{"id":11781,"date":"2020-09-11T16:23:08","date_gmt":"2020-09-11T16:23:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11781"},"modified":"2020-12-11T07:46:41","modified_gmt":"2020-12-11T07:46:41","slug":"lieber-herr-n","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=11781","title":{"rendered":"Brief an N."},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11781&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts11781&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p style=\"text-align: right;\">Wien, 30. April 2020<\/p>\n<p>Lieber Herr N.,<\/p>\n<p>hier wie gew\u00fcnscht mein kurzes und m\u00f6glichst objektives Ereignisprotokoll zum 19. April, von dem ich hoffe, dass es wirklich, wie Sie sagen, zu meiner Entlastung beitragen kann. Es zieht mich n\u00e4mlich sehr zu meiner Arbeit zur\u00fcck, und von hier aus kann ich die wenigen verbliebenen Schritte zu deren Vollendung leider nicht leisten.<\/p>\n<p>Wie ich schon bei unseren regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Gespr\u00e4chen erw\u00e4hnte, besch\u00e4ftige ich mich zur Zeit mit dem Verfassen einer kleinen, aber, wie ich hoffe, n\u00fctzlichen Arbeit zum Verh\u00e4ltnis Auftraggeber und Maler in der Fr\u00fchrenaissance Italiens unter dem Aspekt der Entwicklung der Zentralperspektive.<\/p>\n<p>Die im Zuge der Seuche verf\u00fcgten Ma\u00dfnahmen wirkten auf diese meine Arbeit schon wegen der damit einhergehenden Entschleunigung und also Erwerbs-Entlastung sehr f\u00f6rderlich, und da ich ohnehin sehr sparsam lebe, traf mich der Entgang meiner Einnahmen als staatlich gepr\u00fcfter Fremdenf\u00fchrer zum Thema \u201eDie Pest in Wien\u201c nicht sonderlich hart. Gerade durch diese meine gut besuchte Spezialf\u00fchrung verf\u00fcge ich \u00fcber epidemiologische Kenntnisse, die mich dazu bef\u00e4higen, die verf\u00fcgten Ausgangsbeschr\u00e4nkungen im Zuge der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Kontakt-Vermeidung vollkommen zu begreifen, ja, nach Kr\u00e4ften zu unterst\u00fctzen.<br \/>\nMeine historischen Kenntnisse konnte ich \u00fcberdies dazu nutzen, meine Ausgaben noch weiter einzuschr\u00e4nken, indem ich mir, wie das von unserer Regierung ausdr\u00fccklich erlaubt wurde, meinen Mund-Nasen-Schutz selbst anfertigte: Wie allen historisch interessierten Menschen bekannt, trug der Pestarzt des sp\u00e4ten 14. Jahrhunderts (und nicht schon seit Ausbruch der Pest 1347, wie \u00fcberall f\u00e4lschlich behauptet wird!) eine an einen gro\u00dfen Vogel gemahnende Schnabelmaske, in deren Spitze wohlriechende Kr\u00e4uter verbrannt wurden, somit den damals selbstverst\u00e4ndlich noch unbekannten Bazillus <em>(yersinia pestis)<\/em> zu bannen (bzw. fernzuhalten). Es gibt nur Bazillen, Viren sind eine Unm\u00f6glichkeit. Daher machte ich mir dieses Wissen zu Nutze, mir meine Ihnen bekannte Schnabelmaske aus Stoff und Epoxidharz selbst herzustellen.<\/p>\n<p>Ich habe, denke ich, w\u00e4hrend eines unserer \u00fcbrigens recht aufschlussreichen Gespr\u00e4che in Ihrem B\u00fcro deutlich dargelegt, dass es mir momentan leider nicht m\u00f6glich ist, diese Maske abzulegen, aber auch zugegeben, dass ich es ehrlich bedaure, zu ihrer Herstellung den Stoff meiner orangenen und nicht der gelben Jacke verwendet zu haben, was sowohl der allgemeinen Glaubw\u00fcrdigkeit als auch der Assoziation \u201eAmsel\u201c mehr Raum gegeben h\u00e4tte. Falls also irgendwer annehmen sollte, ich habe mich auf die Satire verlegt und wolle mit meiner Maske die Autorit\u00e4t unserer Regierung untergraben, so irrt er! Wie jedem historisch interessierten Menschen