. Sie fragte mich frei heraus, was mich zu dem Chatvorschlag bewogen h\u00e4tte, sie sei \u00fcberrascht, positiv \u00fcberrascht, wohlgemerkt, aber sie habe sich schon gefragt, was mir am Herzen liege, dass ich mich nach all der Zeit nach der einen Begegnung und nach der oberfl\u00e4chlich weitergef\u00fchrten Internetbekanntschaft nun bei ihr gemeldet hatte. Ich hatte mir eine Menge Einstiegss\u00e4tze zurechtgelegt und sogar laut vorgesagt, von passabel bis indiskutabel war alles dabei gewesen, aber nun hatte sie mit drei, vier S\u00e4tzen eine Punktlandung hingelegt, war bereits mitten im Thema. Drum redete ich auch nicht herum, aktivierte mein fl\u00fcssigstes Englisch und legte los.<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df es sehr zu sch\u00e4tzen, dass du gleich dazu bereit bist, ich freu mich. Und ich will ehrlich sein: Ich brauche deine Hilfe. Ich wei\u00df nicht, was du \u00fcber meinen Beruf wei\u00dft, vermutlich hat dich unser gemeinsamer Freund ins Bild gesetzt, aber kurz gesagt, ich schreibe Pornodrehb\u00fccher, zu Beginn waren sie f\u00fcr Frauen gedacht, sie sind recht gut angekommen, jetzt soll es in dieser Richtung weitergehen, aber Paare ansprechen, also die Storys sind wichtig, die m\u00fcssen passen. Und ich bin gerade bei der Ideensammlung, ich suche Inspiration, wenn du so willst. Das kann sein f\u00fcr ein einzelnes Kapitel eines Erlebnistagebuchs, dachte ich mir, oder auch ein kompletter Erz\u00e4hlstrang, ich wei\u00df noch nicht, wie ich es verarbeite. Und ich dachte, du hast vielleicht Material f\u00fcr mich.\u201c<br \/>\nIch machte eine kurze Redepause, merkte, wie ich dadurch etwas verlegen wurde, auch gedanklich ins Stocken geriet. Sie nutzte die Stille, um mich \u2013 recht erstaunt, aber freundlich \u2013 zu fragen: \u201eWie kommst du ausgerechnet auf mich? Wir kennen uns doch kaum.\u201c Und sie l\u00e4chelte, ein sehr vielsagendes L\u00e4cheln.<br \/>\nIch f\u00fchlte mich ein wenig unter Rechtfertigungsdruck, versuchte zu erkl\u00e4ren, dass ich sie f\u00fcr eine Frau mit einem recht abenteuerlichen, abwechslungsreichen und inspirierenden Sexualleben hielt, als mich ihr lautes Lachen unterbrach. \u201eMeine Liebe, du hast ja keine Ahnung. Unser beider Freund, der ist zwar recht eifrig, aber doch ein wenig einfach gestrickt. Aber was erz\u00e4hle ich dir da. Du kennst ihn ja. Jedenfalls ist er seit zwei Jahren mein Mann f\u00fcr gewisse Stunden. Da tut sich dann zwar einiges, aber ich bin weit davon entfernt, ein aufregendes Sexleben zu haben. Er ist ja verheiratet, wie du wei\u00dft, die Sache vertieft sich also auch nicht, und irgendwann beginnt das, was oberfl\u00e4chlich bleiben soll, sich auch ein wenig langweilig anzuf\u00fchlen. Also nicht w\u00e4hrend wir es tun, aber in der Gesamtbetrachtung ist es nicht so, dass es immer knistert und bebt zwischen uns. Der Sex mit ihm ist gut, das wei\u00dft du ja selbst. Aber was das betrifft, kann ich dir wohl kaum mehr sagen als das, was du kennst.\u201c Sie schaute mir, sofern das m\u00f6glich war von Bildschirm zu Bildschirm, tief in die Augen. Zumindest verweilte ihr Blick lange auf mir. Sie fuhr fort: \u201eUnd wenn du es ganz genau wissen willst: Das Aufregendste, was mir mit ihm widerfahren ist, ist bestimmt schon zwei Jahre her. Und das lag auch nur zum Teil an ihm.