{"id":10189,"date":"2019-09-04T17:00:00","date_gmt":"2019-09-04T17:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=10189"},"modified":"2019-09-06T08:50:31","modified_gmt":"2019-09-06T08:50:31","slug":"der-u4z-schienenersatzverkehr-blues","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.verdichtet.at\/?p=10189","title":{"rendered":"Der U4z-Schienenersatzverkehr-Blues"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts10189&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/index.php?rest_route=wpv2posts10189&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\"><\/a><\/div><p>Vorausgeschickt: Bei den Wiener Linien funktioniert fast alles fast immer gut.<\/p>\n<p>U4 gesperrt vom Karlsplatz bis zur L\u00e4ngenfeldgasse! Oh Schreck! Schienenersatzverkehr vom 1. Juli bis 2. September. Die U4-Teilsperre w\u00fcrde mich direkt betreffen, hatte ich doch gerade einen Schrebergarten in den H\u00fcgeln von H\u00fctteldorf gepachtet.<br \/>\nDiese Aufzeichnungen habe ich nach der ersten Woche begonnen, also nach 14 mal hin und zur\u00fcck vom Karlsplatz mit dem U4z zur L\u00e4ngenfeldgasse und weiter mit der alten U4 nach H\u00fctteldorf. Und zur\u00fcck.<br \/>\nAber heute, nach der 66. Fahrt im U4z des Schienenersatzverkehrs, bin ich begeistert, gratuliere allen Planern, Mitarbeitern und uns Wienern zu solchen Verkehrsbetrieben. Die Fahrt ist \u00fcbrigens kostenlos.<\/p>\n<p>Die WL haben ein l\u00fcckenloses Leitsystem eingerichtet auf der wahrscheinlich wichtigsten Touristenlinie in diesem Sommer, zum Schloss Sch\u00f6nbrunn und zum Tiergarten. \u00dcberall stehen Mitarbeiter, verteilen Flyer und antworten geduldig. Sie sind an jeder Station pr\u00e4sent. Wie sie \u201eSchienenersatzverkehr\u201c den deutschen G\u00e4sten ausdeutschen oder gar in die anderen Hauptsprachen \u00fcbersetzen, das blieb mir bislang verborgen. Die Busse fahren nonstop, kreisen wie ein Perpetuum mobile. Niemand wartet l\u00e4nger als drei Minuten. In diesem hei\u00dfen Sommer besonders angenehm \u2013 die meisten Busse sind gek\u00fchlt und nie \u00fcberf\u00fcllt. Wer nicht ein notorischer Meckerer ist, kommt gut durch. F\u00fcr mich ist die Strecke etwa f\u00fcnfzehn Minuten l\u00e4nger als mit der normalen Durchfahrt auf der U4 \u2013 Busse haben nun mal Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer.<\/p>\n<p>Alles im Leben ist eine Frage der Perspektive. Dieses Prinzip der systemischen Theorie beweist sich wieder einmal auf den Fahrten mit dem Uvierzet. Sie haben mir viele neue, ungeahnte Einblicke und spannende Ausblicke er\u00f6ffnet. Und Pl\u00e4ne: Ich wei\u00df, was ich tun werde und nie wieder tun sollte.<br \/>\nGesch\u00e4tzte 45 Jahre bin ich, von der Autobahn kommend, \u00fcber die Westeinfahrt in den 4. Bezirk gefahren, mit dem Auto. F\u00fcr die Autolenker stehen nat\u00fcrlich der Verkehr, die Ampeln, Fu\u00dfg\u00e4nger, Bodenzeichungen und Abzweigungen im Fokus. Der Blick reicht meist nicht weiter hinaus als \u00fcber die Ampeln, Schilder, parkende Autos und bei den Geb\u00e4uden vielleicht noch bis zum 1. Stock. Aha, muss ich mir merken, vielleicht zwei Sekunden auf ein neues indisches Lokal. Ein Blick mit Scheuklappen wie ein Fiakerpferd.<br \/>\nImmer war ich sicher, ich k\u00f6nnte blind oder schlafend von Auhof zum Karlsplatz kommen.