nat\u00fcrlich sofort aufgeht, handelt es sich hier um einen Verweis auf die Pest im Mittelalter und damit auf das ruchlose Treiben der Kirche. Sie ist Hinweis und Mahnung bez\u00fcglich des Ernstes unserer derzeitigen Lage! Auch will ich damit meine bisher gut besuchte Spezialf\u00fchrung im Hinblick auf zuk\u00fcnftige Lockerungen der Ma\u00dfnahmen im \u00f6ffentlichen Ged\u00e4chtnis erhalten. Den eher esoterischen Grund kennen Sie so gut wie ich, ich habe Sie l\u00e4ngst als einen der unseren erkannt und auch, dass Sie das sehr wohl wissen! Ich verstehe, dass Sie diesen Grund nicht ber\u00fchren wollen, \u00fcberall sind unberufene Lauscher, deshalb f\u00fchre ich ihn hier auch nicht an.<\/p>\n<p>Dies alles sei einleitend und auch als Hilfestellung erw\u00e4hnt, meine Person zutreffend zu beurteilen.<\/p>\n<p>Was geschah also am 19. April? Wie damals schon mehrmals musste ich einkaufen gehen (ich brauche nicht zu erw\u00e4hnen, dass dies immer beh\u00f6rdlich genehmigt war) und begab mich dazu gegen Mittag in den Innenhof meiner Wohnanlage. Als ich aber das Leergut in dem Korb meines Fahrrads unterbrachte, sprach mich mein Nachbar an, der sich gerade mit seiner Gattin auf einer Bank sonnte, ob ich ihm nicht wieder eine kleine Gef\u00e4lligkeit erweisen k\u00f6nnte. Diesmal handelte es sich nebst dem Einkauf gro\u00dfer Mengen an Schaumwein auch um \u00dcberweisungen. Ich hatte nun schon mehrmals diesem grundguten Herrn, einem Herrn Regierungsrat und Postbediensteten in Pension, ebenso wie seiner sehr kultivierten Gattin den einen oder anderen Gefallen getan, doch beschr\u00e4nkte sich das bis zu jenem Tag immer auf Eink\u00e4ufe von Lebensmitteln. Es fing an mit speziellen \u00c4pfeln, dann H\u00fchnchenfilet, dem eben erw\u00e4hnten Schaumwein etc., schlie\u00dflich aber auch Kirschen, die um diese Jahreszeit einfach nicht zu bekommen sind.<br \/>\nIch habe gelesen, Menschen ab einem gewissen Alter seien besonders gef\u00e4hrdet, auch sonst sind wir zu gegenseitiger Hilfe aufgerufen, was mir sehr bewusst ist. Es handelte sich um folgende Betr\u00e4ge: 100 und nicht 10.000 Euro, wie nun f\u00e4lschlich behauptet, an die Klosterschule Heiligenkreuz; und ebenfalls nicht 10.000 Euro, sondern blo\u00df 100 Euro an das Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in Mayerling. Mein Nachbar versicherte mir, dass diese \u00dcberweisungen sehr leicht zu bewerkstelligen seien, da er, als ehemaliger Postbeamter und nunmehriger Geheimer Regierungsrat, bei der<em> Bank<\/em> bekannt sei. Trotzdem hatte ich Bedenken: Ich stand, wie sie wissen, der Kirche immer schon \u00e4u\u00dferst kritisch gegen\u00fcber. Damals war ich Atheist und es kam eine Hilfeleistung zur Spende an diese historisch schuldhafte Institution f\u00fcr mich nicht in Frage. Und heute schon gar nicht. Da dies aber keine normalen Zeiten sind, standen bei meiner Entscheidung der Zusammenhalt und insbesondere der Wille zur Nachbarschaftshilfe im Vordergrund und somit \u00fcber allen solchen ansonsten mehr als berechtigten historisch-politischen Einw\u00e4nden. Heute w\u00fcrde ich gerade aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden anders entscheiden.<\/p>\n<p>Vorerst galt es mir also, folgendes Problem zu l\u00f6sen: Sollte ich zuerst einkaufen gehen und dann die Bankgesch\u00e4fte meines Nachbarn erledigen oder umgekehrt? Ich entschied mich f\u00fcr die Eink\u00e4ufe zuerst, was sich im Nachhinein betrachtet als meine Rettung erwies. Sehen Sie die Weisheit der h\u00f6heren F\u00fcgung?