\u201c Mir wurde hei\u00df. Sie sah mich wieder lange an. Ich war sprachlos. Sie meinte doch nicht \u2026 Doch, genau das meinte sie. Den Abend, den wir bei ihr im Haus verbracht hatten, er und ich. Als er sich vor meinen Augen vor sie hinkniete, ihren Rock anhob, eine selige Ewigkeit darunter abgetaucht war, ihren K\u00f6rper zum Vibrieren brachte, ihren Mund zum Seufzen und St\u00f6hnen; ihr flackernder Blick auf mich gerichtet, die ich den beiden gegen\u00fcber sa\u00df, aufgel\u00f6st, fassungslos. Als sie mich fixierte, w\u00e4hrend er sie \u00a0\u00a0\u2013\u00a0 f\u00fcr mich unsichtbar, aber ich wusste genau, was er da machte, und wie er es machte\u00a0 \u2013 mit seiner Zunge und seinen Lippen liebkoste, lockte, mit seinen kr\u00e4ftigen Fingern verw\u00f6hnte, ihr Begehren steigerte, sie in Ekstase versetzte, als sie tiefer in den Sessel rutschte, sie sich nur noch mit M\u00fche an den gepolsterten Armlehnen festklammerte; und den Blick konnte sie in all der Zeit nicht von mir lassen. Und ich den meinen nicht von ihrer Lust. So pur, so klar, so fern von Verstellung hatte ich selten etwas gesp\u00fcrt wie diese Lust. Sie hatte, in ihrer rohen Kraft, mich dazu bewogen, aufzugeben. Meine Kontrolle, meine Beherrschung, meinen Widerstand gegen eine solche Situation. Denn er, der Mann der Stunde, hatte noch mehr vor. Er war angeheizt, erregt, nicht befriedigt, er war einfach nur s\u00fcchtig danach, uns beide zu haben. So sehr, wie ein Mann eine Frau haben kann. Es gab keine Abwehr mehr, es war zu sp\u00e4t. Und als sein Kopf aus ihren duftigen Stofflagen wieder zum Vorschein kam, als er ihr einen Kuss auf die Innenseite eines der entbl\u00f6\u00dften Oberschenkel gab und mich gleichzeitig so unversch\u00e4mt, so unverbl\u00fcmt fordernd, so furchtbar siegesgewiss ansah, konnte ich nicht anders. Ich lie\u00df geschehen, was er wollte, was ich wollte, was sie wollte \u2026<\/p>\n<p>Oh.<br \/>\nGenau das meinte sie also. Sie hatte w\u00e4hrend unseres Videochats dar\u00fcber kein weiteres Wort mehr gesagt. Und doch wusste ich genau, wo sie in Gedanken war. Und sie wusste alles \u00fcber mich.<\/p>\n<p>Dass ich l\u00e4ngst nicht alles \u00fcber sie wusste, sollten mir die kommenden Ereignisse zeigen. Doch davon soll sp\u00e4ter erz\u00e4hlt werden; besser der Reihe nach:<br \/>\nUnser Videochat hatte geendet, recht abrupt eigentlich. Sie hatte gesagt: \u201eOh. Ich glaube, du hast diesen Teil deiner Geschichte ganz gut im Kopf und brauchst meine Hilfe gar nicht mehr. Habe ich nicht recht?\u201c Und sie hatte mir zugezwinkert, hinrei\u00dfend, wie einem Flirt, den sie bezaubern wollte, was ihr gelang, und sprach weiter, mit gesenkter Stimme: \u201eIch f\u00fcr meinen Teil muss mich jetzt etwas abk\u00fchlen. Aber es w\u00fcrde mich sehr freuen, unseren Austausch ein andermal fortzusetzen. Lass uns in Kontakt bleiben. Oder noch besser: Besuch mich bald. Du wei\u00dft ja, wo ich wohne.\u201c Sie warf eine Kusshand in den virtuellen Raum, und ihr Fenster schloss sich. Ich blickte auf den eben noch so belebten, nunmehr verwaisten Laptop und war perplex.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tina Fanta<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=430\">\u00fc18<\/a> | Inventarnummer: 20118<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Je weiter der Abend voranschritt, desto unsicherer wurde ich. Getroffen hatte ich diese Frau ein einziges Mal, unter sehr besonderen Umst\u00e4nden. Mein (inzwischen l\u00e4ngst) ehemaliger Langzeitliebhaber hatte sie mir damals unbedingt vorstellen wollen, er war stolz auf seine Eroberung gewesen, und das v\u00f6llig zu recht. Sie war bezaubernd, eine Erscheinung. 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