<br \/>\nNachdem ich jetzt also 66 mal diese Strecke im Bus sitze, habe ich den Verdacht, dass ich fr\u00fcher immer blind durch diese Bezirke gebraust bin. Dazu gestehe ich, dass ich vorher noch nie in meinem Leben in der Station L\u00e4ngenfeldgasse ausgestiegen bin und dort das Licht der Oberwelt erblickt habe.<\/p>\n<p>Ich versuche immer, einen erh\u00f6hten Sitz ganz hinten zu ergattern. Ein Rundumausblick auf die beiden Wienzeilen, die Sch\u00f6nbrunner Stra\u00dfe, die Hannover Stra\u00dfe und den Naschmarkt.<br \/>\nOb hin oder zur\u00fcck: F\u00fcr mich ist die Baustelle ein Gl\u00fccksfall. Aber sie macht mich auch schwindelig. Ein neuer Kontinent hat sich aufgetan. Ein Genuss, dieser unverstellte Blick auf die Prachtgeb\u00e4ude ohne das Gewusel unten am Markt. An der Station Karlsplatz beim Marc-Aurel-Denkmal neben der Sezession gellen Kinderschreie durch den Bus: L\u00f6wen, leoni, lwi! Die Eltern in allen Sprachen: Wart nur, bald siehst du lebendige im Zoo.<br \/>\nWerden wir Wiener auch bald in K\u00e4figen ausgestellt?<\/p>\n<p>Kurz nach der Station L\u00e4ngenfeldgasse biegt der Bus auf die Sch\u00f6nbrunner Stra\u00dfe. Das ist der 12. Bezirk. Ich wei\u00df nicht, wo es in Wien noch so einen vernachl\u00e4ssigten Stra\u00dfenzug gibt.<br \/>\nFast alle H\u00e4user sind r\u00e4udig und von unbestimmter dunkelgrauer Farbe. Die Farbe Gr\u00fcn in Form von B\u00e4umen und B\u00fcschen scheint hier vollkommen unbekannt zu sein. Vom U4z-Bus aus gesch\u00e4tzt, sind mehr als die H\u00e4lfte der Stra\u00dfenlokale geschlossen, schon sehr lange, weil vielfach von vergilbten, zerfetzten Plakaten und Grafitti verunziert, manche sind zum Kauf oder zur Miete angeboten, die begonnenen Renovierungsarbeiten verfallen schon wieder, die Ger\u00fcste sind verrostet und windschief. Man hat das Gef\u00fchl, dass kein einziges Haus einen ansieht, alle blind.<br \/>\nWo bin ich? In Harlem? Fensterlose Lokale bieten Thai-Massage, Ironfist, Osman-Tattoo oder eine t\u00fcrkische Taxischule Arslan an. Dazwischen ein verstaubter Mini-Laden von Nadel und Zwirn, in dem tats\u00e4chlich Zwirnsf\u00e4den und N\u00e4hnadeln im Fenster h\u00e4ngen. Genauso traurig der verdorrte Oleander-Busch davor. Eine Autobelehnung \u201eBARGELD SOFORT!\u201c macht mit grellen gelb-schwarzen Plakaten Reklame und ist so einladend wie ein Wespennest.<\/p>\n<p>Jetzt schon im oberen 5. Bezirk, wo er noch nicht Bobo ist. Das Jugendberatungszentrum und der Pensionistentreff sehen so d\u00fcster aus, als bek\u00e4mst du die Probleme erst, wenn du sie betrittst. Der Clean-Green-Waschsalon h\u00e4tte beides bitter n\u00f6tig, au\u00dfen und innen, ist aber gut besucht. Der Sex-Shop Alpha bietet Gummiwaren an \u2013 mit Massenrabatt. Zum Rudelpudern? Der Schanigarten des Funny Colombo mit Srilanka-K\u00fcche hinter einer mickrigen Thujen-Hecke ist brechend voll. Albaner, Pakistani, Chinesen, Vietnamesen \u2013 alles gibt es, nur kein einziges Wiener Eckbeisl mehr, keine einzige Gastwirtschaft. Wo gehen all die Alkis des 12. und 5. Bezirks jetzt hin?