<\/p>\n<p>Genauso wie beim Einkaufen setzte ich mir also beim Betreten der<em> Bank<\/em>, meine selbstgen\u00e4hte <em>Schnabel-Schutz-Maske<\/em>, vielmehr eigentlich <em>Schutz-Schnabelmaske<\/em> auf, entz\u00fcndete das milde glimmende R\u00e4ucherst\u00e4bchen in deren Spitze, sch\u00fctzte meine Augen mit meiner Ihnen bekannten Sonnenbrille (Tr\u00f6pfcheninfektion!) und stellte mich vollkommen korrekt in der Reihe an. Ich stand so eine halbe Stunde. Die Eink\u00e4ufe in meinem Rucksack lasteten schwer auf meiner Schulter und so nahm ich denn ein Fl\u00e4schchen aus meinen Eink\u00e4ufen f\u00fcr die Nachbarn zur Brust, wobei mir der Korken trotz aller Bem\u00fchungen leider etwas lautstark aus der Flasche fuhr. Die Dame vor mir, die unzweifelhaft dem \u00e4ltesten Gewerbe angeh\u00f6rte (ich erkenne das am \u00c4u\u00dferen), erschrak. Sie war im Zuge der Quarant\u00e4ne-Ma\u00dfnahmen nat\u00fcrlich ihrer Eink\u00fcnfte verlustig gegangen und hielt den Betrieb durch lautstarkes und ungemein z\u00e4hes Begehren in unstatthafter Weise auf.<br \/>\nIch habe volles Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn kleinere Existenzen wie Prostituierte, Kr\u00e4mer und Handwerker um ihr Einkommen ringen, aber die Art und Weise, mit der sie ihre Interessen allen anderen Stadtb\u00fcrgern voranstellen, ist doch das genaue Gegenteil dessen, um was es jetzt geht: Zusammenhalt und Hintanstellung aller blind-egoistischen Triebe, nur so k\u00f6nnen wir alle gemeinsam diese Pr\u00fcfung \u00d6sterreichs und auch der Welt erfolgreich bestehen! Von all den anderen zweifelhaften Existenzen, die sich teilweise gro\u00dfe, oder sogar enorme Summen auszahlen lie\u00dfen (ich z\u00e4hlte Tausender-Betr\u00e4ge!), will ich im Sinne der von Ihnen erbetenen Objektivit\u00e4t wie auch der K\u00fcrze gar nicht reden. Besonders verd\u00e4chtig erschien mir dabei, dass sie alle der Aufforderung der mittleren Schalterbeamtin, dies doch alles <em>online<\/em> zu erledigen, der Seuchengefahr wegen, unter fadenscheinigen Vorw\u00e4nden nicht Folge leisten wollten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich war ich an der Reihe. Vor mir, hinter der Schalterbr\u00fcstung, standen drei Postbeamtinnen in Schwarz. Ich hatte aber genug Gelegenheit gehabt, nicht nur mein R\u00e4ucherst\u00e4bchen (Gesundheit vor Brandschutz!) neu anzuz\u00fcnden, sondern auch ihr Verhalten zu studieren und wusste, ich hatte mich an die Mittlere zu halten. Die linke war n\u00e4mlich ganz offensichtlich die Vorgesetzte, denn sie trug einen in Silbergeschmeide eingefassten Opalstein um den Hals und sie tat nichts, au\u00dfer hie und da etwas zu tippen und war auch sonst souver\u00e4n. Die Rechte l\u00e4chelte blo\u00df und war demnach Praktikantin oder Einzuschulende oder auch, wie es fr\u00fcher hie\u00df, Lehrling.<br \/>\nIch wandte mich also mit meinem Zahlungsauftrag an die Mittlere: Meine Hoffnung, durch meine wohlriechende Vogelmaske auf ein historisch-verschmitztes Verst\u00e4ndnis ihrerseits zu sto\u00dfen, ward aber sofort zunichte. Sie sah mich vielmehr abwehrend, ja direkt aufgebracht an. Doch ganz gewiss erkannte auch sie, dass es sich bei der gew\u00fcnschten \u00dcberweisung nicht um 10.000er-, sondern blo\u00df um 100er-Betr\u00e4ge handelte. Ich bitte also im Namen nun wiederum der Objektivit\u00e4t diese mittlere Frau Beamtin diesbez\u00fcglich zu befragen! Sie drang auch bei mir sofort zur kontaktlosen O<em>nline<\/em>-\u00dcberweisung, was ich aber unter ehrlichem Bedauern ablehnen musste. Im Gegensatz zu meinem Nachbarn, erkl\u00e4rte ich, st\u00fcnde ich der Kirche feindlich gegen\u00fcber, w\u00e4re aber zu einer solchen O<em>nline<\/em>-\u00dcberweisung nicht nur im Stande, sondern auch willig, doch wie sollte ich es meinem Nachbarn gegen\u00fcber erkl\u00e4ren, dass die Klosterschule Heiligenkreuz und das Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen zu Mayerling den Spendenbetrag von mir erhielte und nicht von ihm? Ist das nicht logisch und somit unm\u00f6glich? Ich erw\u00e4hnte auch Namen und Titel dieses meines Nachbarn, trotzdem war die mittlere Schalterbeamtin allen meinen Argumenten unzug\u00e4nglich, oder war ich mittlerweile durch die wochenlange Entw\u00f6hnung von der menschlichen Alltags- und Gesch\u00e4ftskommunikation au\u00dfer \u00dcbung geraten, meine Anliegen deutlich zu erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>Sie sehen anhand dieser meiner \u00dcberlegung, ich bin durchaus bewandert in der Kunst der Selbstreflexion. Der Mittleren war nur zu entlocken, ich bed\u00fcrfe der einschl\u00e4gigen Karten und Dokumente meines Nachbarn und etwan einer Vollmacht, oder aber, was sie dringend rate: <em>online!<\/em> \u201eAber wie?\u201c, rief ich. \u201eZu \u00fcberweisen sollte doch ein Leichtes sein, nur zu beheben aber schwer? Oder sollte der schurkische Geldh\u00e4ndler Giovanni de\u2019 Medici auch dies Gesetz ins Gegenteil verkehrt haben?\u201c Ich hielt jedoch gleich wieder an mich, denn vielleicht war es ja der Rauch meines wohlriechenden St\u00e4bchens in der Schnabelspitze, der unser Gespr\u00e4ch der n\u00f6tigen Klarheit beraubte, auch sp\u00fcrte ich in der Hitze den Schaumwein schon ein wenig. Die Praktikantin l\u00e4chelte. Die Opalfrau tippte abwesend, dann rief sie, gar streng, ihrer kleinj\u00e4hrige Tochter: \u201eDie Stiagn \u2026\u201c, seltsamerweise befindet sich eine Wendeltreppe in diesem Bankfoyer, eine merkw\u00fcrdige Treppe, will meinen, sie endet in der Decke des Raumes, \u201e\u2026 is ka Sp\u00fchplotz!\u201c Ich starrte an die Decke, wo die Treppe wirklich endet! Die Tochter der Opalfrau rief mir entz\u00fcckt zu: \u201eVogerl!\u201c und machte entsprechende Flugbewegungen mit ihren Armen, derweil sie die Stiege auf und ab lief. Ein r\u00fchrendes Bild! Ihr vermutlicher Vater, den ich erst jetzt im Foyer bemerkte, besch\u00e4ftigte sich derweil mit einem dieser bunt leuchtenden Handspielzeuge und wiegte sich dabei auf einem durchaus geschmackvollen Drehstuhl in den H\u00fcften.<\/p>\n<p><em>Online<\/em> war sinnwidrig, Vollmacht unm\u00f6glich. Das hie\u00dfe ja, das zarte Vertrauensverh\u00e4ltnis zu meinem Nachbarn so weit aufzubauen, bis er mir seine Kontozugangsdaten anvertraute. Das w\u00fcrde Monate des Umtrunks ben\u00f6tigen! Und auch wenn ich zu jener Zeit etwas mehr den geistigen Getr\u00e4nken zusprach als sonst, um mein seelisches Gleichgewicht zu erhalten, dieser Herausforderung wollte ich mich schon in Anbetracht meiner gef\u00e4hrdeten Gesundheit inmitten der Seuche nicht stellen. Kurz, ich erkl\u00e4rte mich dahingehend den drei Schalterbeamtinnen, doch wurde ich daraufhin recht harsch zum Ausgang verwiesen. Unter Hohn und Spott der anderen Wartenden verlie\u00df ich die Filiale der <em>Bank<\/em>.