<\/p>\n<p>Sogar die Monopolisten, die Spars, Billas und Hofers, sehen in dieser Bandlwurmstra\u00dfe mickriger aus als anderswo. Die Schilder mit ihren Logos sind kleiner, und ihre Sackerl drehen sich nicht. In den Fenstern sind keine bunten Leckereien ausgestellt, sondern die R\u00fcckseiten von Regalen mit den R\u00fcckseiten von Konservendosen und Klopapierpackungen.<br \/>\nSolches hab ich zuletzt im untergegangenen Ostblock gesehen. An den Kinderw\u00e4gen der Einheitszeltfrauen h\u00e4ngen mindestens noch drei Kinder, auf den Rollern nie weniger als zwei. Aber wenn der U4z kurz nach dem Margareteng\u00fcrtel h\u00e4lt, bemerke ich zum ersten Mal, wie breit und weitl\u00e4ufig die Gr\u00fcnanlagen sind: dichter, dunkler Schatten \u00fcber den Wiesen, die B\u00e4nke voll besetzt mit Menschen aus der ganzen Welt, Wiesenlager mit H\u00fcgeln aus Kopft\u00fcchern und bunten Kleidern aus Subsahara: Kindergewusel, Hunde, Rad- und Rollschuhfahrer, H\u00e4ngematten zwischen den B\u00e4umen, pulsierendes, s\u00fcdliches Leben mitten in der Stadt.<\/p>\n<p>Hallelujah, ich muss nicht auf die Donauinsel zum Afrika-Fest und teuren Eintritt bezahlen. Einfach nur einmal auf den Margareteng\u00fcrtel! In den K\u00e4figen herrscht rasender Basketball-Betrieb hinter einer gigantischen Mann-Brot-Reklame-Wand. Manche der jungen Athleten d\u00fcrften sich schon zu Mannschaften zusammengefunden haben, denn die Spieler tragen einheitlich gr\u00fcne oder orange Leiberl. Rundum Publikum. Ich schw\u00f6r es mir, einmal steig ich aus und sehe diesen Super-Sportlern zu. Phantastisch, diese Akrobatik und Begeisterung. Warum spielen sie nicht in der NBA? Wann werden sie entdeckt?<br \/>\nNichts ist ganz wirklich und sicher, fahre ich doch nur in einem Bus durch diese Stra\u00dfen und sehe so viel, wie wenn ich mich durch die TV-Kan\u00e4le zappen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Neue Blicke, neue Gef\u00fchle, neue Pl\u00e4ne. Fr\u00fcher im Auto, dann im Untergrund, waren die Fahrten immer nur davon bestimmt, geradlinigst und schnellstens aus der Stadt raus oder nach Hause zu kommen. Pl\u00f6tzlich taucht eine neue Welt dazwischen auf. Die Zwischenwelt des U4z. An einer Ecke am Margareteng\u00fcrtel hat er eine neue Station. Ich, auf meinem Hochsitz mit einem Rundumblick, nehme zum ersten Mal ein wundersch\u00f6nes, schmiedeeisernes Eingangstor wahr. Ich kann mich gar nicht daran sattsehen und mache mit meiner Kamera Fotos. Ein Kleinod an einem verwahrlosten Haus mit verstaubten Antiquit\u00e4ten in den Auslagen. Nach so vielen Stops dort kenne ich alles und habe ich mich in eine Jugendstillampe verliebt. Aber leider: Vor\u00fcbergehend geschlossen \u2013 und das schon sieben Wochen.<br \/>\nWeiter rein in den 5. Bezirk. Mein Blick geht an den Geb\u00e4uden hoch: Viele haben ausladende Fassaden und Dachlandschaften, T\u00fcrme und T\u00fcrmchen mit Zinnen, Kuppeln, Erkern, S\u00e4ulen, Figuren, Halbreliefs und Balkonen, alle stilvoll \u00fcbereinstimmend renoviert und die D\u00e4cher mit Sonnenpaneelen versehen. Wie ein Senkrechtschnitt durch die Ged\u00e4rme der Stadt.<\/p>\n<p>Die Fahrten vom Karlsplatz hinaus zur L\u00e4ngenfeldgasse haben mir, von meinem Hochsitz aus, dank des U4z neue Ein- und Aussichten gew\u00e4hrt. Zwischen Kettenbr\u00fccken- und Pilgramgasse steht unten in der Baustelle ein wahnsinnig hoher und wahrscheinlich sehr starker Kran. Er ist pink, aber so was von pink, wie es nichts gibt in ganz Wien. Die Rosa-Lila-Villa gegen\u00fcber wirkt dagegen sehr blass mit ihren abgebl\u00e4tterten Fassaden.