<\/p>\n<p>Davor erwartete mich mein treues Fahrrad. Oh, Treue des Fahrrads! Geschlagen magst du sein, doch niemals besiegt, hast du ein Fahrrad, das zu dir h\u00e4lt auch in \u00e4rgsten N\u00f6ten! So fuhr ich denn etwas getr\u00f6stet die wartende Reihe entlang, die sich mittlerweile weit in die Thaliastra\u00dfe erstreckte, ein einseitiges Spalier, das ich, mein Fahrrad samt den Eink\u00e4ufen scharf antreibend entlangdirigierte, nur wenig behindert durch Brille und Schnabel. Gleichzeitig versuchte ich dabei meine Gedanken zu fassen, um meinem Nachbarn gegen\u00fcber klare Mitteilung geben zu k\u00f6nnen \u00fcber den Misserfolg unseres gemeinsamen Unterfangens. Die Gr\u00fcnde allerdings! Ich tastete mehr nach ihnen, statt sie zu fassen! Mehr noch hing ich aber den hintergr\u00fcndigen Strukturen jeder Gesellschaft nach, die das Scheitern des Einzelnen verursachen: W\u00e4re es nicht m\u00f6glich, dass die<em> Bank<\/em> mittlerweile und unvermerkt unter Einfluss sinistrer M\u00e4chte wie z. B. Giovanni de\u2019 Medicis eine <em>antivatikanische<\/em> Haltung angenommen h\u00e4tte? So erfreulich dies w\u00e4re, bedeutete es nicht eine str\u00e4fliche Missachtung der Seelenn\u00f6te meines grundg\u00fctigen Nachbarn? Und w\u00e4ren diese Seelenn\u00f6te denn nichtig? Nein, ich konnte, ich durfte nicht aufgeben! Und sei es im Widerspruch zu meiner Kirchenkritik!<\/p>\n<p>Als ich wieder im Hof unserer Wohnanlage eintraf, waren aber weder mein Nachbar noch seine treffliche Gattin anwesend. Ich musste also unter Zur\u00fccklassung meiner Eink\u00e4ufe, das Stiegenhaus bis ganz nach oben (5. Stock, T\u00fcr 59) erklimmen, um Nachricht zu erstatten. Beim L\u00e4uten an der T\u00fcr roch ich den unwiderstehlichen Duft einer kenntnisreich zubereiteten Schweinshaxe. Er, mein Nachbar, \u00f6ffnete daraufhin, erkannte mich der Maske wegen erst nicht, ich gab mich zu erkennen und gab Rapport. Er \u00e4u\u00dferte sein emp\u00f6rtes Unverst\u00e4ndnis: Er sei nun schlie\u00dflich lange genug bei der Post gewesen und dort auch allgemein bekannt, wenn ich doch nur nach Sandleiten, auf die dortige Poststelle, gefahren w\u00e4re, anstatt blo\u00df in die Thaliastra\u00dfe, seine Kollegen h\u00e4tten schon Bescheid gewusst. Nebst der Schweinshaxe und einem Fl\u00e4schchen Wachauer teilte ich seine Emp\u00f6rung, hatte jedoch keine Lust, auf die Sandleiten zu fahren.<\/p>\n<p>Schnelles Agieren sei nun angebracht, warf ich beim Schnaps ein, ungeachtet der Wartezeit und der fortgeschrittenen Stunde, w\u00fcrde ich mich nochmals in die Schlacht werfen, zum Wohle nicht der Kirche, jedoch der humanistischen Werte! Vorausgesetzt er statte mich mit Schutz und Schirm seiner Ausweise aus, die da w\u00e4ren: Bankomatkarte und Reisepass, dann w\u00e4re mir Gewissheit des Gelingens! Unwillig erst, doch dann entschlossen, h\u00e4ndigte er mir das Verlangte aus. Die Leute wissen oft nicht von der Tragweite der Situation: Sie streiten mit, doch wissen sie nicht der Sache. Unterwegs, das Stiegenhaus hinunter, stattete ich mich in meiner Wohnung mit angemessener Kleidung aus und stellte vor meinem Badezimmerspiegel mit gro\u00dfer Befriedigung fest, dass das gew\u00e4hlte Schwarz der Vogelmaske mehr Amsel\u00e4hnlichkeit verlieh. Dann steckte ich mir die Reclam-Ausgabe der <em>Duineser Elegie<\/em>n des gro\u00dfen Rainer Maria Rilke in die hintere Hosentasche.<\/p>\n<p>Solcherma\u00dfen ausgestattet und unter der Zeitnot geschuldeten Mitnahme meiner Eink\u00e4ufe, radelte ich wieder zur Warteschlange: Ich entz\u00fcndete ein neues R\u00e4ucherst\u00e4bchen in meiner <em>Schutz-Schnabelmaske<\/em> und st\u00e4rkte mich mit einer der Schaumweinflaschen plus den <em>Duineser Elegien<\/em>, trotzdem diese durch die mittlerweile zerschlagenen Eier leider ganz aufgeweicht waren. Denn in allen Wartezeiten der \u00c4mter und sonstigen Institutionen, sprich, in den Leerzeiten des Lebens empfiehlt es sich, lieber Herr N., die <em>Duineser Elegien<\/em> Rilkes in- und auswendig zu lernen: \u201eWer, wenn ich schriee, h\u00f6rte mich denn aus der Engel Ordnungen? Und gesetzt selbst, es n\u00e4hme einer mich pl\u00f6tzlich ans Herz: Ich verginge von seinem st\u00e4rkeren Dasein.