<br \/>\nVom Bus aus sehe ich zum ersten Mal in den Schacht der U4 hinunter und die schreienden, viele Meter langen Grafitti-Malereien an den W\u00e4nden. Phantastische Gem\u00e4lde. Ich hoffe, jemand macht eine Dokumentation. Dazu noch Aufschriften f\u00fcr Fu\u00dfballclubs in allen Sprachen Osteuropas. Kracowia und Crvena zvezda Beogr. Es geht zu schnell, ich habe noch immer nicht alles entziffert, geschweige denn fotografiert. Ich frage mich, wie diese Sprayer-K\u00fcnstler dorthin gelangen konnten.<\/p>\n<p>Dass der von mir geliebte R\u00fcdigerhof einen sch\u00f6nen, nicht ganz so spektakul\u00e4r ausgestalteten Zwilling hat, habe ich noch nie wahrgenommen, weil der Autofahrer in der Linkskurve von der Wienzeile in die Hamburgerstra\u00dfe abbiegen muss. Ein Haus weiter werde ich wie vom Blitz getroffen, vom Hanna-Hof, einem dotterblumengelben f\u00fcnfst\u00f6ckigen Haus mit Schmuck, aufgebaut wie eine Hochzeitstorte. Erst die Baustelle und mein Hochsitz im U4z geben den Blick frei auf diese gelungene M\u00e9nage \u00e0 trois. Und auch auf das Open-Air-Lager der osteurop\u00e4ischen Internationale von Obdachlosen (OIO), die mit ihren Hunden unter den B\u00e4umen den Schatten genie\u00dfen. Einer improvisiert auf der Ziehharmonika, andere schlafen im vergilbten Gras ihren Rausch aus.<\/p>\n<p>Als Autofahrerin konzentrierst du dich auf die Rechte oder Linke Wienzeile, als U-Bahn-Fahrerin bist du eben unten. Nun, als U4z-Benutzerin, siehst du pl\u00f6tzlich die dem Wienfluss zugewandten Seiten der Geb\u00e4ude. Welch Wunder, es gibt begr\u00fcnte Pawlatschen und Balkone mit phantastischen Gittern und S\u00e4ulen, \u00fcppige Dachg\u00e4rten und Baumstreifen die ganze Linie entlang. Ich kannte bisher nur den Garten um den R\u00fcdigerhof. Irgendjemand sollte eine Tour anbieten, nach dem U4z, und zu Fu\u00df.<\/p>\n<p>Dann das akkustische Vergn\u00fcgen: den asiatischen Touristen zuzuh\u00f6ren, wie sie um die Aussprache Kettenbr\u00fcckengasse ketblga und der L\u00e4ngenfeldgasse legefega ringen.<br \/>\nWie anfangs gesagt: Es funktioniert alles fast immer gut: Aber einen Vorschlag f\u00fcr die Wiener Linien h\u00e4tte ich gehabt: eine akkustische App f\u00fcr die Aussprache von Karlsplatz einzurichten. Er hat mit rlspl sagenhafte f\u00fcnf Konsonanten hintereinander. Die Russen machen ihn einfach zum Kalplaz. Auch f\u00fcr Sch\u00f6nbrunn \u2013 Shen-blun \u2013 und Hietzing<strong>. <\/strong>Mit arabischer, chinesischer oder russischer Phonetik. Gizig, Gizig?, fragen die russischen Touristen, weil sie ja kein H haben und NG nicht aussprechen k\u00f6nnen. Shen-blun-Shen-blun? Wie oft habe ich das in diesem Sommer geh\u00f6rt.