\u201c \u2013 Sagt das nicht alles?<br \/>\nGest\u00e4rkt durch diese unsterblichen Verse und mittlerweile zweier Flaschen Schlumberger konnte ich den Stunden gl\u00fchender Aprilhitze trotzen, bald auch <em>Rilke<\/em> lautstark und auswendig rezitieren, trotz leichter Benommenheit und Atemnot, verursacht durch meine <em>Schutz-Schnabelmaske<\/em>, bis zu dem wundersch\u00f6nen Ruf : \u201eWarst du nicht immer noch von Erwartung zerstreut, als k\u00fcndigte alles eine Geliebte dir an?\u201c<\/p>\n<p>Da gelangte ich unverhofft zum Schalter, und ward mir ein kalter Guss N\u00fcchternheit und alles wie vorher: Meine Kr\u00e4uter verdampften, und ich solle doch, um es willen, <em>online<\/em> \u00fcberweisen, empfahl mit eiserner Strenge die Mittlere, w\u00e4hrend die Rechte geheimnisvoll l\u00e4chelte, ich bemerkte aber ein nach unten verdrehtes Silberkreuz in ihrem Ohrl\u00e4ppchen. Ein Zeichen? H\u00f6hnisches Spiel des Zufalls? W\u00e4hrend die Linke frostig tippte, ermannte ich mich und gab meine Zweifel kund am Vorhandensein Gottes und an der IBAN meines Nachbarn: Doch dies wurde beides mit gro\u00dfer Herablassung abgetan, als sei es nichts wert. Und es war anl\u00e4sslich eines kaum wahrnehmbaren, herablassenden L\u00e4chelns der Linken, als es mich m\u00e4chtig durchstie\u00df: Dies, diese Schalterbeamtinnen, die ganze <em>Bank<\/em> und alles, was an sonstigen Konsortien und hinterh\u00e4ltigen Konglomeraten, Oligo- und Monopolen der Medici dahinterstehen m\u00f6ge, dies alles: Satanisten!<br \/>\nBedenken Sie das genau, lieber Herr N., das erkl\u00e4rt n\u00e4mlich alles! Wie habe ich es denn auch \u00fcbersehen k\u00f6nnen, bei all der frechen Augenf\u00e4lligkeit? Nein, du Teufelsanbeterin, dein nicht zuf\u00e4llig gedrehtes Silberkreuz soll mich nicht t\u00e4uschen! Allein schon das Logo der <em>Bank<\/em>: Zwei m\u00e4chtige H\u00f6rner! Aufragend in rohem Stolze! F\u00fcr den Wissenden freilich nur erkennbar, doch immer nur f\u00fcr den Wissenden gemeint und gezeichnet?<\/p>\n<p>Ich wagte nicht, diese meine pl\u00f6tzliche Erkenntnis vor den Dreien zu zeigen, dieser gef\u00e4hrlichen Hexen im Dienste Satans, hielt mich stattdessen schlau-still und beflei\u00dfigte mich der List vorgeblicher Ahnungslosigkeit, wie sie jedem, solcher allerschrecklichsten Macht gegen\u00fcber, geraten sei: Ob ich denn doch bitten d\u00fcrfe, mir ein solches Vollmacht-Formular auszuh\u00e4ndigen?, fragte ich bescheiden. Und siehe: Die Opalgeschm\u00fcckte, die Oberhexe w\u00fcrdigte mich ihres Blickes. \u201eSo m\u00f6ge es denn sein!\u201c Und fiel durch leises Nicken wortlos unter den Dreien die Entscheidung zur Vollmacht. Siehe: Es wirkt auch in der dunkelsten Grube das Licht der Hoffnung, ob nicht doch Gottes?, dachte ich. K\u00f6nne ich denn beim n\u00e4chsten Mal die Schlange \u00fcberspringen?, war noch meine dreiste Frage. Dies nicht, wurde mir beschieden.<\/p>\n<p>Aber, lieber Herr N., war ich nicht dennoch emporgetragen, durch diese Entscheidung, durch das ausgeh\u00e4ndigte Formular zur Vollmacht? Und: War dies das Wirken eines tats\u00e4chlichen Gottes oder nicht doch der gerechte Lohn des selbstlos im Zeichen des Humanismus f\u00fcr den Glauben seines Nachbarn Streitenden? Ist es nicht Pflicht, mit oder ohne Gott, ungeachtet der zahllosen Verbrechen der Kirche, den trostbed\u00fcrftigen Seelen die Lanze der Br\u00fcderlichkeit zu leihen? Und war\u2019s demnach nicht Recht, dem aus schierer Seelennot geborenen Wunsche meines Nachbarn Folge zu leisten, seine vom Munde abgesparten \u00dcberweisungen zu t\u00e4tigen an Heiligenkreuz und Mayerling, ihm inneren Frieden zu wahren? Wenn ich so tue, handle ich dann nicht im Auftrag eines wahren Gottes, einer unbegreiflichen Macht, die \u00fcber allem steht, ungeachtet, nein: unber\u00fchrt von der Verderbtheit der Kirche und der Medici?<\/p>\n<p>So dachte ich damals. Ich war schon so nah an der Wahrheit und lag doch so fehl! Ich wusste aber: Er, mein Nachbar, wird unterschreiben, ich werde es erlangen, das Formular der Vollmacht! Ich war mir dessen vollkommen gewiss! Und diesmal schwang ich mich auf mein Rad empor, und schwebte die geneigten K\u00f6pfe der wartenden Reihe entlang. Was bedurfte ich noch des Nachdenkens? Eine Vollmacht! Es muss sein! Abermals die Stiegen hinauf, doch getrieben von der Wut der Erkenntnis hielt mich nichts, und auch mein Nachbar, vor dem ich schlie\u00dflich atemlos stand und durch die Maske \u201eVollmacht!\u201c rief, das errungene Formular hoch in der Rechten, mein Nachbar also, br\u00fcllte: \u201eDe B\u00fcchan soin mi no kennanlernan!\u201c Und: \u201eDes hot a Nochsp\u00fch!\u201c \u2013 und unterschrieb eigenh\u00e4ndig vor meinen Augen! Welch Wahrzeichen der ungebrochenen Wiener Beamten-W\u00fcrde!<\/p>\n<p>Mit Vollmacht und Rilke, den schon viel leichter gewordenen Schnappsack auf den Schultern (wozu noch Fahrradk\u00f6rbchen?) abermals zur Bank, zur dumpf harrenden Schlange. In dieser: Was des Geizes? Meine Getr\u00e4nke auszuteilen ich nicht anstand, muss doch in der Not \u00d6sterreich und der Mensch zusammenhalten! Ich lie\u00df die Korken knallen! Immer noch und immer: Wenn alles bricht, scheitert und stockt, liegt\u2019s am aufrechten Herzen! Wieder und weiter rezitierte ich laut Rilke vor dem dankbar sich labenden Publikum der wartend gebeugten Seelen: \u201eUnd pl\u00f6tzlich in diesem m\u00fchsamen Nirgends, pl\u00f6tzlich die uns\u00e4gliche Stelle, wo sich das reine Zuwenig unbegreiflich wandelt \u2013 umspringt in jenes leere Zuviel\u201c, stand ich auch schon vor der Mittleren, bat ihr meinen Gru\u00df dar, fiel auf die Knie und reichte in ehrlicher Ersch\u00f6pfung, gesenkten Schnabels und erhobener Hand der stolzen Ketzerin die ausgef\u00fcllte Vollmacht dar: endg\u00fcltige Befugnis zur \u00dcberweisung an Heiligenkreuz und Mayerling!<\/p>\n<p>Oh Freund, wei\u00dft du, ob der Glocke des Schicksals? Ihr Dr\u00f6hnen entscheidet alles und die Erwartung ist Ewigkeit! Stilles Schweigen harrte \u00fcber mir, schier unertr\u00e4glich! Meine <em>Schnabel-Schutzmaske<\/em> verrutschte, meine letzten Eink\u00e4ufe rollten aus der Tasche, doch geistesgegenw\u00e4rtig ergriff und \u00f6ffnete ich eine der Flaschen, lie\u00df seelenruhig die \u00fcbrigen ins darbende Volk rollen, und r\u00fcckte die Maske erst anschlie\u00dfend zurecht. Nicht unvorbereitet also traf mich der Donnerschlag: \u201eDer IBAN is foisch! Da konn ih nix mochn!\u201c, so die Mittlere. \u201eDer IBAN, welcher IBAN?\u201c rief ich, au\u00dfer mir. \u201eBeid\u00e4\u00e4\u00e4h!\u201c, lautete aus einem Munde das h\u00e4mische Urteil der drei.<br \/>\nVerzweifelt blickte ich zur stummen Heerschar hinter mir: Hatte ich sie nicht gest\u00e4rkt und gen\u00e4hrt mit dem Nektar der Traube, mir treu zur Seit\u2019 zu stehen in diesem Schicksalsspruch? Doch ach, ein kurzes Murren nur, schon senkten sie f\u00fcgsam die H\u00e4upter vor der Unerbittlichen, der Opal-Eisigen, die sich nun aus ihrem Drehsessel erhob, drohenden Blickes. Diesen ihren Blick, ach, diesen Blick, niemals werd ich ihn vergessen! Erkenntnis erfasste mich: ein Zucken und Rei\u00dfen des K\u00f6rpers, eisig und klar, ein kaltes Feuer. Sie, lieber Herr N., werden es kennen. Die bezaubernde Tochter der Opalk\u00f6nigin tollte derweil lautstark die Wendeltreppe auf und nieder. Ihr Zeuger und Vater indes lie\u00df von seinem Handspiele ab und segnete mich als neuen J\u00fcnger. Die Amtszeit neigte sich dem Ende.