<br \/>\nNur das Fragezeichen scheint allgemeinmenschlich zu sein. Alle haben ihre Handys fest im Griff, keine Ahnung, in welcher Transkription sie Kettenbr\u00fcckengasse, Margareteng\u00fcrtel und L\u00e4ngenfeldgasse auf den Schirm und in die Ohrst\u00f6psel bekommen. Die L\u00e4nge dieser Namen wird nur Touristen aus Wales nicht \u00fcberanstrengen. \u00dcber Hietzing hinaus zur Braunschweiggasse f\u00e4hrt ohnedies kein Tourist. Die arabischen G\u00e4ste lassen gleich alles weg: Leflstr? Schnbrnn? Der Naschmarkt ist einfach, wird zu Naschma, sogar Aschma und Nama sind verst\u00e4ndlich. Die Chauffeure nicken zu allem freundlich und bleiben immer cool. In der Station Sch\u00f6nbrunn leeren sich die U-Bahn-Waggons meist vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Einmal mache ich einen spontanen Ausritt in den Schlosspark, was ich bis an mein Lebensende bedauern werde. Ich war seit den Kindertagen meiner Tochter nicht mehr dort. Mir kommen Zweifel, ob die Rosen hier noch von Bienen best\u00e4ubt werden. Ich kann beim besten Willen keine Rosen entdecken, denn jeder Rosenstrauch ist von mindestens zehn Chinesen umringt, die mit ihren Handys fotografieren und einander danach in Massen-Selfies ablichten. Gibt es in China keine Rosen? Ich habe immer gedacht, diese Gew\u00e4chse stammen urspr\u00fcnglich von dort. Vielleicht h\u00f6ren sie aus den St\u00f6pseln in ihren Ohren, dass schon Kaiserin Sisi hier gewandelt ist und auf die Rosen geschaut hat.<\/p>\n<p>CHINESEN, DIE AUF ROSEN STARREN. Manche M\u00e4dchen verkleiden sich blitzschnell in Sisis, f\u00fcr die Fotos und Videos, die gelbe Torte des Shen-blun im Hintergrund. Einmal werde ich wortlos, aber gestenreich eingeladen mitzuposieren. Offenbar eine seltene Eingeborene. Eine Aborigine. Auf welchen Kan\u00e4len des www werde ich erscheinen? Ich f\u00fchle mich so wohl und zu Hause wie wahrscheinlich die Exoten immer schon im nahen Tiergarten. Vielleicht kriegen wir auch noch Gitterst\u00e4be. (Wie der Panther von Rilke, eh schon wissen.)<\/p>\n<p>Nach siebeneinhalb Wochen mit dem U4z bin ich trotz allem haupts\u00e4chlich gl\u00fccklich und dankbar. Mit dem Anfang am Karlsplatz bis zum Kaiserschloss und zur\u00fcck durch die Slums rund um die Sch\u00f6nbrunner Stra\u00dfe: Welches Bild von Wien bekommen diese Besucher aus aller Welt? Was erfahren sie \u00fcber uns? Ich habe keine Ahnung. Aber von mir wei\u00df ich: Ich habe mich in den U4z verliebt und werde ihn vermissen, wenn am 2. September die renovierte U4 wieder \u00f6ffnet. F\u00fcr mich wieder normal 17 Minuten vom Karlsplatz nach H\u00fctteldorf, oder jetzt sogar noch schneller. Wir sollten den WL dankbar sein, dass sie zwei Monate lang kostenlose F\u00fchrungen durch unbekannte Teile von Wien geboten haben. Und durch unsere Seelen.<\/p>\n<p>30.8.19<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Veronika Seyr<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.veronikaseyr.at\/\" target=\"_blank\">www.veronikaseyr.at<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/veronikaseyr.blogspot.co.at\/<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">www.verdichtet.at | Kategorie: <a href=\"http:\/\/www.verdichtet.at\/?page_id=2528\">spazierensehen<\/a> | Inventarnummer: 19111<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorausgeschickt: Bei den Wiener Linien funktioniert fast alles fast immer gut. U4 gesperrt vom Karlsplatz bis zur L\u00e4ngenfeldgasse! Oh Schreck! Schienenersatzverkehr vom 1. Juli bis 2. September. Die U4-Teilsperre w\u00fcrde mich direkt betreffen, hatte ich doch gerade einen Schrebergarten in den H\u00fcgeln von H\u00fctteldorf gepachtet. 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