<\/p>\n<p>Niemand soll jedoch behaupten, dass eine Wendeltreppe ins Nichts kein geeigneter Spielplatz sei!<\/p>\n<p>Ich befinde mich nun, wo ich bin, recht wohl, wiewohl ich meine Spezialf\u00fchrung zur \u201ePest in Wien\u201c stark vermisse. Immerhin: Meine Amsel-Maske wird respektiert, auch wenn sie leider orange und nicht gelb ist, was die Amselhaftigkeit mindert. Und ich habe, dank Ihres F\u00fcrspruchs, lieber Herr N., Zugang zur Bibliothek, deren Best\u00fcckung aber den Bereich der Fr\u00fchrenaissance nicht abdeckt. Weswegen ich auch auf meinem baldigen Urlaub bestehen muss \u2013 Sie wissen, die aktuelle Arbeit zur Entwicklung der Zentralperspektive!<br \/>\nDer leidigen Streiterei, samt der Penetranz der mit Sicherheit vom Vatikan bestochenen Winkeladvokaten, ob ich nun angeblich 20.000 oder blo\u00df 200 Euro meines sehr gesch\u00e4tzten Herrn Nachbarn an die Banco Medici \u00fcberwiesen habe, bin ich dank der Macht des gro\u00dfen Luzifers enthoben, was mich sehr beruhigt. Der gro\u00dfe Luzifer wird auch den Kirchen-Bazillus besiegen, der nicht zuf\u00e4llig \u201eCorona\u201c (=Mitra!) genannt wurde, doch das brauche ich Ihnen nicht zu sagen.<\/p>\n<p>Haben Sie schon bemerkt, wie sch\u00f6n heuer die Kastanien bl\u00fchen? Ich genie\u00dfe hier der Aussicht auf die Stadt vom Dach meines an die wundersch\u00f6nen Steinhofgr\u00fcnde geschmiegten Pavillons! Und wie gut die Luft jetzt ist! Zweifellos infolge des gem\u00e4\u00dfigten Flugverkehrs! Nicht jedoch ist, gar nicht gem\u00e4\u00dfigt ist der Flugverkehr der V\u00f6gel, mit denen ich mich hier schon recht gut angefreundet habe, auch wenn heuer nur sehr wenige Amseln sind.<\/p>\n<p>Hochachtungsvoll<br \/>\nX.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Bernd Remsing<br \/>\n<a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1704846\/\" target=\"_blank\">http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1704846\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at |\u00a0Kategorie:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=418\">hardly secret diary<\/a> | Inventarnummer: 20109<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wien, 30. April 2020 Lieber Herr N., hier wie gew\u00fcnscht mein kurzes und m\u00f6glichst objektives Ereignisprotokoll zum 19. April, von dem ich hoffe, dass es wirklich, wie Sie sagen, zu meiner Entlastung beitragen kann. Es zieht mich n\u00e4mlich sehr zu meiner Arbeit zur\u00fcck, und von hier aus kann ich die wenigen verbliebenen Schritte zu deren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[100],"tags":[36],"class_list":["post-11781","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-remsing-bernd","tag-hardly-secret-diary"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11781","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11781"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11781\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12075,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11781\/revisions\/12075"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11781"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11781"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11781"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}